Reinbek (amü). Vor zehn Jahren hatte sich Irmgard Lünzmann aus der Politik zurückgezogen. 40 Jahre hatte sie die Kommunalpolitik geprägt, ihren Wahlkreis bis auf ein Patt 1998 immer für die CDU gewonnen.

Weit weg von ihrer Wirkungsstätte ist die Reinbekerin im Alter von 88 Jahren in einem Thüringer Seniorenheim verstorben.

Wer sie kennengelernt hat, wird sich vor allem an die spontane Redefreude der zierlichen Frau erinnern. Die hat ihr 1955 auch den Weg in die Politik geebnet. Ihr Mann war damals bei der im Schloss ansässigen Bundesanstalt für Holz- und Forstwirtschaft beschäftigt und hatte dort einen Aushang für einen runden Tisch zur Kommunalpolitik gelesen. Da gehen wir mal hin, beschlossen beide. Irmgard Lünzmann war von 1955 bis 2008 Beirätin oder Stadtverordnete der CDU. Sie hat sich vor allem im Sozial- und Schulbereich engagiert.

Aus Schlesien stammend, konnte sie sich gut in die Situation der vielen Wohnungssuchenden versetzen und ihnen helfen. 1959 erhielt sie ihr erstes Mandat in der Stadtverordnetenversammlung, damals noch als einzige Frau in der Fraktion. Neben der Politik engagierte sie sich in der Seniorenarbeit. Erst beim DRK, dann beim paritätischen Wohlfahrtsverband - für den sie 1974 einen Seniorenkreis gründete. Sie hielt Vorträge, organisierte Reisen und die Kaffeetafel für Senioren im Rathaus.