Reinbek.

Elektro-BMW ist ein Senkrechtstarter

E-Mobilität im Rathaus  Bilanz nach einem Jahr: Elektroflitzer machen das Rennen im Fuhrpark der Stadt

Reinbek.  Dieses Elektroauto schreibt Reinbeker Erfolgsgeschichte. Ein Jahr nachdem die Stadtverwaltung zwei BMW i3 für den kleinen Fuhrpark im Rathaus angeschafft hat, sind alle Mitarbeiter voll des Lobes für die beiden Elektroflitzer. Und schon im vergangenen Herbst rüstete die Stadt mit einem dritten Fahrzeug nach.

„Die Autos sind eine prima Alternative zu unseren bisherigen Benzinern“, sagt Hauptamtsleiter Jürgen Vogt-Zembol. „Wir kommen alle bestens damit zurecht, und auch die Umstellung war nicht schwer. Gerade gestern bin ich zu einem Termin in Bad Oldesloe gefahren, so eine Strecke und zurück ist für die Akkus überhaupt kein Problem.“ Weitere Vorteile: Mit ihren 170 PS sind die Autos flink, sie sind sehr wendig und herrlich leise. „Sie bereiten ein hohes Maß an Fahrfreude“, resümiert Bürgermeister Björn Warmer.

Die Nutzung der drei E-Autos ist in der Stadtverwaltung präzise geregelt: Mit dem einen sind die beiden Politessen der Stadt täglich unterwegs. Das zweite ist ein Pool-Fahrzeug, was bedeutet: Alle Rathaus-Mitarbeiter mit Führerschein können es für Dienstfahrten nach Anmeldung nutzen. Der dritte BMW i3 ist ebenfalls ein Pool-Fahrzeug – allerdings mit prioritärem Zugriff für den Bürgermeister. Benötigt Warmer den Wagen für einen halben oder ganzen Tag nicht, dürfen seine Mitarbeiter hinters Steuer. „Das geht hier dann ganz schnell mit den Belegungen“, bestätigt Heike Weirauch aus seinem Vorzimmer. „Die E-Autos sind bei uns echte Renner.“

Im Dezember 2017 nutzte Reinbek die Gelegenheit, zwei der in der Anschaffung knapp 40.000 Euro teuren Fahrzeuge günstig zu leasen. „Ermöglicht hat uns das die Gebäudemanagement Schleswig Hostein, eine Anstalt des öffentlichen Rechts in Kiel“, erklärt Warmer. Die schickte das Angebot an alle größeren Kommunen in Schleswig-Holstein, und viele griffen zu. Norderstedt schnappte sich gleich zehn von den Elektro-BMW. „Seitdem steht bei Bürgermeister-Treffen häufig ein halbes Dutzend identischer Autos vor der Tür“, beschreibt Björn Warmer. „Da muss man hinterher richtig aufpassen, dass man in den richtigen wieder einsteigt.“

Zwischen 3 und 5 Euro kostet eine Strombetankung für 100 Kilometer. Laut Warmer ist so ein kostengünstiges E-Auto für den kommunalen Bedarf ideal. „Für unser Netzwerk mit Bierdeckel-Größe sind die 250 Kilometer Reichweite genug, und selbst nach Kiel und zurück schafft es der Akku.“ Sollte die Reise einmal noch weiter führen, ist einer der drei Wagen mit einem „Range Extender“ ausgestattet – ein zusätzlicher Benzinmotor mit Neun-Liter-Tank. Der kam aber erst ein einziges Mal zum Einsatz: als Vogt-Zembol einen Termin in Nortorf hatte.

Wenn im Dezember 2019 die Leasingzeit der beiden ersten Autos abläuft, will Warmer auf jeden Fall bei E-Autos bleiben: „Ob wir die jetzigen Fahrzeuge dann kaufen oder Neuwagen leasen, das rechnen wir rechtzeitig durch.“