Heimat- und Bürgerverein

Schüler erleben Buttern und Brot backen wie anno dazumal

Nevio (8) und Jürgen Poluschinski, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins, lassen sich das frische Brot mit der leckeren Butter schmecken.

Nevio (8) und Jürgen Poluschinski, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins, lassen sich das frische Brot mit der leckeren Butter schmecken.

Foto: Katrin Bluhm / Bluhm

Glinde. Ehrenamtliche zeigen Grundschülern, wie früher Butter gemacht und Brot gebacken wurde – und wie viel Mühe dies kostete.

Glinde.  Ferien sind toll. Doch was tun, wenn die Eltern noch arbeiten müssen? Dann springt in der Grundschule Wiesenfeld die Ferienbetreuung der offenen Ganztagsschule ein. In dieser Woche haben 23 Kinder viel Spaß mit dem Betreuerteam und gestern stand die Kupfermühle auf dem Plan. Denn der Heimat- und Bürgerverein hatte zum Brotbacken und zum Buttern eingeladen.

Im Lehmofen glüht die Holzkohle

Nach einem Fußmarsch durch die Stadt kamen die Jungen und Mädchen ausgeglichen auf der Mühlenwiese an und fanden die Ehrenämtler um HBV-Chef Jürgen Poluschinski in Aktion vor. Überdachte lange Tische und Bänken waren aufgebaut. Peter Ostrowski, „der mit der Lizenz zum Feuermachen“, hatte den einst selbst gebauten Lehmofen mit glühender Holzkohle bestückt und die Ofentemperatur nahm Fahrt auf.

Teig wird auf heißen Steinen knusprig

Peter Lembke, Molkereimeister im Ruhestand, hatte bereits am Vorabend sechs Liter Sahne mit einem Liter Buttermilch versetzt und das Gemisch über Nacht säuern lassen. So galt es nun, die Flüssigkeit unter den neugierigen Blicken der Kinder in das alte Butterfass aus Holz zu kippen und von da an zu rühren, zu rühren und zu rühren. Langsam tat sich was im Fass. Zwei Fraktionen trennten sich. Und zwar in Buttermilch und Sauermilchbutter Jan schnupperte: „Hmm, lecker!“

Parallel hatte Bäckermeister Manfred Meyns die korrekte Temperatur des Lehmofens kontrolliert. „Zwischen 200 und 250 Grad. Dann muss die Glut raus, die Steine sind aufgeheizt“, erklärte der Experte den Kindern. Ostrowski fegte die letzte Glut aus dem Ofen, ein kleiner Testdruck der Kinder gegen die Teiglinge und schon schlidderten 30 Roggenmischteiglaibe auf den Steinen in die Hitze. „Ich bin gern dabei, etwa viermal im Jahr“, sagte Meyns und schmunzelte. Ehrensache, dass er die Brote für die Kids sponserte.

Frische Sauermilchbutter riecht lecker

Währen Lembke die letzte Buttermilch aus der Butter quetschte, ließen sich die Acht- bis Zehnjährigen die Mühlenausstellung von Jürgen Poluschinski und Albert Stoller erklären, der den begeisterten Kindern natürlich auch vom Mühlengeist berichtete.

Bei knusprigem Brot mit frischer Butter ließen alle die „faszinierenden Eindrücke“, so Tyler, sacken. „Ich hätte nie gedacht, dass soviel Arbeit hinter der Butter steckt“, staunte er. Auch das Betreuerteam genoss die Zeit. Erzieherin Alexandra Buck empfahl sogar aus dem interessanten Abenteuer ein Kindergeburtstagsangebot zu machen. „Doch dafür sind wir zu wenige“, befand nicht nur Peter Lembke.