Schnittstelle

Reinbek hat einen neuen Seniorenbeauftragten

Christoph Biedenweg ist neuer Seniorenbeauftragter in Reinbek. Er ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und den Senioren, Ehrenamtlichen, Senioreneinrichtungen und dem Senioren- und Behindertenbeirat.

Christoph Biedenweg ist neuer Seniorenbeauftragter in Reinbek. Er ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und den Senioren, Ehrenamtlichen, Senioreneinrichtungen und dem Senioren- und Behindertenbeirat.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Christoph Biedenweg ist jetzt Ansprechpartner für Menschen ab 60 Jahren. Er ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und den Senioren.

Reinbek. Neu einrichten muss sich Christoph Biedenweg nicht, als Sozialarbeiter für Wohnungslose sitzt er bereits seit Juni vergangenen Jahres im Rathaus. Nur den Zettel an seiner Bürotür musste er aktualisieren: Seit Mitte des Monats ist der 42-Jährige in Vollzeit Seniorenbeauftragter der Stadt Reinbek.

Seinen langjährigen Vorgänger Siegfried Harms, der noch weit übers Rentenalter hinaus für die Verwaltung im Einsatz gewesen ist, löst er in einer schwierigen Zeit ab. Eines der größten Themen bei den Senioren ist, so weiß er, ist die Einsamkeit. „Gerade jetzt, krisenbedingt“, sagt Christoph Biedenweg.

Reinbeks neuer Seniorenbeauftragter arbeitet seit Juni 2019 im Rathaus

Seit Monaten ist der Betrieb in den Einrichtungen der Stadt eingeschränkt. Nur vereinzelt hatten sich etwa Schach- und Spieleclubs im Jürgen-Rickertsen-Haus oder in der Begegnungsstätte Neuschönningstedt getroffen. In seinen ersten Wochen im Dienst hatte Biedenweg sich damit beschäftigt, in welchem Rahmen Veranstaltungen für Senioren stattfinden können. „Ich fürchte, dass es zur Zeit nicht gut aussieht“, gesteht der Sozialpädagoge.

Ältere Damen, die gerne in Gemeinschaft häkeln oder eine Tasse Tee trinken möchten, würde Christoph Biedenweg dennoch gerne zusammenbringen. Er denkt über Kontaktbörsen, aber in dieser schwierigen Zeit auch über digitale Lösungen nach. Abseits der Pandemie habe Reinbek durch seine verschiedenen Einrichtungen jedoch viel zu bieten. „Es geht mir auch darum, Senioren zu motivieren und ihnen Mut zu machen, die Angebote anzunehmen“, sagt Biedenweg.

Christoph Biedenweg wirbt für neue Wohnformen

Weitere Themen, die der Seniorenbeauftragte auf dem Zettel hat: Altersarmut, Infrastruktur, Digitalisierung und der Mangel an Wohnungen und Heimplätzen. Wie Bürgermeister Björn Warmer erklärt, sei es Biedenwegs Aufgabe, die Bedarfe der Senioren im Rathaus zu artikulieren, beispielsweise auch bei künftigen Bauprojekten.

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Biedenweg wirbt auch für neue Wohnformen, etwa nach dem sogenannten Bielefelder Modell: „Wenn Jung und Alt zusammenleben, können Synergieeffekte entstehen“, meint er. Das Modell war bereits politisch diskutiert worden und kommt auch beim Senioren- und dem Behindertenbeirat gut an. Christoph Biedenweg will im Dialog mit den Menschen an einer seniorengerechten Entwicklung Reinbeks mitwirken. „Ich möchte die Nöte und Sorgen der Senioren aufnehmen und ihnen individuell Unterstützung anbieten“, erklärt er.

„Stelle des Seniorenbeauftragten ist fast ein Alleinstellungsmerkmal für Reinbek“

Björn Warmer freute sich am Donnerstag, Christoph Biedenweg als Seniorenbeauftragten vorzustellen. Eine solche Stelle sei in anderen Kommunen nicht üblich, „beinahe ein Alleinstellungsmerkmal für Reinbek“, erklärte er. Biedenweg sei die Schnittstelle zu einer „Bevölkerungsgruppe, die hier ganz schön groß ist.“ 9000 Senioren, also Menschen die 60 Jahre und älter sind, leben derzeit in der Stadt. Die aktuelle Einwohnerzahl: 28.178.

Für sie hat Christoph Biedenweg, der mit seiner Frau und zwei Kindern in Kröppelshagen lebt, immer ein offenes Ohr. Erreichbar ist er telefonisch unter der Nummer 040/72 75 02 64 oder per E-Mail an christoph.biedenweg@reinbek.de.