Reinbek

Plattdeutsch tritt den Siegeszug an

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Unterricht: Extrastunden geplant

Plattdeutsch ist zwar noch kein Pflichtfach an den Grundschulen. Aber es ist definitiv auf dem Vormarsch Richtung Stundenplan. In Schleswig-Holstein können sich Grundschulen derzeit für Extrastunden im kommenden Schuljahr bewerben, in denen es um das Erlernen der niederdeutschen Sprache geht.

Die Grundschule Mühlenredder stellt heute in der Schulkonferenz ihr Konzept vor, das im Januar im Bildungsministerium vorliegen muss. "Plattdeutsch ist eine tolle Sprache, die familiär und gemütlich klingt. Es wäre schade, wenn dieses Kulturgut aussterben würde", sagt Karen Schmedemann, die am Montag zur Schulleiterin gewählt worden ist. Ihre Eltern waren noch in plattdeutscher Sprache erzogen worden, bei ihr selbst legten Mutter und Vater Wert darauf, dass sie Hochdeutsch spricht. "Ich verstehe alles, spreche selber aber leider nur ein bisschen", so die Schulleiterin. Derzeit üben drei Senioren mit ihren Schülern für den Lesewettbewerb am 18. Dezember.

Der wurde gestern schon mit Eifer an der Gertrud-Lege-Schule ausgetragen. "Ümmer op de Lütten" - immer auf die Kleinen - heißt die Geschichte von Hans Wilken, die gestern in der Begegnungsstätte Neuschönningstedt gleich dreimal vorgelesen wurde. Gesucht wurde der beste "Plattsnacker" der Schule. Initiator des Wettbewerbs ist der Schleswig-Holsteinische Heimatbund in Zusammenarbeit mit der Sparkassenstiftung und der Büchereizentrale des Landes.

Die Nase vorn hatte gestern Fabian Dehnbostel. Er hatte sich aus einer Anzahl von Geschichten ebenfalls für die von Hans Wilken entschieden. Und man nahm es dem Neunjährigen ab, dass ihm das Gemecker der Erwachsenen manchmal auf die Nerven geht. Als bester Vorleser seiner Klasse 4 c ging er in das Rennen und stellte sich der Jury, zu der neben Plattdeutschbeauftragter Hanna Lucht und Schulleiter Christian Naterski auch Pastor Michael Paul gehörten. Mit Alina Meister Klasse (4 a), Nabea Schwarz (4b), Zoe Cysewski (3a), Paulina Gräfe (3c) und Leah Leske (3b) hatte er nur Mädchen als Konkurrenten. Den zweiten Platz belegte Alina Meister, Dritte wurde Paulina Gräfe. Schulsieger Fabian wird nun in der nächsten Runde zeigen müssen, ob er weiterkommt.

In der Grundschule Klosterbergen fallen die Extrastunden übrigens aus. "Ich finde die Idee klasse, aber wir haben niemanden, der die Sprache spricht", sagt Schulleiterin Katrin Rabe.

( (hof). )

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