Barrierefreiheit

Seniorenbeirat lässt Hindernisse aus dem Weg räumen

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Susanne Tamm
Viel zu eng: Diedrich Bröckel vom Seniorenbeirat testet einige der Umlaufgitter an Reinbeks Fahrradwegen. 

Viel zu eng: Diedrich Bröckel vom Seniorenbeirat testet einige der Umlaufgitter an Reinbeks Fahrradwegen. 

Foto: Susanne Tamm

Sperren und Umlaufgitter an Reinbeks Fahrradwegen sollen geprüft werden. Für breite Räder oder Kinderwagen kein Durchkommen.

Reinbek. Sperren vor Radwegen sollen für Sicherheit sorgen, nicht aber Radler und auch Eltern mit Kinderwagen behindern – darüber sind sich Politik und Seniorenbeirat einig. Das Gremium versucht seit 2012, Reinbek zu einer Stadt mit barrierefreier Infrastruktur zu machen. Erste Erfolge auf diesem Weg waren die Asphaltierung des Übergangs über das Kopfstein im Mühlenweg am Bismarck-Seniorenstift oder einige neue Bänke nahe dem Seniorenheim. Der Verkehrsausschuss empfiehlt nun, die beklagten Sperren zu prüfen, anzupassen oder auch abzubauen.

Eine Liste mit allen verzeichneten Gittern gibt es nicht. Einer aber kennt doch sehr viele: „Es gibt so viele einzelne Punkte auf Reinbeks Radwegen, die nicht einmal Sinn machen“, erläutert Michael Hölzel, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats. Etwa der Durchstich neben der Oher Kirche, dessen Umlaufgitter nicht mit einem handelsüblichen Fahrrad zu passieren sind – geschweige denn mit einem dreirädrigen Seniorenrad.

Seniorenbeirat will Reinbek barrierefreier machen

„Aber es sind so viele und so verschiedene, dass ich sie nicht einmal schätzen mag“, sagt Hölzel. „Auch für Lasten- und Elternräder, auf denen vorn die Kinder sitzen, Fahrradanhänger oder Zwillingskinderwagen sind die Gitter unüberwindbar.“ Die meisten seien zu eng aufgestellt. „Wir brauchen dort einen Mindestabstand von einem, besser noch von 1,10 Meter“, erläutert der passionierte Radler. „Denn die mehrspurigen Seniorenräder haben bereits 80 Zentimeter Breite. Der Abstand zwischen den meisten Umlaufgittern ist kaum breiter. Etwa auch auf dem Weg, der über das Gelände der Firma Allergopharma verläuft.“

Bauamtsleiter Sven Noetzel bekräftigt, dass die Gitter eigentlich der Sicherheit dienen: „Ich möchte nur deutlich machen, dass das ein hoch emotionales Thema ist“, sagt er. „Denn diese Sperren sollen die Geschwindigkeit der Radfahrer reduzieren.“ Kinder und Jugendliche vor den Schulen würden durch die Umlaufsperren absichtlich gebremst. Daher habe die Stadt vor Jahren den Auftrag erhalten, die Gitter noch enger zu stellen.

Bauamtsleiter Sven Noetzel wird Ergebnisse der Politik präsentieren

„Aber vor Jahren hatten wir auch noch keine E-Bikes oder Lastenräder“, entgegnet Hölzel. „Heute ist man im Stadtgebiet mit dem Rad oft schneller als mit dem Auto – wenn man nicht ständig absteigen müsste.“ Sven Noetzel verspricht: „Wir prüfen das und stellen die Ergebnisse dann der Politik vor.“

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