Verkauf

Reinbek profitiert von Rowohlt-Nachfolgern – und Wentorf?

Geschäftsführer der Buhck Gruppe Dr. Henner und Thomas Buhck vor dem Anbau zur Straße Völckers Park. Dort wollen die Brüder das denkmalgeschützte Gebäude um ein Stockwerk erweitern und den Bestand sanieren.

Geschäftsführer der Buhck Gruppe Dr. Henner und Thomas Buhck vor dem Anbau zur Straße Völckers Park. Dort wollen die Brüder das denkmalgeschützte Gebäude um ein Stockwerk erweitern und den Bestand sanieren.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Die Firmen Buhck und Pipping ziehen ins ehemalige Verlagshaus: Was die Bürgermeister der beiden Kommunen sagen

Reinbek/Wentorf. Seit März vergangenen Jahres stehen die ehemaligen Rowohlt-Immobilien am Völckers Park in Reinbek leer. Dass nach dem Umzug des Traditionsverlags nach Hamburg nun mit der Buhck Holding und den Inhabern von Pipping Immobilien Käufer gefunden wurden (wir berichteten), freut Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer. Für die Stadt ist es ein großer Gewinn.

„Dass Rowohlt Reinbek verlassen hat, war für uns kein Thema der Zahlen, sondern eines der guten Nachbarschaft und des Renommees“, sagt Warmer. Die Stadt habe der Leerstand einer „besonderen Immobilie in besonderer Lage“ sehr beschäftigt. Die schwierige Suche nach einem neuen Interessenten hatte er genau beobachtet. Nun ist die Stadt „hocherfreut und sehr glücklich, dass Buhck nach Reinbek kommt“. Der Verwaltungschef sagt: „Es ist nicht irgendein Unternehmen, sondern eines, das bodenständig und in der Region zu Hause ist sowie nachhaltig wirkt.“

Wentorfs Bürgermeister bedauert den Wegzug der Unternehmen

Auch der zweite Käufer ist hochwillkommen. Die Inhaber der Pipping Immobilien GmbH planen am ehemaligen Reinbeker Verlagsstandort einen Unternehmercampus und wollen selbst mit einem Großteil der 67 Mitarbeiter in den Rowohlt-Altbau einziehen. Warmer hält diese Mischnutzung auf dem Areal für sehr attraktiv. „Ich schiele hier auch auf das Café“, so der Bürgermeister. Die Idee schwebe ihm auch seit geraumer Zeit vor, sei eine gute Erweiterung für Reinbek.

Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen bedauert den Wegzug der beiden Unternehmen, vor allem Buhck sei ein alteingesessenes Wentorfer Unternehmen. Doch finanziell werde dies die Gemeinde nicht in große Schwierigkeiten bringen. Der Bürgermeister sieht Wentorf gut aufgestellt. Die Gemeinde sei längst nicht mehr abhängig von großen Playern wie dem heute wankenden Unternehmen Sanrio („Hello-Kitty“). Und so muss Wentorf auch nicht auf die Steuereinnahmen durch Buhck setzen. „Da Buhck mit dem gesamten Firmengeflecht weitgehend nicht mehr in Wentorf sitzt, ist die Annahme eines hohen Gewerbesteuerverlusts nicht richtig“, sagt Dirk Petersen. Er sieht die große frei werdende Fläche am Südring als Chance: Hallen und Büroräume will Buhck vermieten, dabei eng mit der Gemeinde zusammenarbeiten. Bislang gibt es laut Geschäftsführer Dr. Henner Buhck allerdings noch keine Mieter. Man müsse erst die Baugenehmigung für eine Aufstockung in Reinbek abwarten.

Für Wentorf sei laut Petersen zudem interessant, wie die im August frei gewordene Gewerbefläche des insolventen Autohauses Wichert künftig genutzt werden könne. Was Pipping angehe, so habe das Unternehmen erst in diesem Jahr Gewerbesteuer in Wentorf angemeldet. „Wir hätten uns sicherlich gefreut, hätte Pipping seinen Hauptsitz in Wentorf aufgeschlagen. Aber die Entscheidung ist anders ausgefallen und das respektieren wir“, erklärt der Wentorfer Bürgermeister.

Auch Reinbek sieht sich breit aufgestellt

Auch Reinbeks Verwaltungschef ist froh über die breite Aufstellung mit verschiedenen Branchen in der Stadt: „Wir brauchen aber natürlich noch mehr Stabilität. Deshalb bemühen wir uns auch um weitere Gewerbeflächen.“ Zu nennen sei die geplante Gewerbegebietserweiterung in Schönningstedt (Haidland) sowie das gemeinsame Gewerbegebiet mit Witzhave an der Autobahn 24. „Das Areal befindet sich in einem nicht zu entwickelnden Bereich, deshalb müssen wir Bedarf beim Land anmelden. Bis zur Umsetzung sind es sehr viele Schritte“, erklärt Warmer.