Finanzen

Antje Pfeiffer: „Reinbek braucht einen Plan B“

Antje Pfeiffer ist seit 2018 in der Kommunalpolitik. Dort kümmert sie sich besonders um das Thema Finanzen.

Antje Pfeiffer ist seit 2018 in der Kommunalpolitik. Dort kümmert sie sich besonders um das Thema Finanzen.

Reinbek. Antje Pfeiffer (CDU), Vorsitzende des Finanzausschusses, plädiert für die Ausweisung neuer Gewerbegebiete.

Reinbek.  Sie ist Reinbeks jüngste Ausschussvorsitzende. In Sachen Bilanzen können Antje Pfeiffer (CDU) allerdings auch „alte Hase“ in der Kommunalpolitik nicht so leicht etwas vormachen. Beim Thema Doppik (steht für doppelte Buchführung in Konten) musste sich die Volkswirtin nicht erst in die komplizierte Materie einarbeiten. Die 32-Jährige, die als Referentin vom CFO (Chief Financial Officer) für eine deutsche Kinokette arbeitet, kann einen Haushalt lesen und sitzt seit Beginn der neuen Wahlperiode dem Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft vor.

„Ich habe Freude an der Politik“

In der Kommunalpolitik ist die gebürtige Reinbekerin im Mai bei den Kommunalwahlen von null auf 100 durchgestartet, hat ihren Wahlkreis gleich direkt gewonnen. „Ich habe Freude an der Politik“, sagt sie, und diesen Enthusiasmus teilen mit ihr viele neue junge Fraktionskollegen, die sich auch schon mal über Whats-App über Themen austauschen.

Mit Kommunalpolitik hatte Antje Pfeiffer schon als Kind Berührungspunkte. Ihr Vater Claus-Peter Pfeiffer war Stadtverordneter. Viele Fraktionskollegen gingen im Haus der Familie aus und ein. „Mich hat letztlich vor allem die Wirtschaftspolitik der CDU überzeugt“, sagt die Christdemokratin, die auch stellvertretende Vorsitzende des CDU-Ortsverbands ist, der aktuell um die 110 Mitglieder zählt.

Lampenfieber vor der ersten Sitzung

„Als Ausschussvorsitzende muss ich natürlich vor allem Neutralität wahren, in die Tagesordnungspunkte einführen und mit der Verwaltung kommunizieren.“ Auch die Beachtung von Regeln und Formalien bei Abstimmungen gehören zum politischen Alltagsgeschäft. „Vor der ersten Sitzung hatte ich deshalb schon ein bisschen Lampenfieber“, gesteht sie.

Und natürlich ist es der Finanzfachfrau bewusst, dass es nicht nur reicht, einen Haushaltsentwurf zu lesen, um die Weichen für eine nachhaltige Finanzpolitik der Stadt zu stellen. „Wir sind keine arme Stadt. Die Einnahmen sind auf Rekordniveau und die Steuereinnahmen sprudeln“, nennt sie beste Voraussetzungen für Finanzpolitiker, aber auch die Risiken. Die Zinsen werden irgendwann wieder steigen und damit der Schuldenberg der Stadt. Haushaltsüberschüsse seien kein Selbstgänger. „Es ist deshalb sinnvoll, einen Plan B in der Tasche zu haben und vor allem ein Augenmerk darauf zu haben, dass die Kosten nicht überall steigen“, sagt Pfeiffer und hat da vor allem die Einnahmen im Blick.

Ausweisung von Gewerbegebieten gewünscht

„Die Gewerbesteuer ist unsere größte Einnahmequelle, und schon ein paar große Zahler, die weggehen, könnten die Stadt finanziell empfindlich treffen“, sagt Pfeiffer, die deshalb für die Ausweisung neuer Gewerbegebiete plädiert. „Wir denken da auch an neue ideale Möglichkeiten, wie zum Beispiel Büchsenschinken mit einer Lage, die die Stadt verkehrstechnisch nicht belasten würde.“

Denn die Aufgaben der Stadt würden wachsen. Zum Beispiel bei der Kinderbetreuung: „Da sind wir längst noch nicht auf dem Niveau, das wünschenswert ist. Das wird ein stetig sich erhöhender Posten sein“, mahnt Pfeiffer. Neben dem dringend notwendigen Ausbau des Schulzentrums stehen der Stadt weitere Millioneninvestitionen bevor, wie zum Beispiel die Sanierung des Rathauses, für die für 2020 Planungskosten vorgesehen sind.

In der Freizeit Pralinen kreieren

Reinbek liegt der jungen Kommunalpolitikerin aber auch jenseits der Finanzen am Herzen. „Hier habe ich meinen Freundeskreis aus Kita-Tagen und nehme mir gern eine Auszeit beim Joggen.“ Außerdem versüßt sie sich die Freizeit auch gern mit selbst gemachten Pralinen. Und Schokolade hilft vielleicht auch in Ausschusssitzungen über das eine oder andere schwierige Thema hinweg.