Aumühle

Anja Will lebt Kunst – und lässt sie erleben

Künstlerin Anja Witt hat zum Thema „Schwebezustand“ das Bild „Slow Motion“ gemalt.

Künstlerin Anja Witt hat zum Thema „Schwebezustand“ das Bild „Slow Motion“ gemalt.

Foto: Stephanie Rutke

Malerin Anja Witt öffnet an diesem Wochenende die Türen ihres Ateliers in Aumühle. Sie fand einen eigenen Weg durch die Corona-Zeit.

Aumühle.  Die Malerin Anja Witt öffnet an diesem Wochenende die Türen ihres Ateliers an der Großen Straße 16 für Besucher. An beiden Tagen können hier von 11 bis 18 Uhr Werke besichtigt und Atelier-
atmosphäre genossen werden.

Anja Witts Thema ist das Meer mit all seinen Prozessen im Wasser, die sie in großformatigen Acrylbildern zeigt. Künstler haben es besonders schwer in der Corona-Zeit. „Ich wurde richtig durchgeschüttelt“, erzählt Anja Witt. Vier lange geplante Ausstellungen wurden abgesagt, ihre Kurse musste sie bis Juni absagen.

Zum Glück gibt es noch ein drittes Standbein: Seit 2004 vermietet t Anja Witt ihre Werke.. Diese Idee nutzen zum Beispiel Hotels, aber auch Kanzleien oder Firmen. „Ich mache dem Kunden Vorschläge, sehe mir die jeweiligen Räume an und gucke, welches Werk hier Sinn macht“, erläutert die Künstlerin ihr Konzept. Und das kommt an: Im Atlantic Hotel in Lübeck hängen ihre großformatigen Bilder seit mehr als zehn Jahren.

Die Idee der Vermietung bietet viele Vorteile. „Am besten ist es, wenn die Mitarbeiter in einem Unternehmen diese Idee mittragen“, weiß die Künstlerin. Die Bilder lösen Diskussionen aus und sind weit mehr als nur Deko für die Wand. Wenn ein Werk nicht mehr gefällt oder ein Umzug ansteht, kann es getauscht werden.

In der Corona-Pause die Zeit zum Malen genutzt

Trotz der Ausnahmesituation ist Anja Witt gelassen geblieben und hat in den vergangenen Monaten die Zeit genutzt und viel mehr am Stück gemalt. „Im Sommer ist meist wenig los, daher kenne ich solche Phasen“, sagt sie. Und freut sich, dass Sammler ihr weiterhin die Treue halten und ihre Bilder kaufen.

Anja Witt gibt regelmäßig Kurse, veranstaltet Workshops und bietet Mappenbegleitung für angehende Kunststudenten an. Vieles davon war in den vergangenen Monaten nicht möglich.

Andere Kreative wie Musiker konnten auf Onlinekurse setzen. „Das funktioniert mit der Malerei nicht“, weiß die Künstlerin. Eine der geplanten Ausstellungen hat der Galerist ins Netz verlagert. Das ist zwar eine Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, kommt aber der realen Situation in der Galerie nicht nahe. „Kunst muss man leben, erleben und über die Kunst sprechen“, sagt sie, „Bilder korrespondieren miteinander.“

Nächste Ausstellung bereits in Vorbereitung

Dazu haben die Besucher am Wochenende in ihrem Atelier in der Großen Straße Gelegenheit. Anja Witt wird ihre großformatigen Acrylbilder präsentieren, die Motive und ihre Arbeitsweise erklären. Die Besucher müssen eine Mund-Nasen-Maske tragen.

Die nächste Ausstellung ist bereits in Vorbereitung. Unter dem Motto „Meeresrauschen“ zeigt Anja Witt zusammen mit Monika Hahn (Objekte) ihre Arbeiten von Montag, 28. Oktober, bis zum 7. November im Kunstforum der GEDOK in Hamburg, Koppel 66/Lange Reihe 75.