Oststeinbek

Bürgermeister hat Freiheit und Millionenprojekte im Blick

Der Eingang des Rathauses ist der Lieblingsplatz von Bürgermeister Jürgen Hettwer. Der Sinnspruch dort an der Wand unter dem Wappen Oststeinbeks wird Thomas Mann zugeordnet. 

Der Eingang des Rathauses ist der Lieblingsplatz von Bürgermeister Jürgen Hettwer. Der Sinnspruch dort an der Wand unter dem Wappen Oststeinbeks wird Thomas Mann zugeordnet. 

Foto: Stephanie Rutke

Oststeinbeks Bürgermeister Jürgen Hettwer im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Themen: große Vorhaben und die Grundsätze seiner Arbeit.

Oststeinbek.  Seit 2013 leitet Jürgen Hettwer (56, parteilos) als Bürgermeister die Geschicke Oststeinbeks. Als Verwaltungschef trägt er für rund 130 Mitarbeiter die Verantwortung, sowie für Millionenschwere Zukunftsprojekte der Gemeinde.

Das Bürgermeisterbüro samt Sekretariat befindet sich im Obergeschoss des Rathauses mit schöner Aussicht ins Grüne. Die schätzt Jürgen Hettwer besonders: „Bei langen Telefonaten lasse ich den Blick gern in die Natur schweifen.“ Auf die Frage nach seinem liebsten Platz in der Gemeinde hat er eine schnelle Antwort: „Mein Lieblingsplatz ist der Eingang des Rathauses.“

Jürgen Hettwer und seine Frau wohnen in Hoisdorf

Direkt neben der gläsernen Eingangstür steht der Satz „Freiheit ist das Gesetz der Menschlichkeit“, der Thomas Mann zugeordnet wird. Jürgen Hettwer schätzt ihn als Leitspruch besonders und freut sich täglich, dieses Motto auf dem Weg zum Bürgermeisterbüro zu lesen. „Mit diesem Spruch verbinde ich meine tägliche Arbeit und ich finde ihn einfach genial“, sagt Jürgen Hettwer. Das Thomas-Mann-Zitat hat der frühere Bürgervorsteher Gerhard Bülow (gestorben im Januar 2016) ausgesucht und das Schild am Rathauseingang anbringen lassen.

Der Spruch ist Thomas Manns Werk „Der Zauberberg“ von 1924 entlehnt. Nach Auskunft des Thomas Mann Forums München findet sich der Satz im Original allerdings in leicht modifizierter und erweiterter Form. So sagt Lodovico Settembrini am Ende eines Streitgesprächs mit Leo Naphta: „Freiheit ist das Gesetz der Menschenliebe, nicht Nihilismus und Bosheit.‘“

Zu Hause sind Jürgen Hettwer und seine Frau in Hoisdorf. Die 19-jährige Tochter studiert. Radeln gehört zu Jürgen Hettwers Tagespensum. Der Hund, ein Border Collie, kommt gern mit, am Wochenende auch mal auf eine größere Runde. Hin und wieder ist Hettwer mit einem echten Oldie im Dorf unterwegs: Der Traktorfan pflegt und hegt seinen „Eicher“ von 1962 nicht nur. Der 58 Jahre alte Traktor ist angemeldet und wird auch gefahren.

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Großprojekt Schulneubau kostet rund 25 Millionen Euro

Befragt zu großen Projekten und Baustellen nennt Hettwer den Neubau der Grundschule als zurzeit größtes Projekt. Die jetzige Helmut-Land-Grundschule wird durch einen Neubau ersetzt, der Platz bieten wird für die derzeit 300 Grundschüler und genügend Reserven. Für das Großprojekt sind aktuell bis zu 23 Millionen Euro eingeplant. Inklusive der Ausstattung rechnet Hettwer mit Kosten von rund 25 Millionen Euro. „Ich möchte diese Kosten immer im Blick behalten“, sagt er. Die Fertigstellung ist für Mitte 2024 geplant. Hettwer hofft, dass die Baugenehmigung im Sommer 2021 vorliegt, damit anschließend die notwendigen Ausschreibungen beginnen können.

Die neue Schule soll ein heimeliges Flair erhalten, damit die Kinder sich wohl fühlen. „Das Gebäude soll so konzipiert werden, dass verschiedene Unterrichtsformen vom klassischen Frontalunterricht bis hin zur Gruppenarbeit möglich sind“, erläutert Hettwer. Die neue Schule wird einen zentralen Eingang erhalten, der so gestaltet wird, dass man sieht, wer das Gelände betritt. Dieser Sicherheitsaspekt sei leider ein Thema, über das man zunehmend nachdenken müsse.

Rund 300 Kinder besuchen Grundschule der Gemeinde

So soll das Schulgelände durch einen Zaun geschützt werden. In den Arbeitsgruppen, die sich mit der Planung beschäftigen, sind jeweils Vertreter der Verwaltung, der Schule und der Fraktionen vertreten. „Auch Oststeinbeks neuer Jugendbeirat kann sich hier einbringen“, betont der Bürgermeister.

Aktuell besuchen rund 300 Kinder die Grundschule der Gemeinde. „Wir bewegen uns hier zwischen Drei- und Vierzügigkeit“, sagt Hettwer. Der Neubau wird auf Vierzügigkeit ausgelegt, weil mit dem Zuzug weiterer junger Familien gerechnet wird. Die neue Schule werde eine Mensa und eine Lehrküche erhalten. Hier sollen nicht nur die Grundschüler, sondern auch die Kita-Kinder versorgt werden.

Feuerwehren und Bauhof sind weitere Themen

Neben dem Schulneubau gibt es weitere Großprojekte, die die Verwaltung beschäftigen: Die Freiwillige Feuerwehr Havighorst benötigt einen Neubau, ebenso der Bauhof in Havighorst. Den Kameraden der FF Oststeinbek fehlt insgesamt Raum, etwa um ihre in Einsätzen kontaminierte Kleidung und Ausrüstung fachgerecht lagern zu können. Zu diesen Projekten gibt es noch keine konkreten Architektenpläne, aber sie sind bereits in der Diskussion. „Wir müssen das alles klug planen“, so Bürgermeister Jürgen Hettwer.