Buslinie durch Oststeinbeks Gewerbeareal

Von Susanne Tamm

Oststeinbek.
Das mittlerweile recht umfangreiche Oststeinbeker Gewerbegebiet ist bis heute nicht an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angeschlossen. Die Politik will dies jetzt im Zuge der Neuausschreibung für das Busliniennetz 2017 ändern. Während der Bauausschuss die Forderung nach dem Erhalt des Zehn-Minuten-Taktes auch am Sonntag auf der Buslinie 133 ablehnte, beschlossen die Politiker, die Linie 233 ab 2017 über das Gewerbegebiet fahren zu lassen.

Bisher fuhr der 233er von Mümmelmannsberg über Havighorst nach Glinde. Künftig soll die Linie wieder von Havighorst über die Ortsmitte Richtung U-Bahn-Halt Steinfurther Allee führen. Deshalb bietet sich dort ein Schlenker über das Industriegebiet an.

Zur Diskussion standen drei Streckenführungen: Die günstigste und kürzeste Variante über gut 1,5 Kilometer wäre die über den Willinghusener Weg nach links über den Parkplatz beim Möbelmarkt Sconto, herum um die Tankstelle Pit-Stop und wieder zurück auf den Willinghusener Weg (Kosten pro Jahr: etwa 10 000 Euro). Eine zweite Route wäre auf etwa 2,7 Kilometer Länge über den Willinghusener Weg den Gewerbering und Meessen wieder zurück Richtung Möllner Landstraße.

Die dritte Variante, die auch von der Kreisverwaltung und vom Kreisverkehrsausschuss bevorzugt wird, birgt politischen Sprengstoff: "Diese Strecke wäre eigentlich politischer Selbstmord", warnte Bürgermeister Jürgen Hettwer den Bauausschuss ironisch. "Wir stellen sie trotzdem vor, weil sie von der Kreisverwaltung und vom Kreisverkehrsausschuss favorisiert wurde." Denn sie würde unter anderem die Grundschule, die Sportanlage, den Golfplatz und die Unternehmen an den ÖPNV anschließen. Die knapp 2,8 Kilometer lange Strecke würde über den Barsbütteler Weg, die Straße Meessen, den Gewerbering und schließlich über den Willinghusener Weg zurück auf die Möllner Landstraße führen. Sie würde Oststeinbek 14 500 Euro, in beide Richtungen 28 900 Euro kosten.

Der Kommentar des Bürgermeisters zielte auf die zu erwartenden Anwohnerreaktionen. Denn die Anlieger hatten es 2000 durchgesetzt, dass der Barsbütteler Weg per Schranke in eine Sackgasse verwandelt wurde. Die Sportanlagen, das JuzO und die neue Kita sind seitdem mit dem Auto nur über das Gewerbegebiet und Meessen zu erreichen. Die Idee der Verkehrsplaner war nun, den Bus im Stundentakt über die Strecke zu lenken, womöglich einen versenkbaren Poller zu installieren.

Wolfgang Lorenz (SPD) wies darauf hin, dass diese Route auch Vorteile für das von seiner Fraktion bevorzugte Wohngebiet nördlich des Breedenwegs biete. Ein Konsens fand sich jedoch zunächst nur für Variante zwei. Oststeinbek wird die Linie zunächst für zwei Jahre finanzieren. Sollte eine Nachfrage deutlich werden, wird der Kreis Stormarn die Kosten als Grundangebot übernehmen.