Glinde

Schulkind angefahren und geflüchtet: Polizei sucht Zeugen

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Felix (12) ist an diesem Zebrastreifen nahe dem Schulzentrum auf dem Schulweg angefahren worden. Seine Mutter Martina Hermann ist empört, dass der Unfallbeteiligte nicht stoppte.

Felix (12) ist an diesem Zebrastreifen nahe dem Schulzentrum auf dem Schulweg angefahren worden. Seine Mutter Martina Hermann ist empört, dass der Unfallbeteiligte nicht stoppte.

Foto: Susanne Tamm

Der Zwölfjährige fuhr mit dem Fahrrad über einen Zebrastreifen, als er von einem VW erfasst und verletzt wurde.

Glinde. Martina Hermann versteht die Welt nicht mehr: Ihr Sohn Felix (12) ist am Mittwoch auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule Sönke Nissen angefahren worden und der Unfallverursacher ist ohne anzuhalten einfach davongefahren. „Wie man so etwas tun kann, ist mir ein Rätsel“, sagt die Glinderin. „Aber auch wie es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte, verstehe ich nicht. Der Zebrastreifen ist auch morgens taghell ausgeleuchtet.“

Der Zwölfjährige kam gegen 7.50 Uhr aus der Herbert-Rübner-Straße und wollte den Zebrastreifen Richtung Hirtenweg queren. „Ich habe erst noch gewartet und ein Auto durchgelassen“, erzählt er. „Der schwarze Wagen war noch weit weg, etwa auf Höhe der Bushaltestelle.“ Felix ist mit seinem Rad losgefahren.

Kind gerät mit einem Fuß unter den Wagen

Doch der schwarze VW-Golf oder -Polo muss beschleunigt haben. Denn als der Junge die Verkehrsinsel erreicht hatte, hat das Auto sein Hinterrad erfasst und ihn zu Fall gebracht. Felix stürzte so unglücklich, dass sein linker Fuß unter das Rad geriet. Sein Mittelfußknochen ist gebrochen. „Ich weiß gar nicht mehr genau, wie“, sagt er. Auch an den Fahrer des Unfallwagens erinnert er sich nicht mehr.

Er weiß nur noch, dass eine einzelne Person im Auto saß. Erst der folgende Wagen sei sofort angehalten und ein Mann ausgestiegen, um ihm aufzuhelfen. „Er hat mich noch gefragt, ob ich einen Krankenwagen brauche, aber das wollte ich nicht“, erzählt Felix. „Wie er aussah, weiß ich auch nicht mehr, ich war wohl ein bisschen geschockt.“ Er habe schlecht auftreten können und hätte sich auf der anderen Straßenseite auf den Rahmen seines Rades gesetzt, um seine Mutter anzurufen. Über eine Klassenkameradin habe er schließlich seinen Vater erreicht, der ihn abgeholt habe.

Polizei sucht Zeugen für den Unfall – besonders einen Ersthelfer

„Für mich war der Arbeitstag gelaufen, als ich von dem Unfall erfuhr“, erinnert sich Martina Hermann an den Schrecken. Die Glinderin wüsste gern, wer ihrem Sohn geholfen hat: „Ich möchte mich gern persönlich bei ihm bedanken“, sagt sie.

Auch die Polizei Glinde hat Interesse am Namen des Ersthelfers. Denn sie würde ihn gern als Zeugen des Unfalls befragen und bittet ihn daher, sich unter der Telefonnummer 040/710 90 30 zu melden. „Um diese Uhrzeit ist dort vor dem Schulzentrum eigentlich immer ganz gut was los“, weiß Polizeihauptmeister Bernd Jürgens. „Deshalb würde es mich wundern, wenn niemand den Unfall beobachtet hat.“ Weitere Zeugen seien ihm selbstverständlich willkommen.

Rechtlich haben Radfahrer, anders als Fußgänger, auf Zebrastreifen keinen Vorrang. Sie sollten, rät auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, besser absteigen. – Felix hält sich unterdessen tapfer. „Es geht mir schon wieder ganz gut“, sagt er, ist aber noch ein wenig blass um die Nase. Er hat eine Gipsschiene bekommen und wird noch drei, vier Wochen warten müssen, bis der Bruch ausgeheilt ist und er sich wieder aufs Fahrrad setzen darf. Im Straßenverkehr wird er künftig doppelt vorsichtig sein.

( st )

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