Besonderes Jubiläum

Charlotte Ommerborn feiert ihren 100. Geburtstag in Reinbek

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Stephanie Rutke
Charlotte Ommerborn hat allen Grund zum Feiern: Sie wird 100 Jahre alt.

Charlotte Ommerborn hat allen Grund zum Feiern: Sie wird 100 Jahre alt.

Foto: Stephanie Rutke

Geboren ist die Jubilarin am 13. November 1920 in Niederbayern. Auch im hohen Alter lebt sie noch eigenständig und mit Genuss.

Reinbek. Wenn am 13. November bei Familie Ommerborn im Krabbenkamp die Champagnerkorken knallen, hat das einen ganz besonderen Grund: Charlotte Ommerborn feiert ihren 100. Geburtstag. Die Jubilarin lebt zwar in Berlin, wurde aber schon vor einer Woche von ihrem Sohn Joachim Ommerborn und einem guten Freund mit dem Auto abgeholt und zur Familie nach Reinbek gebracht.

Charlotte Ommerborn ist das dritte von vier Kindern

Wegen der aktuellen Situation muss die Feier zwar anders stattfinden, als geplant, aber das stört sie nicht. Bestens gelaunt sitzt Charlotte Ommerborn im Wohnzimmer auf dem Sofa und erzählt aus ihrem langen Leben.„Geboren bin ich am 13. November 1920 in Oberzwieselau in Niederbayern“, berichtet sie. Obwohl sie seit 70 Jahren in Berlin lebt, ist ihr bayerischer Akzent doch unüberhörbar.

Charlotte Ommerborn ist das dritte von vier Kindern. Ihre beiden Brüder und ihre Schwester leben nicht mehr. „Unser Vater hat als Gutsverwalter im Schloss Oberzwieselau gearbeitet“, erinnert sie sich. Die Familie hat dort in einem Nebengebäude gelebt. Nach dem Abschluss der Mittelschule hat Charlotte Ommerborn eine Lehre bei der Post gemacht. „Dort habe ich auch meinen Mann Hans kennen gelernt“, erzählt sie. Mitten im Zweiten Weltkrieg hat das junge Paar 1943 geheiratet. Die beiden Söhne Hans-Jürgen und Joachim kamen 1943 und 1948 in Niederbayern zur Welt.

Seniorin hat einen Tagesablauf mit festem Programm

Heute ist Charlotte Ommerborn stolze Oma von zwei Enkeln und zwei erwachsenen Urenkelinnen. Anfang der 50er Jahre zog die Familie um nach Berlin, weil Hans Ommerborn dort bei der Eisenbahn und später beim Finanzamt gearbeitet hat. „Seitdem wohne ich in Berlin“, erzählt sie. Sie lebe alleine in einer schönen Wohnung in Tempelhof und kommt dort noch gut zu recht. Liebe Bekannte und Familienmitglieder versorgen sie und eine Haushaltshilfe kommt regelmäßig.

Auch mit 100 Jahren hat die Seniorin einen Tagesablauf mit festem Programm. „Ich schlafe gerne ein bisschen länger“, verrät sie und ergänzt mit einem verschmitzten Lachen: „Das war schon so, als ich noch jung war.“ Während der Kaffee in der Maschine kocht, geht sie ins Bad, dann bereite sie sich ganz gemütlich ihr Frühstück zu. „Manches fällt zwar etwas schwerer und dauert länger, aber ich komme gut zurecht“, sagt sie zufrieden.

Zurzeit verzichtet Ommerborn auf ihre Café-Besuche

Ein Geheimrezept, wie man mit 100 Jahren noch so fröhlich und fit sein kann, hat Charlotte Ommerborn nicht. „Ich lebe einfach ganz normal und bin glücklich“. Früher sei sie begeistert Ski gefahren und zu Wanderungen im Bayerischen Wald aufgebrochen. Heute erledigt sie kleine Einkäufe immer noch selbst und zu Fuß. Wichtig ist auch, sich selbst etwas Gutes zu tun. Charlotte Ommerborn weiß genau, wie das geht: „Ich muss es mir schön machen als alte Frau“, erklärt sie. Das Mittagessen bestellt sie in einem benachbarten Restaurant und lässt es liefern. „Ich rufe an und frage, was es gibt“. Und weil sie dort lange bekannt ist, weiß der Koch auch, was sie gerne mag. Wenn es ihr einmal nicht so gut geht, wird etwas Leckeres gekocht, was ihr gut bekommt.

Seit coronabedingt die Restaurants und Cafés geschlossen sind, muss Charlotte Ommerborn auf die gelegentlichen Café-Besuche mit einer Freundin verzichten. Eigentlich wollte sich die ganze Familie in großer Runde im Waldesruh am See in Aumühle treffen, um gemeinsam mit der Jubilarin deren Leibgericht zu genießen. „Ich esse sehr gern Gans“, verrät sie. Auf das besondere Festmahl muss sie aber natürlich nicht verzichten. „Wir haben eine Gans bestellt und werden sie zu Hause essen“, sagt ihre Schwiegertochter Renate Ommerborn. Nur einen Wunsch hat die 100-Jährige: „Dass es mir weiterhin so gut geht.“

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