Reinbek

Grünen-Antrag: Mit Schnelltests Jugendtreffs wieder öffnen

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Nina Reißler leitet das Jugendzentrums (Juz) am Reinbeker Schloss.

Nina Reißler leitet das Jugendzentrums (Juz) am Reinbeker Schloss.

Foto: BGZ

Stadt soll Konzept erarbeiten und Tests einkaufen. Juz-Leiterin reagiert verhalten. Kulturausschuss berät nächste Woche.

Reinbek. 2000 Schnelltests hat die Stadt Reinbek bestellt. Zunächst, um politische Sitzungen im März in Präsenz möglich zu machen und städtischen Mitarbeitern die Möglichkeit zu bieten, sich zweimal wöchentlich selbst zu testen.

Zum Kulturausschuss am 16. März (19.30 Uhr, Sachsenwald-Forum) kommt auch ein Grünen-Antrag zum Thema Schnelltests auf den Tisch: Um Kinder-, Jugend-, Sport- und Kulturveranstaltungen möglich zu machen, soll die Verwaltung beauftragt werden, Test-Konzepte für in kommunaler Verantwortung stehende Einrichtungen zu entwickeln – etwa für Jugendtreffs, Sportplätze, Freizeitbad und Schloss.

Reinbeker Grünen fordern Schnelltests für Kultur und Jugend

Dafür sollen Schnelltest-Schulungen durchgeführt werden und entsprechend Tests eingekauft werden. Am unkompliziertesten seien sicherlich Selbsttests, so Markus Linden, der den Antrag für die Grünen stellt.

„Einzelne Öffnungsschritte wären jetzt bereits auf kommunaler Ebene möglich, andere nach entsprechenden Signalen des Landes. Die Vorbereitung muss aber in allen Fällen schon jetzt erfolgen, um unnötige, weitere Verzögerungen zu vermeiden“, begründet die Fraktion.

Antrag soll Jugendlichen Normalität zurückgeben

Markus Linden sagt, dies sei die einzige Möglichkeit, den Menschen ein Stück Normalität zurückzugeben. Der Antrag solle zwar nicht nur öffentliche Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche möglich machen, doch gerade die seien durch psychische Probleme besonders betroffen.

Nina Reißler, die Leiterin des Jugendzentrums (Juz) am Schloss, erklärt: „Wir sind zurzeit nur für Kinder und Jugendliche geöffnet, die ein Anliegen haben. Wenn sie jemanden brauchen, der ihnen zuhört, wenn sie Probleme in der Schule haben, einen Laptop brauchen, um Arbeiten oder Bewerbungen zu schreiben.“

Jugendliche leiden unter der häuslichen Enge

Die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendeinrichtungen seien vor Ort, sie würden Jugendliche ansprechen, Beratungstermine vereinbaren. „Das funktioniert in der Regel ganz gut und wird auch wahrgenommen“, so Reißler.

Was fehle, sei eine Möglichkeit, informell mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. „Man darf nicht vergessen: Viele Jugendliche, die zu uns kommen, verbindet, dass sie nicht so gern zu Hause sind. Einige leben dort auf kleinem Raum, es gibt Streit und Gewalt. Bei Familien liegen die Nerven gerade jetzt blank“, sagt Nina Reißler. Außerdem bräuchten junge Menschen Gleichaltrige, um ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Auch die Juz-Nutzer würden mit den Hufen scharren, auf eine Öffnung warten.

„Wie soll das funktionieren? Wer soll testen?“

Eine Möglichkeit, die Türen wieder zu öffnen, findet Nina Reißler daher super. „Ich halte es aber auch für schwierig: Wie soll das funktionieren? Wer soll testen? Wiegen die Jugendlichen sich vielleicht zu sehr in Sicherheit, wenn sie ein negatives Ergebnis haben? Ich habe noch große Fragezeichen. Und: Wenn nur eine Gruppe Getesteter ins Juz darf, ist das keine offene Kinder- und Jugendarbeit.“

( aksc )

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