Höffner bildet eine komplette Klasse aus

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Von Susanne Tamm

Barsbüttel.
40 neue Mitarbeiter sind seit gestern bei Möbel Höffner im Einsatz, und am 1. September kommen noch fünf weitere hinzu - sie alle sind neue Auszubildende im Möbelhaus. Denn Höffner hat eine neue Offensive in Sachen Fachmann für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice (FMKU) gestartet. Allein 30 junge Männer wurden für diese Ausbildung eingestellt. Ziel ist es laut Frank Schumacher, Geschäftsführer der Höffner-Tochter Translogistik Barsbüttel Service, den Beruf aus seinem "Schattendasein" herauszuführen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

"Gut ausgebildete Mitarbeiter sind die Grundlage für jedes Geschäft", sagte er gestern, als er die Berufseinsteiger begrüßte. "Möbel verkaufen kann heute jeder, aber liefern und montieren - und zwar so, dass alles zur Zufriedenheit des Kunden klappt - nicht." Das Berufsbild des FMKU setzt sich laut Bildungsstaatssekretär Dirk Loßak aus dem des Tischlers und des Elektrikers zusammen. Außerdem macht jeder Azubi einen Lkw-Führerschein.

Das hat auch Ferhat Yeltan (17) aus Altona gereizt. Eigentlich hatte er sich als Tischler beworben. "Aber mit einem Hauptschulabschluss ist es schwierig, einen Platz zu bekommen." Deshalb sei er froh gewesen, als es bei Höffner klappte. Marvin Schröder (19) aus Glinde hingegen hat nur eine einzige Bewerbung geschrieben. "Ich habe ein Praktikum gemacht, und der Job gefiel mir gleich", erzählte er. "Er ist so abwechslungsreich."

Im Frühjahr 2014 hat Höffner der Industrie- und Handelskammer, der Agentur für Arbeit und dem Kreis Stormarn ein Ausbildungskonzept vorgelegt. Eine Voraussetzung dafür, dass die Zahl der Auszubildenden vervier- bis verfünffacht wurde, war, dass der Standort für die Berufsschule von Elmshorn in die beruflichen Schulen Ahrensburg verlegt wurde. Finanziert wird dies vom Kreis Stormarn. Außerdem bietet das Unternehmen Höffner das Material für den Unterricht. "Wir investieren in jeden Ausbildungsjahrgang einen siebenstelligen Betrag", sagte Schumacher.

"Weiß Krieger, was das kostet?", war dann auch die erste Frage von Dr. Ulrich Hoffmeister, Abteilungsleiter Ausbildung der IHK. Kurt Krieger, Senior-Inhaber des Unternehmens, habe es gewusst und so gewollt. Loßak beglückwünschte die Berufsstarter zu ihrer Ausbildung und riet: "Strengen Sie sich an, Sie haben hier extrem gute Karrierechancen."

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