Neue Ausstellung

Reinbeker Schloss zeigt kritische Kunst von Günther Helm

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Günther Helm zeigt eine Retro­spektive seiner Gemälde im Reinbeker Schloss. Oft geht es um seine Auseinandersetzung mit dem Thema Gentechnik und Zerstörung der Natur.

Günther Helm zeigt eine Retro­spektive seiner Gemälde im Reinbeker Schloss. Oft geht es um seine Auseinandersetzung mit dem Thema Gentechnik und Zerstörung der Natur.

Foto: Franziska Klotz

Reinbeker Künstler Günther Helm (85) stellt Retrospektive mit 50 Werken aus. Schau des Naturliebhabers wird auch online präsentiert.

Reinbek. 50 Bilder des Reinbeker Künstlers Günther Helm (85) sind in einer Ausstellung im Reinbeker Schloss zu sehen. Ausdrucksstarke und farbenprächtige Gemälde in Acryl, die seine Verbundenheit mit der Natur, aber auch die kritische Auseinandersetzung mit der Zerstörung der Landschaft und anderen Themen widerspiegeln.

Eine Vernissage gibt es diesmal nicht, auch die Öffnung des Hauses bleibt in der Pandemie unsicher. „Wir freuen uns auf die Besucher“, sagt Schloss-Hausherrin Elke Güldenstein. „Wegen der steigenden Corona-Zahlen können wir leider nicht sagen, wie lange wir noch öffnen dürfen.“

Malerei: Günther Helm stellt Werke in Reinbeker Schloss aus

Daher beschreiten sie und ihr Team neue Wege: Erstmals finden Besucher in der Ausstellung in der Alten Küche im Erdgeschoss und auf der Galerie im Obergeschoss Bildschirme vor, auf denen der Künstler über seine Bilder spricht. Geführt hat die Gespräche Thomas Sello, einst Museumspädagoge der Hamburger Kunsthalle.

„Die beiden Filme sind auch online unter www.schloss-reinbek.de zu sehen“, sagt Elke Güldenstein. Dort sind auch alle Gemälde der Ausstellung digital zu bewundern. „Anklicken und blättern, so einfach ist das“, betont sie.

85-Jähriger leitete einst Hamburgs Vogelschutzwarte

In der Alten Küche des Schlosses hängen die großformatigen Bilder, oben in der Galerie sind kleinere Werke zu sehen. Die Auseinandersetzung mit der Natur und dem Umgang des Menschen mit ihr zieht sich thematisch wie ein roter Faden durch Helms Werk. Mal kritisch, mal besorgt, mal frustriert – Schönmalerei liegt dem 85-Jährigen nicht, der von 1958 bis 1962 Malerei und Grafik an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert hat.

Schließlich liegt ihm der Natur- und Umweltschutz schon seit seiner Jugend am Herzen: Seit 1963 war er im Naturschutzamt Hamburg tätig, von 1972 bis 1998 leitete er die Staatliche Vogelschutzwarte Hamburg.

Hochaktuell ist das Bild „Pandemie“ von 2020

„Von meinen Reisen durch alle Kontinente in 130 Länder der Erde habe ich viele Natureindrücke mitgebracht. Dort konnte ich die Bedrohung der Schöpfung sehr deutlich beobachten“, sagt Helm. Eine Entwicklung, die er in seinen meist abstrakt-surrealen, manchmal auch naturalistischen Bildern zunehmend problematisierte.

Hochaktuell ist das Bild „Pandemie“ von 2020. Aber auch „Inferno“, „Der Schrei“ und „Apokalypse“ drücken die Beunruhigung des Künstlers angesichts der Zerstörung der Natur aus. „Die Malerei ist meine Medizin, die mir hilft, die Unvernunft der Menschen und die gebrechliche Verfassung der Welt zu ertragen“, sagt der Künstler.

( fra )

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