Kriminalität

Wieder Auto in Flammen: Serienbrandstifter in Reinbek?

| Lesedauer: 3 Minuten
Ann-Kathrin Schweers
Die Front des roten Mazda steht lichterloh in Flammen. Die Ehrenamtlichen der Feuerwehr in Reinbek können das Auto schnell mit Wasser löschen. Nach einer Stunde ist der Einsatz für die Feuerwehr beendet und die Kripo kann die Ermittlungsarbeit aufnehmen.

Die Front des roten Mazda steht lichterloh in Flammen. Die Ehrenamtlichen der Feuerwehr in Reinbek können das Auto schnell mit Wasser löschen. Nach einer Stunde ist der Einsatz für die Feuerwehr beendet und die Kripo kann die Ermittlungsarbeit aufnehmen.

Foto: christoph leimig / BGZ

Zwei Autobrände innerhalb kurzer Zeit in Reinbek. Böse Erinnerungen an eine Serie von Brandstiftungen in Schwarzenbek werden wach.

Reinbek.  Erneut geht ein Auto lichterloh in Flammen auf. Erneut gibt es Hinweise auf Brandstiftung. Die Kripo in Reinbek ermittelt wegen eines möglichen Zusammenhangs mit dem Fall am Eichenbusch in der vergangenen Woche.

Der jüngste Autobrand spielte sich am Montag gegen 4 Uhr an der Lauenburger Straße, Höhe Hausnummer 14, ab. Die Meldung: „Zwei Pkw und Buschwerk brennen“. Als die Ehrenamtlichen der Feuerwehr Reinbek eintrafen, stand der vordere Teil eines roten Mazda 6 komplett in Flammen. Das Auto parkte auf einem Parkstreifen. Auch ein daneben geparkter VW ID.3 Pro, ein Elektrofahrzeug, wurde durch die Hitzeeinwirkung vom Mazda beschädigt.

Beherzter Löschangriff unter Atemschutz der Feuerwehrleute

Mit einem beherzten Löschangriff und unter Atemschutz konnten die Feuerwehrleute der Flammen an Mazda und Hecke zügig Herr werden. Die Einsatzkräfte brachen dafür die Motorhaube und eine Tür mit Akkuspreizer und Brechstange auf.

Die Innenräume sowie die Umgebung des Autos wurden anschließend mit der Wärmebildkamera untersucht. Nach gut einer Stunde war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Die Kripo Reinbek übernahm den Einsatzort.

Grillanzünder und Plastikflasche am Tatort weisen auf Brandstiftung hin

Zwei Hinterlassenschaften fielen den Beamten direkt ins Auge: Grillanzünder sowie eine Plastikflasche mit Flüssigkeit lagen links neben dem Mazda und wurden von ihnen sichergestellt. Aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens wollte die Polizei keine näheren Angaben machen.

Die Kriminalpolizei in Reinbek hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen werden gesucht. Wer hat verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe des Brandortes gesehen? Hinweise nehmen die Beamten unter Telefon 040/727 70 70 entgegen.

Brand eines E-Autos ist eine besondere Herausforderung für die Feuerwehr

Für die Feuerwehr ein Glücksfall: Das neben dem Mazda geparkte E-Auto brannte nicht. Der Pressesprecher der Feuerwehr Reinbek, Joachim Stanisch, erklärt: „Brennt die Batterie eines E-Autos, dann brennt sie stundenlang und ein Einsatz dauert entsprechend. Das oberste Gebot für die Feuerwehr ist es also, zu schauen, von welcher Art Fahrzeug wir reden.“ Feuerwehrkräfte werden geschult, wissen, wie verschiedene E-Modelle aufgebaut und verbaut sind.

Der Umgang der Feuerwehr in Reinbek mit einem E-Auto-Brand sei ein latentes Thema. Im Zweifel müssten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte sich auf stundenlange Löschangriffe mit Wasser und Schaum einstellen. Die beste Lösung wäre, das Fahrzeug per Kran und Wechsellader in einen Container zu befördern und dort zu fluten. Doch an den Gerätschaften fehle es noch, so der Pressesprecher.

Zusammenhänge überprüft: Droht Brandserie wie in Schwarzenbek?

Bereits vergangene Woche mussten Polizei und Feuerwehr zu einem Autobrand in Reinbek ausrücken. In der Nacht zum vergangenen Dienstag war ein Mercedes auf einem Parkplatz vor einem Mehrfamilienhaus am Eichenbusch komplett ausgebrannt.

Die Ursache ist weiterhin ungeklärt. „Die Sachverständigen sind dran und überprüfen, ob die Ursache Brandstiftung oder ein technischer Defekt war. Manchmal lässt es sich leider gar nicht mehr feststellen“, erklärt Polizeisprecherin Sandra Kilian.

In einem Monat brannten 15 Autos in Schwarzenbek

Generell hätten die Einsatzkräfte der Feuerwehr es in den vergangenen Jahren nur selten mit Autobränden zu tun gehabt, schildert der Feuerwehrpressesprecher. Zu einer Brandserie in der Region war es 2017 in Schwarzenbek gekommen.

Innerhalb des Monats Mai beschäftigten die Feuerwehr allein 15 Autobrände. In den Monaten zuvor hatten mehr als ein Dutzend weitere Fahrzeuge gebrannt. Ausgelöst wurden die Feuer meist durch auf den Vorderreifen platzierte Grillanzünder, ein für Brandstifter typisches Vorgehen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Reinbek