Wentorf.

Zum Adventorfer Markt braust auch Weihnachtsmann

Veranstaltung bietet Vereinen Forum und Bürgern Gelegenheit zum Kennenlernen

Wentorf.  Beim 21. Adventorfer Markt stellten die Bücherfreunde Wentorf unzählige Kisten mit Büchern auf die Flure des Rathauses. Ob Krimi, Roman oder Kinderbücher: jedes Werk ging für einen Euro weg. Der kleine Kalle konnte gar nicht genug davon bekommen. Papa Florian Mull hatte es schwer, seinen Sohn von den Bilderbüchern wegzulocken. Auch Anneliese Schmidt, die ihren Rollator zwischen den Kisten hindurchschob, konnte sich kaum entscheiden. Gern hätte die Wentorfer Seniorin ein Buch von Rosamunde Pilcher gekauft. „Aber die sind zu dick und zu schwer, die kann ich nicht mehr halten“, erklärte sie.

Wie gewohnt hatten etwa 45 Gruppierungen, Organisationen, Vereine, Verbände und auch Einzelpersonen – alle aus Wentorf – ihre Stände aufgebaut, um selbst gebastelte oder auch gespendete Dinge zu verkaufen. Die Erlöse des Marktes kommen traditionell einem Wentorfer Projekt zugute, wie Sybille Marks verriet. Sie hat die jährliche Veranstaltung vor 21 Jahren ins Leben gerufen. Damals war sie auch Bürgervorsteherin der Gemeinde. Während sich auf der kleinen Bühne im Foyer Bläsergruppe, Chor der Grundschule, Minisänger aus den Kitas oder auch Zauberkünstler Wittich Wolf ein Stelldichein gaben, düste draußen der Weihnachtsmann auf einer Vespa an.

Im Sitzungssaal waren die Tische gedeckt und luden zum Verweilen bei Kaffee und Kuchen ein, den fleißige Hände gebacken hatten. Der zweite Stock des Rathauses war ganz für die kleinen Besucher reserviert. Hier konnten sie spielen und basteln oder sich am heißen Draht des E-Werks versuchen. Hier stand auch geduldig Amelie Karstens an, die gemeinsam mit den Eltern und Schwesterchen Maja zum ersten Mal den Adventorfer Markt besuchte. „Wir sind neu nach Wentorf gezogen“, berichtete Mutter Svenja Karstens. Die kleine Familie hat vor drei Jahren ein Reihenhaus am Langen Asper bezogen. Fürs beliebte Kinderschminken war Heilpraktikerin Ann Kathrin Wolf-Benecke zuständig.

Wer wollte, konnte mit dem ehemaligen Bürgermeister Holger Gruhnke plaudern. Seine jetzige Funktion: Vorsitzender des Traditionsverbands Panzergrenadierbrigade 16. „Nun vertrete ich eine Tradition, die ich nie gelebt habe“, sagte Gruhnke. „Ich habe nämlich nie gedient.“ Beim Heimat- und Bürgerverein konnten die Besucher Postkarten kaufen oder sich alte Klassenfotos anschauen. „Leider kriegen wir wegen der neuen Datenschutzgrundverordnung keine Klassenfotos mehr“, bedauerte Wolfgang Blandow. Bis zum vergangenen Jahr habe man Klassenfotos der Grundschüler gesammelt.

Die Zeiten ändern sich, aber zum Glück nicht die Tradition des adventlichen Familienfestes zum Kennenlernen. Auch Familie Karstens möchte 2019 wieder dabei sein.