Neue Tagespflege

Mangel an Krippenplätzen in Oststeinbek behoben

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Ann-Kathrin Schweers
In der neuen Tagespflege „Wild & Wunderbar“ können bald zehn Kinder spielen.

In der neuen Tagespflege „Wild & Wunderbar“ können bald zehn Kinder spielen.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Oststeinbek. Im Oktober startet eine Tagespflege, die den Mangel an Krippenplätzen behebt. 2019 könnte es wieder eng werden.

Oststeinbek.  Die Diskussion um die Einrichtung einer neuen Krippengruppe in Oststeinbek hat ein Ende – vorerst. Denn im Kultur-, Sozial- und Jugendausschuss stellte die Verwaltung die Bedarfsentwicklung für Krippenplätze in der Gemeinde vor. Und mit zwei neuen Tagesmüttern ist dieser – zumindest ab Oktober – vorerst auch gedeckt.

Bürgermeister Jürgen Hettwer hoffte bereits zu Beginn der Diskussion um den Krippenplatzmangel auf eine Alternative zum Neubau einer Einrichtung. Bereits vor der ersten Diskussion in der Gemeindevertretung Anfang Juli – vorangegangen war ein SPD-Antrag auf schnellstmögliche Schaffung einer neuen Gruppe – hatten sich zwei Tagesmütter bei ihm gemeldet. Nun ist es offiziell: Ab dem 1. Oktober werden Tina Krüger-Peezat (39) und Carina Meyer (30) zehn Kinder bis drei Jahre betreuen. Nicht nur die fünf Kinder, die aktuell noch auf der Warteliste stehen, auch die, die aufgrund des Mangels bereits in Hamburg untergekommen sind, könnten so in der Gemeinde betreut werden.

Tagespflege zieht an den Wiesenweg

Die Tagespflege „Wild & Wunderbar“ zieht an den Wiesenweg. Dort gehören der Gemeinde vier Wohnungen. Zwei von ihnen werden die Tagesmütter nutzen. Dort kamen bereits seit 2007 Erzieherinnen unter. Eine betreute bis 2016 Krippenkinder. Eine weitere gab ihre Gruppe Ende 2017 auf.

Nun renoviert die Gemeinde zunächst für 8000 Euro. „Dann können wir hoffentlich im Oktober starten. Wir brauchen noch die Pflegeerlaubnis. Aber da die Räume bereits vorher von Tagesmüttern genutzt wurden, wird dem nichts im Weg stehen“, sagt Tina Krüger-Peezat. Die Escheburgerin ist selbst Mutter einer Tochter (16), arbeitet zurzeit in einer Krippengruppe in der Kita Meessen und hat 20 Jahre Berufserfahrung.

Möglichkeit zur Erweiterung ist da

Kollegin Carina Meyer lebt in Oststeinbek und arbeitete zusammen mit Krüger-Peezat in der Kita Meessen. Seit zwei Jahren ist sie nun jedoch in Elternzeit und bringt den kleinen Julian als erstes Kind mit in die Tagespflege. „Es ist ein Traum von mir, selbstständig zu arbeiten. Die Vorstellung, die Mamas von der Krippe haben, möchte ich verwirklichen.“ Von 8 bis 16 Uhr sollen Kinder für monatlich 440 Euro betreut werden. Demnächst führen die Erzieherinnen erste Gespräche mit den Eltern. Und dann entspannt sich die Situation um den Krippenplatzmangel in Oststeinbek. Doch die Gemeinde rechnet schon für 2019 mit 113 benötigten Krippenplätzen. Zurzeit können jedoch samt neuer Tagespflege nur 97 angeboten werden. Wie die Situation 2019 tatsächlich aussieht, könnte sich im Oktober zeigen, wenn der Vergabeausschuss tagt.

Jürgen Hettwer kündigte an, die zwei weiteren Wohnungen der Gemeinde im Wiesenweg, die zurzeit noch vermietet sind, könnten genutzt werden, um die Tagespflege um zwei Erzieher zu erweitern. Das beruhigte auch Sabine Huß-Reichelt von der SPD: „Ansonsten bekomme ich Bauchschmerzen bei den Zahlen.“ Die CDU hatte den Antrag an die Verwaltung gestellt, den Bedarf zu prüfen. Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck fühlt sich darin bestätigt: „Zurzeit besteht kein Handlungsbedarf. Sollte es einen geben, sind wir bereit, eine schnelle Lösung durchzusetzen. Wären wir dem SPD-Antrag gefolgt, würden wir nun eine Gruppe einrichten, die wir nicht brauchen.“

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