Masterplan

Ideen für das neue Reinbeker Sportzentrum gesucht

Thomas Fleckenstein, neuer Vorsitzender des JSK-Ausschusses, und Heidrun Tacke (beide Forum 21) wollen eine Diskussion über die neue Sportanlage zwischen Ohe und Neuschönningstedt anstoßen Tamm

Thomas Fleckenstein, neuer Vorsitzender des JSK-Ausschusses, und Heidrun Tacke (beide Forum 21) wollen eine Diskussion über die neue Sportanlage zwischen Ohe und Neuschönningstedt anstoßen Tamm

Foto: Susanne Tamm

Forum 21 will Diskussion für Masterplan in der Politik und der Bevölkerung anstoßen.

Reinbek. Ein Kunstrasenplatz, eine Dreifeldhalle und ein Vereinsheim stehen ganz oben auf der Liste des SC Voran Ohe für die neue Sportanlage. Vor einem Jahr haben die Stadtverordneten den Aufstellungsbeschluss für das neue Sportzentrum auf dem Gelände an der Ecke Haidkrugchaussee/Am Sportplatz gefasst. Jetzt möchte die Wählergemeinschaft Forum 21 das Projekt inhaltlich vorantreiben. Parallel wird der Flächennutzungsplan für die bisherige landwirtschaftliche Fläche geändert.

Heidrun Tacke und Thomas Fleckenstein werben bei den anderen Fraktionen darum, einen Masterplan für das Freizeit- und Sportzentrum Am Sportplatz zu aufzulegen. „Laut Verwaltung sind die Ausschreibungen in Arbeit“, sagt Heidrun Tacke, die gerade ihr Mandat zugunsten der nächsten Generation in ihrer Wählergemeinschaft niedergelegt hat und auch als Vorsitzende des Jugend-, Sport- und Kulturausschusses (JSKA) scheidet. „Aber wir haben die Befürchtung, dass im Moment noch nicht so viel passiert. Deshalb stoßen wir das Thema wieder an und beantragen im nächsten JSKA, das Konzept für die Sportanlage anzupacken“, erläutert sie.

„Wir müssen uns klar darüber sein, was dort passieren soll“

Thomas Fleckenstein, den die Stadtverordneten gerade zum neuen Vorsitzenden des JSKA gewählt haben, sagt: „Alle freuen sich, dass endlich etwas passieren soll, aber wir müssen uns klar darüber sein, was dort passieren soll.“ Die verschiedenen Bedarfe seien zwar im Sport- und Entwicklungsplan der Stadt festgehalten worden. „Aber die Bevölkerung wächst und mit ihr verändern sich auch die Wünsche und Bedürfnisse.“ Von einer Verzögerung könne man allerdings nicht sprechen, weil es noch keinen Zeitplan gebe.

Heidrun Tacke fügt hinzu: „Die Bedarfe des FC Voran Ohe sind hinlänglich bekannt, die hat der Vereinsvorstand der Politik vorgestellt. Wir sollten aber auch den Tennisclub Schönningstedt berücksichtigen – allein wegen der räumlichen Nähe. Außerdem hat die Corona-Zeit gezeigt, dass uns auch Grün- und Spielflächen für jedermann fehlen. Deshalb sollten wir auch eine Mehrzweckfläche mit viel Grün für den Jedermannsport integrieren.“

Weitere Punkte, die in das Gesamtkonzept einfließen sollten, seien Barrierefreiheit, die Nutzung regenerativer Energien, etwa für Heizung und Strom, sowie die Rückhaltung von Regenwasser. „Da der Niederschlag immer häufiger als Starkregen runterkommt, sollten wir das nutzen“, ergänzt Heidrun Tacke.

