Wohltorf.

Gemeinsam statt einsam in Wohltorf

Dr. Henning Scherf  Bremens Ex-Bürgermeister spricht über neue Wohnmodelle

Wohltorf.  Wohltorf möchte nicht länger ein Schlafdorf sein. Die kleine Gemeinde möchte ein lebendiges Dorf werden, in dem sich die rund 2300 Einwohner treffen, klönen, füreinander da sind. Der SPD-Ortsverein wünscht sich ein kleines, gemütliches Dorfzentrum am Wohltorfer Bahnhof mit einem Kaufmannsladen, einem Café, einem Raum für Begegnungen. Das Motto: Gemeinsam statt einsam.

Als Ideengeber und Gesprächspartner hat die SPD Wohltorf für den morgigen Freitag Dr. Henning Scherf gewinnen können. Der ehemalige Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen lebt seit 1987 mit Freunden in einer Hausgemeinschaft. Für diese Form des Wohnens und Lebens hatte er sich zusammen mit seiner Frau entschieden, als die drei Kinder das Haus verlassen hatten. Seitdem rührt er für generationsübergreifendes Wohnen ordentlich die Werbetrommel. In Wohltorf am Freitag ab 18 Uhr in der Aula der Grundschule Wohltorf (Alter Knick 22).

Scherfs These: Gemeinden, die diese Form des Zusammenlebens bewusst fördern, haben eine Zukunft. Den Schlüssel für erfolgreiche Konzepte habe auch die Kommunalpolitik in der Hand.

Elke Bentfeld, die den Kontakt zum Referenten hergestellt hat, erhofft sich vom Vortrag auch Impulse für Wohltorf. Derzeit stünden die Chancen gut, dort effektiv etwas zu bewegen. Allein die geplante Modernisierung und Umgestaltung zwischen Bahn und Billtal biete viele Möglichkeiten. Auf die Idee, einen kleinen Kaufmannsladen in Wohltorf als Treffpunkt einzurichten, war sie auf einer Autofahrt durch Stapelfeldt gekommen. Dort gibt es bereits einen Markttreff, ein Konzept, das auch vom Land Schleswig-Holstein finanziell unterstützt wird. Die Idee: Es gibt regionale Produkte, Bildungs- und Gesundheitsangebote, einen Treffpunkt für Jung und Alt mit Kaffee- und Klönecke, einem Veranstaltungsraum für Vereine, Sitzungen und Kurse, die Möglichkeit, gemeinsam Mittag zu essen, oder eine Bücherei.

Viele Menschen sind einsam, kommen mit anderen kaum in Kontakt. „Dagegen muss man etwas tun“, sagt Bentfeld.