Denkmal

Suck’sche Kate soll jetzt endlich saniert werden

Die Sucksche Kate an der Dorfstraße in Glinde.

Die Sucksche Kate an der Dorfstraße in Glinde.

Foto: Tim Schreiber

Glinde. Seit Jahren schon verfällt die Suck’sche Kate. Nun hat der Eigentümer offenbar zugesichert, dass das Haus von 1855 saniert werden soll.

Glinde.  Der Zustand der Suck’schen Kate ist unverändert schlecht. Das Holz der Fenster im ersten Stock blättert weiter, Fugen sind undicht – und auch das Grundstück an der Glinder Dorfstraße, auf dem das 1855 erbaute Fachwerkhaus steht, verwildert zusehends. Seit Jahren hoffen Kommunalpolitiker und Bürger, dass der Eigner den Verfall stoppt und das Kulturdenkmal saniert. Nun soll es endlich losgehen. Das sagt zumindest Bürgermeister Rainhard Zug, der mit dem Bergedorfer Geschäftsmann regelmäßig in Kontakt steht.

„Er hat es mir zugesagt“, berichtet der Verwaltungschef über das jüngste Gespräch. In dieser Woche wird Zug noch einmal nachfassen, um zu erfahren, wann genau die Arbeiten starten. Inzwischen telefonieren Bürgermeister und Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden will, einmal im Monat. „Es hat auch andere Zeiten gegeben“, sagt Zug. Er spielt damit auf die Tatsache an, dass der Unternehmer in der Vergangenheit zu politischen Ausschüssen kommen wollte und dann kurzfristig absagte. Offenbar hatte er kein Interesse, sich bohrenden Fragen der Entscheidungsträger zu stellen.

Jahrelange Diskussionen

Denn die sind sauer, weil der Eigentümer eine Sanierung schon oft versprochen hatte, sein Wort aber nicht hielt. Im September 2012 hatte er das Gebäude erworben – die Stadt ließ seinerzeit ein Vorkaufsrecht ungenutzt – und stets betont, dort auch einzuziehen. Als den Ankündigungen keine Taten folgten, wurde die Politik aktiv.

Insbesondere die Grünen gingen voran, sammelten Unterschriften für den Erhalt und organisierten Demonstrationen.

Über das Verhalten des Eigners sagt der Ortsvorsitzende Jan Schwartz: „Das ist so bodenlos, dass einem die Worte fehlen. Wir reden über eine weitere große Aktion, wenn nicht bald etwas passiert.“ Details will er aber nicht verraten.

Weder Politik noch Stadtverwaltung können den Geschäftsmann zu einer Modernisierung zwingen. Einer Aufforderung der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Stormarn, das Haus standsicher zu machen, kam er nach. Die Baugenehmigung für die Sanierung liegt seit 2017 vor und läuft im Sommer 2020 aus. Experten schätzen das nötige Investitionsvolumen auf mehr als 600.000 Euro.

Enteignung als letztes Mittel

„Ich glaube dem Eigner gar nichts. Der führt uns vor“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Lauterbach. Die Sozialdemokraten sprechen gerade über einen Antrag, den sie womöglich auf der Bauausschusssitzung im Mai vorlegen. „Er zielt darauf, als letztes Mittel eine Enteignung einzuleiten“, so Lauterbach.

Der Gedanke ist nicht neu. 2018 hatte die Stadt für 6000 Euro ein Rechtsgutachten anfertigen lassen, um auszuloten, welche Möglichkeiten das Denkmalschutzgesetz auch für drastische Schritte bietet. „Ein Enteignungsverfahren ist theoretisch machbar, praktisch aber weltfremd“, sagt Bürgermeister Zug. Konkret bedeutet das: Die Erfolgschancen sind mehr als ungewiss. Ein Kaufangebot der Stadt lehnte der Unternehmer zuletzt ab. Er war für für unsere Redaktion für eine aktuelle Stellungnahme am Montag nicht zu erreichen.