Stiftung

Sie geben afrikanischen Kindern eine Zukunft

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Susanne Tamm

Foto: Stiftung Kinder in Afrika

Reinbek. Ihr Name ist in Afrika, vor allem in Uganda, ein Begriff: Die Reinbeker Gunhild und Horst Zillmer haben in fast 27 Jahren viel Geld, Arbeit und Herzblut in Afrikas Zukunft investiert.

Die von den Reinbekern gegründete Stiftung Kinder in Afrika hat dafür gesorgt, dass mehr als 56 Millionen Euro in den Bau von Schulen, in die Ausstattung von Gesundheitsstationen, in die Betreuung von Aidswaisen und in Kleinkredite geflossen sind.

Schon im Januar 2012 geht es weiter: Baubeginn für eine Grundschule mit vier Klassen in Bumatanda in Uganda. „Gerade sind 25.000 Euro eines Spenders dafür auf dem Konto eingegangen“, erzählt Horst Zillmer (77). Fünf weitere Grundschulen sowie die Erweiterung der Sekundar- und der Bau einer Vorschule in Butiru sind für 2012 geplant. Außerdem sollen dort sechs Lehrerwohnungen entstehen. Auch das Spenden-Siegel wurde für 2012 bestätigt.

Zusätzlich werden über die Stiftung Patenkinder in Äthiopien, Tansania, Südafrika und Uganda unterstützt, vor allem Aidswaisen. Die Patenschaften ermöglichen ihnen den Schulunterricht und das Leben im Internat. „Etwa ein Drittel der Schüler sind Aidswaisen oder Halbwaisen“, berichtet Horst Zillmer.

Denn dem Ehepaar Zillmer geht es nicht vorrangig um die Gebäude, sondern um das Leben darin: „Der Hunger nach Bildung in Afrika ist enorm“, weiß der 77-Jährige. Obwohl er jetzt aus Altersgründen die Geschäftsführung an das Vorstandsmitglied Klaus Dietzel abgibt, kennt er alle Zahlen.

Als einstiger Reedereikaufmann, aber auch privat ist Zillmer weit herumgekommen. „Wir haben fast jedes zweite Land der Welt bereist“, erzählt er. Einerseits meinen noch viele Eltern in Afrika es sei genug, wenn ihre Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, damit sie ihnen recht bald in der Landwirtschaft zur Hand gehen. Andererseits steigt der Bedarf an weiterführenden Schulen, die den Zugang zu begehrten Büroberufen ermöglichen. Doch diese Bildungsmöglichkeiten gibt es zurzeit kaum.

In Uganda sind Horst Zillmer und seine Frau Gunhild durch den Kontakt mit der aus Celle stammenden, engagierten Krankenschwester Elisabeth hängen geblieben. Das Vertrauensverhältnis zahlt sich heute, wo sie nicht mehr weit reisen können, aus. Denn mittlerweile koordiniert sie die Projekte vor Ort.

Allein im vergangenen Jahr hat die Stiftung den Bau von sechs Grundschulen für insgesamt 1500 Kinder in Uganda unterstützt. „Wir finanzieren die Schulbauten zu einem Drittel, zwei Drittel erhalten wir vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“, erläutert Gunhild Zillmer. Etwa 150 Spender konnten sie für ihre Sache gewinnen. So konnte die Stiftung 2011 278?000 Euro – vorwiegend in die Schulen – investieren. 13?034 Euro gingen an Ausbildungshilfen für Waisen und an Kleinkredite für von Aids betroffene Frauen. Zudem wurden Sachspenden im Wert von 752?000 Euro nach Ghana verschifft.

Das Schulzentrum in Butiru hat sich jetzt zum Dank einen neuen Namen gegeben: Das „Horst and Gunhild Zillmer School Centre“. Denn dieser Name steht für Bildung in Afrika.

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