Glinde

80-Jährige am Mühlencenter angefahren - sie sucht Zeugen

Unfallopfer Bärbel Klebbe wohnt direkt gegenüber vom Mühlencenter.

Unfallopfer Bärbel Klebbe wohnt direkt gegenüber vom Mühlencenter.

Foto: Dirk Klebbe

Der Autofahrer fuhr einfach davon. Bärbel Klebbe leidet noch heute unter den Folgen des Geschehens am 8. Febrzar.

Glinde. Bärbel Klebbe kann es immer noch nicht fassen: „So etwas darf doch nicht sein“, sagt die 80-Jährige. Ich fahre selbst seit mehr als 40 Jahren Auto. Ich würde nie sagen, so ein Unfall kann mir nicht passieren – aber dass jemand einfach davonfährt.“ Doch genau dies ist ihr am Sonnabend, 8. Februar­, um 11.15 Uhr passiert, als sie auf dem Weg nach Hause die Auffahrt zum Mühlencenter an der Möllner Landstraße zu Fuß überqueren wollte und angefahren wurde. An den Folgen leidet sie noch heute. Und sie mag nicht glauben, dass der Verursacher einfach davonkommt. Doch bisher hat sich nur eine Zeugin gemeldet.

Ein mörderischer Stoß

„Ich hatte dort schon immer Angst, hinüberzugehen“, erzählt die Seniorin. „Deshalb warte ich immer, bis dort alle Autos stehenbleiben.“ So auch an jenem Sonnabendmorgen. Ein silberfarbener Pkw, in dem zwei Männer sitzen, hält auf der Rampe. „Er setzte sogar noch ein kleines Stück zurück“, erzählt die Glinderin. „Das hielt ich für ein klares Zeichen, dass er mich hinüberlässt.“

Doch dann gibt der Fahrer Gas und fährt die Glinderin um. „Das war ein mörderischer Stoß, ich bin auf die Steine geknallt“, erinnert sie sich. „Meine rechte Seite war schwarz, ich bin froh, dass mein Kopf heil geblieben ist. Die Schulter war hinüber.“

Zwei Passanten hieven sie hoch, sie schreit vor Schmerzen. Andere kommen hinzu, auch einer der Männer aus dem Pkw: Ob er sie irgendwo hinfahren könne, habe er, etwa 40 bis 50 Jahre alt, gefragt. „Aber ich war doch schon fast zu Hause“, sagt sie. Irgendwann sei er samt dem Auto und dem etwa 70-jährigen Mitfahrer verschwunden. Bärbel Klebbe erinnert sich nur noch an ein OD-Kennzeichen. „Eine Frau hatte den Rettungswagen gerufen, und mein Nachbar, der zufällig hinzukam, hielt mich“, erzählt sie. Alles sei viel zu schnell gegangen, um sich das gesamte Kennzeichen zu merken.

Schmerzen kaum zu ertragen

Eine Woche verbrachte sie im Krankenhaus, bekam ein neues Schultergelenk. Mehr als einen Monat war sie in der Reha-Klinik. Sogar unter Medikamenten kann sie die Schmerzen kaum ertragen. „Mir geht es bescheiden“, sagt sie. „Der muss doch gefunden werden – ein Kleinkind wäre platt gewesen.“ Am Mühlencenter war viel los an jenem Vormittag, sie hofft, dass sich doch noch ein Zeuge erinnert.

Ebenso wie Polizeioberkommissar Jürgens, der den Fall bearbeitet. „Auf eine erste Meldung in der Bergedorfer Zeitung hat sich nur eine Zeugin gemeldet. Ich kann aber nicht glauben, dass niemand den Unfall beobachtet hat“, berichtet er und hofft: „Die Zeugin hat noch von einem DHL-Fahrzeug berichtet. Vielleicht meldet sich der Fahrer.“ Wer sich erinnert, melde sich unter 040/710 90 30.