Hotel Waldhaus

Brandsanierung: Feuer ruiniert Wellness-Etage

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Anne Müller
Brandschaden im Hotel Waldhaus Reinbek an der Loddenallee: Betroffen ist vor allem der 130 Quadratmeter große Wellnessbereich mit Sauna.

Brandschaden im Hotel Waldhaus Reinbek an der Loddenallee: Betroffen ist vor allem der 130 Quadratmeter große Wellnessbereich mit Sauna.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Reinbek. Während Gäste den Service des Fünf-Sterne-Hotels genießen, beheben Experten einer Brandsanierungsfirma die Schäden.

Reinbek.  Je näher die Brandsanierer an den Wellnessbereich herankommen, desto schärfer wird der Geruch. Dort, wo vor fünf Tagen ein Feuer wütete, ist auf mehr als 200 Quadratmetern alles verwüstet. Kabel und Lüftungsrohre klaffen aus der zerborstenen Decke, der Fußboden ist mit Splittern und Ruß übersät. Der Whirlpool verschwindet unter einem Scherbenhaufen. Reste von Dekoteilen geben neben verkohlten Relaxliegen ein trauriges Bild ab. Fenster und Glaskuppeln sind provisorisch abgedichtet. In der Sauna erstreckt sich ein schwarzes Loch. Hier ist vermutlich das Feuer nach einem technischen Defekt ausgebrochen. Weil die Schäden so groß sind, kann die genaue Ursache nicht mehr ermittelt werden. Sonntagmorgen wurde der Saunaherd für einen Stammgast angeheizt. Noch bevor er eintraf, schlug um 10.26 Uhr der erste Brandmelder Alarm.

Im Fünf-Sterne-Haus geht die Arbeit weiter

Vom Bild der Verwüstung ist zwei Etagen tiefer in der Lobby nichts mehr zu merken. „Es riecht so, als hätten wir gerade unseren Kamin angemacht“, hört Moritz Kurzmann von vielen Hotelgästen. Vor dem Hotelchef liegen zwei Handys, die permanent klingeln. Vom Stress lässt sich der Hoteldirektor nicht aus der Ruhe bringen. Im Fünf-Sterne-Haus geht die Arbeit weiter. Kommende Woche werden für ein Event 600 Gäste erwartet.

Kraft schöpft der Hotelier vor allem auch aus der spontaner Hilfsbereitschaft, die er nach dem Brand erfahren hat. Bürgermeister Björn Warmer und Bauamtsleiter Sven Noetzel haben sich vor Ort einen Eindruck über den Schaden verschafft. „Sogar vom Grand Elyssée in Hamburg wurde uns Hilfe angeboten.“ Denn 16 der 50 Zimmer werden die kommenden Wochen nicht belegt werden können. „An einigen Tage sind wir ausbucht, sodass wir Gäste in andere Hotels auslagern mussten“, so Kurzmann. „Dass der Schaden nicht noch größer geworden ist, haben wir sicher auch den Freiwilligen Feuerwehren aus Reinbek zu verdanken“, lobt Kurzmann das schnelle Eingreifen von mehr als 100 Feuerwehrleuten. Und auch der Reaktion der 60 Mitarbeiter sei zu verdanken, dass niemand verletzt wurde. Die Gäste wurden nach dem Anschlagen des Brandmelders sofort aus dem Haus geleitet.

Brandsanierer haben im Südflügel Regie übernommen

Inzwischen haben Brandsanierer die Brandbekämpfer abgelöst. Wer in der zweiten und dritten Etage den Südflügel betreten will, kann das nur unter strengen Sicherheitsauflagen, erklärt Mathias Fust von der Firma Belfor, die bundesweit 800 Mitarbeiter hat. Ab Montag sind unter seiner Leitung 20 Leute im Einsatz, um die Schäden zu beheben. Durch Schleusen gelangen sie in die Flure und 16 Zimmer, in die das Löschwasser gelaufen ist. Sechs Geräte saugen permanent Luft durch Aktivkohlefilter. 850 Kubikmeter werden so in der Stunde gereinigt, erklärt der Experte. Kurzmann wartet jetzt auf die Ergebnisse der chemischen Analyse, nach der sich entscheiden wird, was raus muss. Decken, Teppiche, Estrich haben sich mit Löschwasser vollgesogen. „Ich stand am Sonntag vier Zentimeter tief im Wasser, am Montag war alles nur noch feucht.“ Das Wasser hat sich in Estrich, Ritzen und Möbeln verteilt.

Schaden beträgt mindestens 500 000 Euro

Den Schaden schätzt Kurzmann auf mindestens 500 000 Euro. Der Wellnessbereich wird nach den Aufräumarbeiten ein Rohbau sein und frühestens im Spätsommer wieder genutzt werden können. Kurzmann ist dankbar, dass die benachbarten Schützen hilfsbereit sind und den Zugang über das Dach des Vereinshauses angeboten haben. Gestern begann der Aufbau des Gerüstes an der Fassade des Südflügels. Ein fester Kran wird für die Sanierungsarbeiten aufgebaut, damit die Arbeiten den Hotelbetrieb nicht beeinträchtigen.

„Wir legen jetzt den Fokus auf die zweite Etage, damit die Zimmer schnell wieder bewohnbar sind“, sagt Kurzmann, der sich darüber ärgert, dass in den sozialen Medien Gerüchte verbreitet werden, der Aufenthalt im Waldhaus sei gesundheitsgefährdend. „Wir arbeiten hier zusammen mit Profis, die die Sanierung nach strengsten Sicherheitsvorkehrungen leiten.“

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