Bürgermeisterwahl

Björn Warmer hofft auf hohe Wahlbeteiligung in Reinbek

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Ann-Kathrin Schweers
Björn Warmer wirbt auf insgesamt 60 Plakaten für die Bürgermeisterwahl am Sonntag. In den einzelnen Stadtteilen verteilte er per Hand und mit der Hilfe seiner Frau und seines Sohns zahlreiche Flyer.

Björn Warmer wirbt auf insgesamt 60 Plakaten für die Bürgermeisterwahl am Sonntag. In den einzelnen Stadtteilen verteilte er per Hand und mit der Hilfe seiner Frau und seines Sohns zahlreiche Flyer.

Foto: Harald Prädel

22.673 Wahlberechtigte haben am Sonntag Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben. Warmer berichtet von seinem corona-konformen Wahlkampf.

Reinbek. Auf dem Rad, an seinem „Stand mit Abstand“ (auf dem Wochenmarkt) und auf eine Tasse Kaffee im Garten: Björn Warmers (SPD) Wahlkampf war anders, er war corona-konform. Aber irgendwie war es dann doch ganz klassisch, zumindest auf dem Wochenmarkt. Ob gezielt oder zufällig nach dem Bummel, die Reinbeker nahmen das Angebot gut an, sagt der 45 Jahre alte Verwaltungschef: „Redebedarf gibt es immer.“

Sonnabend steht er noch einmal um 9.30 Uhr an seinem „Stand mit Abstand“ auf dem Wochenmarkt auf dem Täbyplatz. Am Tag darauf wird gewählt: Björn Warmer steht als einziger Bürgermeisterkandidat zur Wahl, will weitere sechs Jahre in der Stadt im Grünen wirken.

„Wahlrecht ist auch Wahlpflicht“

Es waren nicht die großen Baustellen, die die Reinbeker bewegten, als sie in den vergangenen Wochen auf Warmer zukamen. „Häufig waren es die Themen, die bei ihnen vor der Haustür liegen“, sagt er. 14 Reinbeker hatten den Bürgermeister auch in ihre Gärten eingeladen. „Teilweise waren auch Nachbarn dabei. Wir haben Kaffee getrunken und stundenlang geredet.“

Eine Frage blieb nicht aus: Warum denn eigentlich wählen, schließlich gibt es ja nur den einen Kandidaten? Björn Warmer: „Wahlrecht ist, aus meiner tiefsten Überzeugung, auch Wahlpflicht. Ganz unabhängig davon, wie viele Kandidaten es gibt. Es ist eines unserer wichtigsten Rechte.“

3753 Reinbeker haben per Brief gewählt

Am Sonntag öffnen die neun Wahllokale in Reinbek um 8 Uhr. Dann können die 22.673 Wahlberechtigten ihre Stimme für oder gegen Björn Warmer abgeben. Bis heute um 12 Uhr ist das Einwerfen der Briefwahlunterlagen im Rathaus möglich. Bis Donnerstag Nachmittag waren 3753 Unterlagen bei der Stadt eingegangen. Viele hätten die Möglichkeit genutzt, um sich vor einer Corona-Infektion zu schützen. Aber die Gründe für eine Briefwahl sind vielfältig, weiß der Wahlleiter der Stadt Lennart Fey.

Bei der letzten Bürgermeisterwahl 2014 zählte die Stadt 21.969 Wahlberechtigte, 2847 von ihnen hatten per Brief gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 54 Prozent. Doch damals gab es drei Kandidaten und gleichzeitig lief die Europawahl.

Nur 9 von 16 Wahllokalen sind am Sonntag geöffnet

Dieses Jahr läuft coronabedingt vieles anders: So öffnen nur neun statt 16 Wahllokalen, in manchen könnten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Im Krabbenkamp gibt es Sonntag kein Lokal. Weiterer Grund: Statt sonst 130 bis 150 ehrenamtlichen Helfern sind es Sonntag nur 72. Aufgrund der Sommerferien hatten einige keine Zeit, andere zählen zur Corona-Risikogruppe und sagten deshalb ab.

Helfer wie Wähler sollen bestmöglich geschützt werden. Wie Fey erklärt, kann sich jeder Helfer eine FFP2-Maske und Handschuhe sichern, einfache Schutzmasken wird es vor Ort geben. Der Betriebshof stattet alle Lokale mit Desinfektionsspendern aus. Und pro Wahllokal werden Sonntag statt wie sonst üblich drei, jetzt vier Helfer gleichzeitig Dienst tun. Einer kontrolliert dann am Eingang den Einlass, damit nicht zu viele gleichzeitig ins Gebäude kommen. „Ist der Ansturm zu groß, müssen Wähler draußen warten, wir wollen aber niemandem den Zutritt verwehren“, so Fey. Im Lokal gilt natürlich: Abstand halten. Um das Tragen einer Maske wird gebeten, den Helfern stellt es die Stadt frei.

„Ich erwarte in Demut, was am Sonntag auf mich zukommt“, sagt Björn Warmer. Seine leise Hoffnung: Eine Wahlbeteiligung von 54 Prozent erreichen, so wie 2014.

Seit September 2014 ist Björn Warmer Bürgermeister von Reinbek. Der SPD-Mann lag mit 53,6 Prozent der Stimmen schon im ersten Wahlgang klar vor dem von der CDU unterstützten Jürgen Vogt-Zembol (31,3%) und Lars Bardua (FDP, 15,0%).

Vorgänger Axel Bärendorf hatte auch aus gesundheitlichen Gründen auf die Kandidatur verzichtet Der damals 56-Jährige leitete die Verwaltung seit 2008, war zuvor Bürgermeister in Ammersbek.

Detlef Palm leitete das Reinbeker Rathaus von 1996 bis 2008. Er ist norwegischer Honorarkonsul in Hamburg. Weitere Amtsvorgänger in Reinbek waren Manfred Naumann (1990 bis 1996) und Günther Kock (1972 bis 1990).

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