Verpackungsdesign

Bismarck-Quelle: Abschied von der Perlenglasflasche

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Die Traditionsmarke im neuen Flaschengewand.

Die Traditionsmarke im neuen Flaschengewand.

Foto: Hansa Mineralbrunnen GmbH / segmenta communications GmbH

Unternehmen setzt auf neues Design mit Facettenschliff und neue Größen seiner Traditionsmarke.

Aumühle. Seit 50 Jahren sehen die gläsernen Mineralwasserflaschen der Marke Fürst Bismarckquelle gleich aus und fühlen sich auch gleich an. Nur das Etikett wurde im vergangenen Jahr modernisiert, nachdem das Unternehmen Hansa-Heemann in Rellingen, die Marke vom Nestlé-Konzern erworben hatte. Jetzt wird das Mineralwasser im Aumühler Betrieb in neue Glasflaschen abgefüllt.

In diesem Monat ersetzt Hansa-Heemann die bisherigen Standard-GDB-Glasflaschen für die Fürst Bismarckquelle schrittweise durch Mehrweg-Glasflaschen. Die ersten Flaschen mit der auffälligen Facettenschliffoptik sind bereits im Handel.

Mehrwegkästen in neuer Optik

Außerdem ließ das Unternehmen auch die Fürst-Bismarck-Mehrwegkästen in silberfarbener Metalloptik neu gestalten. Dabei ist die Marke nicht die erste, die sich von der Standardflasche abwendet und eine eigene Optik auf den norddeutschen Markt bringt – Beispiele für ein neues Glasflaschendesign sind etwa die Mineralwasser Magnus (Magnus Mineralbrunnen GmbH) oder Vöslauer (Vöslauer Mineralwasser GmbH).

Die neuen wie die alten Glasflaschen von Fürst Bismarck bedienen dabei einen seit Längerem anhaltenden Trend. Durch den Wunsch nach mehr Klimaschutz werden auch Glasmehrwegflaschen wieder beliebter. Allein im Kerngebiet von Fürst Bismarck, Schleswig-Holstein und Hamburg, stieg ihr Absatz seit 2015 um rund 41 Prozent. Dabei können die neuen Flaschen genauso wie auch die vorigen an allen Pfandrückgabestellen im Handel abgegeben werden. Für den Verbraucher ändert sich durch das neue Design nichts.

Handlichere Flaschen besonders beliebt

Doch nicht allein das Äußere ist neu: Außerdem gibt es jetzt eine Ein-Liter-Glasflasche im Sechserkasten im Sortiment. Die handlicheren Flaschen seien bei vielen Verbrauchern besonders beliebt. Denn der Sechser-Mehrwegkasten mit Mitteltragegriff sei komfortabel und platzsparend. Auch für die kleineren 0,75-Literflaschen wird auf die neuen Kästen umgestellt. Diese seien wie die neuen Flaschen „made in Germany“. Geschäftsführer Volker Büttel begründet den Wechsel von der Perlenflasche, die 1969 von den Mineralbrunnen und der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB) auf den Weg gebracht worden war, zur individuellen neuen Optik: „Wir sind überzeugt, dass es Kunden gibt, die auch bei den kleinen Dingen im Alltag – wie der Wahl der Wasserflasche – Freude an Ästhetik haben und deshalb Produkte des täglichen Gebrauchs oft bewusst nach optischen Aspekten auswählen.“ Daher investiere das Unternehmen in eine neue Glasanlage und neue Gebinde.

Nach wie vor gelte aber: „Neues Design, bewährte Qualität“ für die Traditionsmarke, die laut Firmenlegende aus der Quelle gezapft wird, die vor mehr als 100 Jahren vom preußischen Reichskanzler entdeckt worden war. Laut Hansa-Heemann ist sie immer noch die „meistgekaufte Premium-Mineralwassermarke in Schleswig-Holstein und Hamburg.“ Von der Fürst Bismarck-Quelle würden mehr als 100 Millionen Flaschen pro Jahr verkauft. Konkrete Absatzzahlen seines Produktes will das Unternehmen allerdings nicht nennen.

Unterschiedliche Auswirkungen der Krise

Das neue Gewand der Traditionsmarke falle nun zufällig mit der Pandemie zusammen, während der viele Kunden größere Vorräte kaufen. Volker Büttel, Geschäftsführer der Hansa-Heemann GmbH: „Die Coronakrise wirkt sich unterschiedlich auf Fürst Bismarck als regionalen Marktführer aus. Einerseits gehen die Absätze deutlich zurück, weil etwa Kantinen und Gastronomen geschlossen sind. Andererseits spüren wir durch das veränderte Einkaufsverhaltens der Konsumenten erhöhte Absätze im Lebensmitteleinzelhandel.“ Doch Phasen mit erhöhter Nachfrage träten zum Beispiel auch im Sommer bei höheren Temperaturen oft über mehrere Wochen auf. Das Unternehmen sei logistisch flexibel und versuche, durch Sonderschichten die Produktion sicherzustellen. „Insgesamt zeichnet sich für Fürst Bismarck bisher eine leicht positive Tendenz im Absatz der Marke ab“, sagt Büttel.

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