Die Projekte im Masterplan sollten keinesfalls alle gleichzeitig umgesetzt werden“, betont Heidrun Tacke: „Wir wissen, der Kunstrasenplatz und die Dreifeldhalle werden dringend benötigt. Auch die Schulen brauchen Hallenzeiten.“ Thomas Fleckenstein bekräftigt: „Wir als Forum21 haben noch keinen fertigen Masterplan. Wir wollen mit unserem Antrag nur die Diskussion anstoßen. Alle haben Meinungen und Wünsche, die aber noch nicht zusammengeführt worden sind.“

Nicht alle Wünsche könnten auf einmal realisiert werden

Auch der Begriff Masterplan sei nicht in Stein gemeißelt. Klar sei, dass nicht alle Wünsche auf einmal realisiert werden könnten. „Das kann nur schrittweise gehen“, stellt Thomas Fleckenstein fest. „Aber wir wollen im Blick behalten, was noch umgesetzt werden soll. Nicht, dass es später heißt: Für eine Mehrzweckfläche ist jetzt leider kein Platz mehr da.“

Eine Bürgerbeteiligung sei momentan wegen der Pandemie zwar schwierig, langfristig möchten die Mitglieder der Wählergemeinschaft jedoch, dass auch die Wünsche der Bürger mit in den Masterplan einfließen. „Bei einem Projekt dieser Größe wäre das wichtig“, sagt Thomas Fleckenstein. Diese Beteiligung zu moderieren, traut Forum 21 durchaus der Verwaltung zu. „Eigentlich müsste die Verwaltung das können. Es gibt schließlich Normen für Sportanlagen, das ist nichts Neues.“ An der Kompetenz fehle es nicht, möglicherweise aber an der Zeit. „Da muss die Verwaltung uns eine Rückmeldung geben“, sagt Thomas Fleckenstein.

Was die Finanzierung angeht, sind Heidrun Tacke und Thomas Fleckenstein entspannt: „Der Vorteil eines Masterplans wäre doch, dass wir eine mittelfristige Finanzplanung machen könnten“, erklärt die scheidende JSKA-Vorsitzende. Und ihr Nachfolger ergänzt: „Das müsste doch im Interesse aller sein. Denn was ich vorher weiß, ist besser planbar.“ Von einer Gegenfinanzierung, wie sie zuerst durch den Verkauf des heutigen Vereinsgeländes als Bauland in der Rede war, will er nichts hören: „Die Finanzierung des Sports ist eine zentrale kommunale Aufgabe. Da muss nichts gegenfinanziert werden“, sagt er. „Selbstverständlich, müssen wir gucken, was wir uns leisten können.“

Für eine Wunschliste sollte man eine Rangfolge festlegen. „2020 jedoch wird die Stadt für dieses Vorhaben noch keinen Euro ausgeben müssen“, betont er. Seine Vorgängerin sagt: „Außerdem nagt die Stadt nicht am Hungertuch. In den vergangenen Jahren gab es immer Millionen Euro an Überschüssen. Dieses Jahr ist vielleicht alles etwas anders. Das müssen wir abwarten.“

Pachtvertrag gerade verlängert

Nils Digel, Vorstandsvorsitzender und Clubtrainer des Tennisclubs Schönningstedt mit etwa 150 Mitgliedern, sagte Freitag: „Wir haben allen Fraktionen immer unsere Gesprächsbereitschaft signalisiert.“ Allerdings hat der Verein gerade seinen Pachtvertrag für die Hans-Geiger-Straße 12 für die nächsten 30 Jahre verlängert. Und damit ist er auch zufrieden: „Wir haben hier eine wunderschöne Anlage“, sagt Nils Digel.

Der FC Voran Ohe mit insgesamt etwa 1050 Mitgliedern wünscht sich hingegen die Verlagerung von seiner baufälligen Anlage auf die wesentlich größere Fläche, vor allem aber die Dreifeldhalle, sehnlichst herbei. „Ich kann schon verstehen, dass unsere Mitglieder für ihre Beiträge auch ordentliche Rahmenbedingungen erwarten“, sagt Marco Luther, Vize des FC. Klar sei dem Verein aber auch, dass die Anlage für einen größeren Nutzerkreis als nur für die Mitglieder sei.

Nach Forum 21 sind jetzt zuerst die anderen politischen Fraktionen gefragt, die alle den Antrag erhalten haben. „Alle haben selbstverständlich ihre Vorstellungen“, sagt Fleckenstein. „Sie können sich schon Gedanken darüber machen, was ihnen wichtig ist.“

Die nächste Sitzung des Jugend-, Sport- und Kulturausschusses ist am Dienstag, 8. September, um 19.30 Uhr im Sachsenwald-Forum (Hamburger Straße 4-8).