Von Verwaltung enttäuscht

Seniorenbeiratswahl in Oststeinbek sorgt für Ärger

Dieter Schlenz (84), Vorsitzender des Seniorenbeirats, ist von der Verwaltung enttäuscht. Er weiß noch nicht, ob er wieder für das Gremium kandidieren möchte.

Dieter Schlenz (84), Vorsitzender des Seniorenbeirats, ist von der Verwaltung enttäuscht. Er weiß noch nicht, ob er wieder für das Gremium kandidieren möchte.

Foto: Susanne Tamm

Die Oststeinbeker Verwaltung hat einen Termin festgesetzt. Mitglieder des Gremiums fühlen sich dabei übergangen. Alle Hintergrundinfos.

Oststeinbek. Eigentlich haben sie immer gut zusammengearbeitet: Der Seniorenbeirat und die Verwaltung Oststeinbek. Doch nun kommt ein Missklang in die gute Beziehung. Denn Dieter Schlenz (84), langjähriger Vorsitzender des Gremiums, sagte während der Gemeindevertretung enttäuscht: „Ich bin irritiert über die Informationspolitik aus dem Rathaus“, sagte er. „Die Seniorenbeiratswahl ist wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Wir wollten vorschlagen, sie um ein Jahr zu verschieben.“

Doch bei der vergangenen Versammlung habe er erfahren, dass die Verwaltung die Wahl bereits seit 14 Tagen vorbereite. Den Termin samt genauen Ablauf habe man erst am 2. Juli aus dem Gemeindeblatt erfahren: Am Mittwoch, 2. September, soll bereits gewählt werden. Doch am Freitag, 31. Juli, läuft schon die Bewerbungsfrist für die Kandidaten ab. Das Gremium habe in seinem Beitrag der Veröffentlichung mit keinem Wort auf die Wahl eingehen können.

Vorbereitungen für Seniorenbeiratswahl seien schiefgelaufen

„Einige von uns sind schon in den Ferien, die Vorstellungsrunde im Gemeindeblatt entfällt sowieso, denn die nächste Ausgabe erscheint erst nach dem Wahltermin am 5. September“, kritisierte er. „Wie sollen die Bürger denn erfahren, wen sie wählen können, wer sich beworben hat? Und wie sollen diese an die Öffentlichkeit herantreten? Das ist absolut schiefgelaufen.“

Bürgermeister Jürgen Hettwer sagte, nach seinem Wissenstand habe die zuständige Sachbearbeiterin mit Dieter Schlenz über den Termin gesprochen. „Wir haben aber kein Wort dazu gehört, wann die Wahl geplant war“, monierte Dieter Schlenz. „Ihre Mitarbeiterin wollte nur wissen, was wir in den vergangenen Jahren gemacht haben.“

Das war eine ganze Menge. Denn der Seniorenbeirat Oststeinbek begnügt sich nicht damit, Freizeitvergnügen für die älteren Mitbürger zu organisieren, sondern ist politisch aktiv. So starteten die engagierten Senioren 2012 beispielsweise eine Umfrage zum Thema altersgerechtes Wohnen in Oststeinbek. Daraus hervorgegangen sind schließlich zwei Bauprojekte für seniorengerechtes Wohnen, die jetzt am Start sind: Das Vorhaben der Stiftung Semmelhaack an der Brückenstraße sowie das der Familie Wulf/Stölken zwischen dem Willinghusener Weg und dem Hansetor.

Gute Zusammenarbeit mit dem Bauhof

Zudem sorgte das Gremium dafür, dass Stolperfallen für Fußgänger beseitigt oder Kantsteine abgesenkt wurden – immer im Dialog mit dem Bauhof, mit dem die Senioren gut zusammenarbeiteten. Regelmäßig informierte der umtriebige Beirat auch mit Vorträgen kompetenter Experten über Themen wie Nachlass, Hospiz oder Demenz

Bürgermeister Jürgen Hettwer tut das Missverständnis leid: „Ich freue mich doch über die beharrliche Arbeit des Seniorenbeirats“, sagt er. Er erläuterte während der Sitzung, wie es zu dem Termin gekommen sei: „Laut Satzung wäre die Wahl im zweiten Jahresquartal gewesen. Aber dann kam Corona“, sagte er. „Hätten wir die Wahl noch weiter verschieben wollen, hätten wir einen Antrag stellen müssen. Leider lässt sich der Ablauf aus rechtlichen Gründen jetzt nicht mehr ändern.“ Eine Vorstellung der Kandidaten sei immer noch in anderen Medien als im Gemeindeblatt möglich, sagte der Bürgermeister.

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Wer von seinen bisherigen Mitstreitern wieder kandidieren will, kann Dieter Schlenz nicht sagen. Angesichts der aktuellen Lage ist er noch unentschlossen.

Die Gemeinde fordert engagierte Oststeinbeker ab 60 Jahren, die seit mindestens drei Monaten im Ort leben, auf, sich zu bewerben. Das Formular dafür gibt es auf der Homepage unter www.oststeinbek.de oder unter der Rufnummer 040/71 30 03 38.