Runter vom Gas

Hamburger Straße: Anwohner werden kreativ gegen Autoraser

Kreativ gegen Raser: Vor einem Einfamilienhaus an der Hamburger Straße steht diese Tempo-50-Mülltonne, gekleidet mit Warnweste.

Kreativ gegen Raser: Vor einem Einfamilienhaus an der Hamburger Straße steht diese Tempo-50-Mülltonne, gekleidet mit Warnweste.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Anwohner ärgern sich über Autoraser auf der Hamburger Straße. Laut Polizei ist dieser Bereich aber kein Raserschwerpunkt in Reinbek.

Reinbek. Anwohner der Hamburger Straße haben anscheinend genug von Rasern. Zumindest eine kreativ gestaltete Tempo-50-Tonne mit angebrachter Warnweste setzt ein deutliches Zeichen: Runter vom Gas. Auf Höhe des Erdbeerhäuschens vom Hof Lohbrügge grüßt diese Mülltonne seit Kurzem die vorbeischnellenden Autofahrer.

Anwohner wünschen Tempo 30 auf Hamburger Straße

Wer genau hier ein Zeichen gegen Raser setzt, war am Mittwoch für die Redaktion nicht herauszufinden. Ein Nachbar ein paar Häuser weiter befürwortet die Aktion zumindest. Er wünscht sich sogar Tempo 30 für die Hamburger Straße. Durch die Seniorenresidenz schalle der Lärm besonders in seine Wohnräume. Landwirt Hans-Jörg Carstensen, dessen Erdbeerhäuschen und Acker direkt an der Hamburger Straße liegen, kann den Lärmfaktor nachvollziehen. „Es ist eine große Straße mit viel Verkehr. Aber ich finde nicht, dass hier gerast wird“, sagt er. Auch beim Auffahren mit dem Trecker gebe es nie Probleme oder Gefahrensituationen.

Die Leiterin der Seniorenresidenz Ines Schomburg erklärt auf Anfrage, ihre Vorgängerin habe vor einigen Jahren eine Fußgängerampel auf Höhe der Residenz bei der Stadtverwaltung angeregt. „Ich halte eine Ampel gerade für die Älteren für sinnvoll, einige fahren hier schon schnell“, erklärt Ines Schomburg. Doch hauptsächlich würden die Anwohner der Seniorenresidenz über den Haupteingang an der Bogenstraße in die Stadt spazieren.

Polizei sieht Hamburger Straße nicht als Raserschwerpunkt

Die Polizei in Reinbek sieht die Hamburger Straße nicht als Raserschwerpunkt. Dieser liege vielmehr in Tempo-30-Zonen wie etwa am anliegenden Glinder Weg oder an der Hermann-Körner-Straße, erklärt ein Reinbeker Polizeibeamter. Bei regelmäßigen Kontrollen liege zudem der Fokus auf Straßen an Schulen und Kitas. Mindestens einmal pro Woche würden die Beamten mit einem Lasermessgerät Geschwindigkeitsmessungen vornehmen. „In der Regel stellen wir leichte Verstöße fest“, erklärt die Polizei. Diese würden bei 10 bis 15 km/h liegen. Innerorts in Tempo-30-Zonen sind dann Bußgelder von 15 oder 25 Euro fällig.

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Die Polizei in Reinbek erklärt, auch auf telefonische und schriftliche Anregung von Anwohnern hin bestimmte Gebiete ins Visier zu nehmen. Für die Hamburger Straße würden jedoch derzeit keine Beschwerden eingehen.