Dressurreiten

"Ich wusste sofort, dass Paul ein tolles Pferd ist"

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Wentorf (sho). Als Lilly Samorin "Paul" zum ersten Mal gesehen hat, war es gleich ein bisschen wie Liebe auf den ersten Blick. "Ich wusste sofort, dass Paul ein tolles Pferd ist", schwärmt die junge Reiterin. Und die 16-Jährige sollte Recht behalten. Am Wochenende sicherte sie sich auf dem Wallach den ersten Platz bei der E-Dressur und darf sich jetzt "Kleine Dressurmeisterin" nennen.

Nur drei Monate hatten sie und ihr Partner auf vier Hufen die Möglichkeit, sich kennenzulernen und auf das Adventsturnier des Hamburg-Wentorfer Reitervereins vorzubereiten. "Wir haben jeden Tag zusammen gearbeitet, Vertrauen zueinander aufgebaut", erklärt Lilly die Vorbereitung auf das Reitturnier. Für das waren rund 120 Pferde samt Reiter gemeldet. Bei weihnachtlichen Klängen absolvierten sie in einer festlich geschmückten Halle vor Besuchern und Jury Prüfungen in Dressur und Springen. "Wir haben Reiter aus den umliegenden Vereinen eingeladen, das ist Tradition", erklärte Rene Steinhäuser, erster Vereinsvorsitzender.

"Große Dressurmeisterin" darf sich seit Sonnabend seine Frau Tina Steinhäuser (34) nennen. Sie überzeugte die Jury auf ihrem Pferd "Roseberry". Auch sie hatte für ihr Dressurpferd nur lobende Worte. "Er gibt sich immer sehr viel Mühe", erklärte die Siegerin stolz. Um "Roseberry" die besten Startbedingungen zu bieten, war sie mit ihm bereits ab fünf Uhr morgens gemütlich im Schritt in der Halle unterwegs. Warmreiten, damit bei der Prüfung um acht Uhr alles wie am Schnürchen laufen konnte.

Dass man nicht unbedingt ein eigenes Pferd haben muss, um bei Turnieren die Nase vorn zu haben, bewies beispielsweise Annika Brügmann. Zwischen ihr und Schulpferd "Ricky" stimmte die Chemie. Zusammen machten sie den ersten Platz bei der Prüfung E-Dressur für Schulpferde. "Ricky" hatte seine Reiterin geradezu zum Fressen gern. Und es lag sicher nicht nur daran, dass sie einen Kranz aus knusprigen Brötchen um den Hals gelegt hatte, der einfach zu verlockend für den Wallach roch. Dreimal die Woche verbringt die Zwölfjährige ihre Nachmittage im Verein, kümmert sich um die Schulpferde, striegelt, streichelt und verbessert ihr Können in Reitstunden.

"Die jungen Mädchen kümmern sich sehr um die Tiere. Es ist ein sehr zeitintensives Hobby", weiß auch Karin Kostein-Römer, zweite Vorsitzende des Hamburg-Wentorfer Reitervereins. Sie findet es toll, dass die Kinder und Jugendlichen Verantwortung für die Tiere übernehmen. "Hier herrscht einfach eine nette Stimmung unter den Reitern", sagt sie.

Dass fand sicher auch der Weihnachtsmann, der am Sonnabend vorbeischaute. Mit seinen Rentieren lief er bei dem Adventsturnier allerdings außer Konkurrenz.

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