Wald

30 Jahre jung: Reinbeks neuer Förster stellt sich vor

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Susanne Tamm
Maximilian Scheel (r.) hat bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten zum 1. Januar die Nachfolge von Fritz Ole Wolter in der Försterei Reinbek übernommen.

Maximilian Scheel (r.) hat bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten zum 1. Januar die Nachfolge von Fritz Ole Wolter in der Försterei Reinbek übernommen.

Foto: Försterei Reinbek

Maximilian Scheel folgt nach acht Jahren auf Fritz Ole Wolter. Für Waldbesucher hat das Nordlicht immer ein offenes Ohr.

Reinbek. 850 Hektar Wald gehören zur Försterei Reinbek. Das Revier der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten bietet viel Stadtwald zur Naherholung. Vorwerksbusch oder Krähenwald sind bei Spaziergängern beliebt, bieten sich zur Laufrunde oder für eine Fahrradtour an. Es geht entspannt und friedlich zu im Reinbeker Wald. Das findet auch Fritz Ole Wolter.

„Aufstände und vehemente Proteste sind in meiner Zeit hier komplett ausgeblieben“, sagt der scheidende Förster. Nach achteinhalb Jahren verabschiedet er sich nach Lütjensee und übergibt sein Revier an seinen Kollegen Maximilian Scheel (30). Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagt Wolter. „Ich habe diese Ecke nach dieser langen Zeit schon liebgewonnen. Aber es ist auch verlockend, dass ich mein neues Revier jetzt zu Fuß von meinem Zuhause erreichen kann“, erklärt er.

Mit 30 Jahren neuer Revierförster in Reinbek

In diesen Tagen ist Wolter noch gemeinsam mit seinem Nachfolger unterwegs, damit der den Vorwerksbusch, den Krähenwald, die Oher Tannen, Havighorst, die Hahnenkoppel und die Grander Tannen besser kennenlernen kann. „Ich freue mich sehr auf die Arbeit in den Wäldern der Försterei Reinbek“, sagt Maximilian Scheel im Gespräch. Dann muss er erst einmal klären, warum eine Reinbekerin mit ihrem Auto plötzlich ins Gehölz fahren will. Nach kurzer Nachfrage ist alles klar: Sie hat eine Ausnahmegenehmigung, weil sie für den BUND Schilder kontrollieren muss, aber nicht mehr so gut zu Fuß ist.

Für Scheel, geboren in Hamburg, aufgewachsen in Jersbek in Schleswig-Holstein, sei die Revierleitung in Reinbek ein wahrer Glücksgriff, habe er doch seit Längerem den Wunsch, die Wälder seiner Heimat Stormarn betreuen zu dürfen. „Das ist hier schon ein bisschen wie in Jersbek“, stellt er fest. Dort wohnt er mit seiner Freundin, die beiden haben zwei Hündinnen. Dackeldame Susi und die Alpenländische Dachsbracke Greta, eine Jagdhündin. Beide hat der Förster auch im Wald immer im Schlepptau.

Förster ist direkter Ansprechpartner vor Ort

Am Wald in Reinbek reizt Scheel besonders die Herausforderung, die naturnahe und nachhaltige Nutzung der Wälder mit dem Anspruch vieler Besucher auf Erholung unter einen Hut zu bringen. Die offensive Öffentlichkeitsarbeit seines Vorgängers will er dabei auf jeden Fall beibehalten. Fritz Ole Wolter bot regelmäßig Waldführungen an, informierte dazu auch ausführlich in der bz.

Für Spaziergänger sei er immer ansprechbar, sagt Maximilian Scheel: „Es ist einfacher fürs Miteinander, wenn die Waldbesucher mich einfach ansprechen. Ich beantworte gerne ihre Fragen.“ Denn im Vorwerksbusch werde, wenn zwar nicht in diesem Jahr, dann doch wieder 2022 Holz geerntet. Allerdings auf einer anderen Fläche als im vergangenen Jahr. „Wir wollen regelmäßig im Vorwerksbusch arbeiten, um die guten Bäume weiter zu fördern, ihnen ausreichend Licht und Platz zu verschaffen“, sagt der Revierförster. Auch den Lehrauftrag als Teil seines Aufgabenfeldes findet er interessant.

Studium der Forstwirtschaft in Göttingen

Zuvor konnte Scheel trotz seiner erst 30 Jahre bereits berufliche Erfahrungen in verschiedenen forstwirtschaftlichen Bereichen sammeln: Nach seinem Studium der Forstwirtschaft in Göttingen absolvierte das Nordlicht seine Anwärterzeit als Nachwuchsförster im Forstamt Dassel im Solling, bevor er sich nach einer Station im Holzhandel bei der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt mit dem Thema Waldwachstum beschäftigte.

2018 wechselte er zurück in seine Heimat Schleswig-Holstein und heuerte bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten an, wo er seine Kollegen bereits in den Förstereien Ahrensbök, Scharbeutz, Lütjensee und Reinbek sowie in der Zentrale in Neumünster unterstützte.

173.412 Hektar Waldfläche in Schleswig-Holstein

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) betreuen 50.000 Hektar der 173.412 Hektar großen Waldfläche Schleswig-Holsteins. Obwohl es das waldärmste Bundesland ist, belegt der Norden auf der Rangliste der laubwaldreichsten Bundesländer Deutschlands den zweiten Platz. Mit Gründung der Forsten als Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) im Jahr 2008 verpflichtete sich das Unternehmen, dem Erhalt und der Erhöhung der Biodiversität sowie dem Wasser-, Klima-und Lärmschutz und dem Erhalt der Erholungsfunktionen der Wälder im Land und ihrer nachhaltigen Nutzung zu dienen.

Die SHLF bewirtschaften die Wälder als zertifizierter Betrieb nachhaltig und naturnah nach strengen ökologischen und sozialen Maßstäben. Der Hauptsitz in Neumünster koordiniert die Geschäftsfelder Holz und Dienstleistungen, Jagd und Wild, Naturschutz, Gemeinwohlleistungen sowie biologische und technische Produktion. 32 Förstereien fungieren als Ansprechpartner vor Ort.

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