Gesundheit

So wird Reinbeker Jürgen-Rickertsen-Haus zum Impfzentrum

Platz und Barrierefreiheit bietet das Jürgen-Rickertsen-Haus an der Schulstraße in Reinbek, das bisher vor allem Vereine und Verbände genutzt haben.

Platz und Barrierefreiheit bietet das Jürgen-Rickertsen-Haus an der Schulstraße in Reinbek, das bisher vor allem Vereine und Verbände genutzt haben.

Foto: Kurt Martens

Kreis zieht ab 14. Dezember ein und bereitet die Räume vor. Bisherige Nutzer wie Senioren und Vereine, sollen Ausweichräume bekommen.

Reinbek.  Zentral und barrierearm: Das Jürgen-Rickertsen-Haus an der Schulstraße in Reinbek eignet sich gut als Impfzentrum. Laut Stadtverwaltung wird der Kreis Stormarn das Haus vom 14. Dezember an beziehen. „Es ist gut, dass wir in Reinbek ein Impfzentrum auf die Beine stellen“, sagt Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer. „Wir wollen alles in Bewegung setzen, damit unsere Bürgerinnen und Bürger möglichst bald wieder etwas Normalität erhalten. So können wir es den Reinbekerinnen und Reinbekern ermöglichen, sich auf kurzem Weg immunisieren zu lassen.“ Nach der Gruppe des medizinischen und des Pflegepersonals wird die Gruppe der Senioren wahrscheinlich als zweite zur Impfung aufgefordert werden.

Das Impfzentrum muss für Ältere gut erreichbar sein

Björn Warmer zeigt aber auch Verständnis für die Senioren und Vereine, die das Haus vorwiegend nutzen und nun auf ihre vertraute Umgebung verzichten müssen. „Für uns ist das in eine Gratwanderung. Zum einen sehe ich die Notwendigkeit eines Impfzentrums und auch, es dort anzusiedeln, wo es Personen fortgeschrittenen Alters gut erreichen können.“

Die Verwaltung ist in ständigem Austausch mit den Verbänden und Vereinen, um ihnen Alternativen anzubieten. Für den Übergang ziehen sie samt Mobiliar und Ausstattung in die Villa Tesch neben dem Rathaus, das Museum Rade sowie die Rathauskantine. Das Jürgen-Rickertsen-Haus ist für viele Reinbeker fußläufig erreichbar. Daneben bietet es reichlich Platz, sodass der Kreis Stormarn seine bisher geplanten drei Impflinien dort umsetzen kann.

Kassenärztliche Vereinigung sorgt für Ärzte und Personal

Wie Andreas Rehberg, Leiter Sicherheit und Gefahrenabwehr beim Kreis Stormarn, erläutert, umfasst jede dieser Impflinien im Ablauf sechs Stationen: Zuerst wird jeder mit einem Termin begrüßt und gefragt, wie es ihm geht. Ist er symptomfrei, kann er sich bei der Anmeldung registrieren lassen. Dann muss er einen Aufklärungs- und Erfassungsbogen ausfüllen. Darauf folgt das Beratungsgespräch mit einem Arzt. Steht die Impftauglichkeit fest, können die Impfempfänger zur eigentlichen Immunisierung weitergehen. „Zum Abschluss bleiben noch etwa 15 Minuten in einem besonderen Wartebereich, um sicherzustellen, dass der Organismus keine direkten Impfreaktionen zeigt“, erklärt Rehberg. Pro Impfbahn sind ein Arzt sowie weiteres medizinisches Personal anwesend. Dafür sorgt die kassenärztliche Vereinigung, Hilfsorganisationen und Bundeswehr unterstützen zusätzlich.

Etwa zehn Tage hat der Kreis Zeit, um noch Räume von Mobiliar und Ähnlichem zu befreien, Trennwände für die Stationen aufzustellen und Räume sowie die EDV für Registrierung und Anmeldung einzurichten. Für die Aufbewahrung des Impfstoffes reichen handelsübliche Kühlschränke, da das Serum täglich von einem zentralen Landesverteilungsstützpunkt gekühlt angeliefert werde.

Impfstoff-Verteilung orientiert sich an Bevölkerungszahl

„Vom 15. Dezember an werden wir betriebsbereit sein“, sagt Rehberg. Ob wir dann tatsächlich beginnen können, hängt davon ab, wie viel Impfstoff es gibt. Bisher ist ja noch kein Impfstoff tatsächlich zugelassen.“ Wie viel Vakzin tatsächlich bereitstehen werde, sei daher noch ungewiss. Es gibt einen Prozentschlüssel, der sich an der Bevölkerungszahl orientiert. In Stormarn werden die Impfungen laut Rehberg in der Jugendherberge Bad Oldesloe beginnen, weil der Kreis dort bereits am Freitag mit den Vorbereitungen starten konnte.

Vom 1. bis 31. Juli 2021 richtet Reinbek das Jürgen-Rickertsen-Haus für Vereine und Verbände wieder her. Reinbeks Seniorenbeauftragter Christoph Biedenweg sagt: „Gerade weil uns die Arbeit mit den Seniorinnen und Senioren so am Herzen liegt, sehen wir die Chance: Je früher diese Gruppe geimpft ist, desto früher können sie auch wieder zurück ins alltägliche Leben.“