Sportbund darf Gelände nicht bebauen

Von Susanne Holz

Wentorf.
Dieses Nein ist eindeutig: 21 Einfamilienhäuser und Stadtvillen mit vier bis fünf Wohnungen wird es auf dem Gelände der ehemaligen Sportschule des Hamburger Sportbundes (HSB) nicht geben. In nur fünf Minuten hat dies der Planungs- und Umweltausschuss am Dienstagabend beschlossen. Allerdings waren dem unzählige Diskussionen in den vergangenen Monaten und Jahren vorausgegangen.

Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Schon bei der letzten Sitzung Ende März hatten die Politiker den zuständigen Stadtplaner sowie Klaus Göttsche, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), abblitzen lassen. Zwar gab man das Thema zu Beratungen in die Fraktionen zurück. Genutzt hat dies dem HSB jedoch nichts. Zu groß, zu unverhältnismäßig - das ist ein Teil der Kritik an den Plänen. Hinzu kommt, dass Schulen die Sportstätten nutzen und der Bereich im Bebauungsplan ausdrücklich als Fläche für den Gemeinbedarf ausgewiesen ist.

Einen bitteren Nachgeschmack hat bei vielen Politikern auch das Verhalten des HSB in Sachen Flüchtlingsunterkünfte hinterlassen. Der HSB hatte der Gemeinde die Sportschule wenige Wochen zuvor als Unterkunft für Flüchtlinge angeboten. Mietpreis: 17 Euro pro Quadratmeter. Später ruderte der HSB zwar auf sechs Euro zurück, konnte die Politiker jedoch nicht mehr für sich gewinnen. Die waren zudem erstaunt, hatte der HSB doch zuvor immer argumentiert, die Sportschule sei abgängig, kaum mehr nutzbar.

Entweder der HSB oder Maulwürfe nutzen das Gelände

"Das Thema ist jetzt durch", sagt Bürgermeister Matthias Heidelberg. Nun sei der HSB am Zug, sich erneut Gedanken darüber zu machen, wie man das Gelände sportlich nutzen kann. "Nur wenige Meter von der Hamburger Stadtgrenze entfernt, kann man die Sportschule doch sicher für Olympia ins Gespräch bringen. Die Bewerbung dafür ist hoffentlich erfolgreich", sagt Heidelberg. Lasse der HSB das Gelände brach und ungenutzt liegen, hole sich die Natur das Stück Land zurück. "Letztens habe ich dort schon unzählige Maulwurfshügel gesehen..."