Aus der Vereinswelt

Reinbek und seine Stadtteile gibt es nun in einem Bildband

725 Jahre Reinbek werden 1963 bei einem Schützenumzug gefeiert. Kapelle, Schützen und Anwohner ziehen durch die Bergstraße in Richtung Landhausplatz.

725 Jahre Reinbek werden 1963 bei einem Schützenumzug gefeiert. Kapelle, Schützen und Anwohner ziehen durch die Bergstraße in Richtung Landhausplatz.

Foto: Geschichts- und Museumsverein Reinbek / BGZ

In 150 historischen und weitgehend unveröffentlichten Fotos widmet sich der Geschichts- und Museumsverein der Historie Reinbeks.

Reinbek. Die Geschichte der Stadt Reinbek ist so vielfältig wie ihre Stadtteile es sind. Und wer in die Historie einsteigt, der kommt nicht umhin, 780 Jahre zurückzublicken, zur Entstehung des Klosters. „Man versteht Reinbek nicht, wenn man nicht weiß, dass es ein Kloster gegeben hat und das Schloss mit Amtssitz“, sagt die Vorsitzende des Geschichts- und Museumsvereins, Gisela Manzel. Ebenso ist die Geschichte Reinbeks eng mit der Kaltwasserheilanstalt „Sophienbad“, dem Bahnhof und dem St. Adolf-Stift verwoben. Der Museumsverein gibt all jenen, die ihre Stadt kennenlernen, und jenen, die in Erinnerungen schwelgen möchten, seinen neu erschienenen Bildband „Reinbek – Die Stadtteile in historischen Fotografien“ an die Hand.

Heimat- und Geschichtsverein Reinbek bringt Bildband heraus

Stundenlang und über Monate hinweg sichtete die Vereinsvorsitzende Gisela Manzel die Tausenden Fotografien im Vereinsarchiv sowie aus privaten Sammlungen. Ihr Anspruch: 150 Motive finden, die weitgehend unveröffentlicht sind und die zum Erinnern und Wiederentdecken einladen. Manzel will sowohl Alteingesessene als auch junge Reinbeker und Zugezogene neugierig machen, sich mit ihrer Stadt auseinanderzusetzen.

Der Sutton Verlag war an die Vorsitzende des Geschichtsvereins herangetreten. Viele wollen nicht nur im Internet recherchieren, sie wollen die Geschichte in den Händen halten, weiß Gisela Manzel. Und so machte die Reinbekerin sich Ende vergangenen Jahres ans Werk.

„Es ist kein Lesebuch“, erklärt sie. Dennoch bleibt auf den 121 Seiten Platz für einen Ritt durch die Geschichte: Von der ersten Nennung Reinbeks 1238, zum Bau des Schlosses zwischen 1572 und 1576, der neuen Bahnverbindung und der stetig dichteren Besiedlung. Die Stadtteile stellt Manzel im Kurzporträt vor. Durch rote Punkte auf Stadtkarten wissen die Leser, wo sie sich befinden, aktuelle Fotos sorgen für den Wiedererkennungseffekt.

Rares Foto: Beobachtungspunkt zur Landvermessung auf dem Klingeberg

Eines von Gisela Manzels Lieblingsfotos haben garantiert nur die wenigsten zu Gesicht bekommen: Den Vermessungsturm auf dem Klingeberg. Er diente als Beobachtungspunkt der Landvermessung. „Mit seinen Koordinaten und seiner Vermarkung bildete er eine wesentliche Grundlage für die Geodäsie und Kartografie“, erläutert Manzel im Bildband. Bis 1950 stand der Turm auf dem höchsten Punkt des Klingebergs. „Ich habe erst angezweifelt, dass das Foto tatsächlich in Reinbek entstanden ist und selbst recherchiert“, sagt die Vorsitzende.

Gisela Manzel sperrt sich vorm Lamentieren über Veränderung. Ihr ist es vielmehr ein Anliegen, die Erinnerung an Reinbek, wie es einmal war, aufrechtzuerhalten. Und Dialoge zu schaffen. „Schau mal, da arbeiten Menschen in Schönning­stedt mit Pferden auf dem Acker. Wie war das eigentlich damals?“, könnte beispielsweise ein Satz sein, den Enkel ihre Großeltern beim gemeinsamen Blättern fragen.

Bildband jetzt in allen Buchhandlungen erhältlich

Der Bildband ist in Buchhandlungen für 19,99 Euro erhältlich. Gisela Manzel bedankt sich für die tatkräftige Unterstützung zweier Vereinskolleginnen, die nicht namentlich genannt werden möchten.