Oststeinbek

Eine Bücherei soll erhalten bleiben

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Susanne Tamm

Protest: Politiker ändern Meinung

Der Vorschlag hat in Oststeinbek Wellen geschlagen. Die SPD hatte im Februar beantragt, die Büchereien auf den Prüfstand zu stellen. Stattdessen wollte sie eine Kinder- und Jugendbücherei unter ehrenamtlicher Leitung in der Grundschule einrichten. Ziel war es, 46 000 Euro einzusparen. Mittlerweile hat sich Widerstand formiert: 1163 Unterschriften haben die Oststeinbeker Sandra Fligge und Hubert Flentje gegen eine mögliche Schließung gesammelt und an Bürgermeister Jürgen Hettwer überreicht. Sandra Fligge hat zudem mit den Fraktionen gesprochen.

Das zeigt jetzt Wirkung, wie eine Umfrage unter den Politikern zeigt. "Wir hatten uns in der Fraktion noch keine abschließende Meinung dazu gebildet", sagt Christian Höft, Fraktionschef der SPD. "Jetzt haben wir beschlossen, die Bücherei an ihrem jetzigen Standort in Oststeinbek zu erhalten, die in Havighorst aber aufzugeben. Stattdessen könnte dort ein Veranstaltungsraum entstehen. Denn der fehlt, seitdem der Mehrzweckraum stärker von der Kita Schulstraße genutzt wird." Die Bibliothek in Havighorst an der Dorfstraße sei nicht zu halten.

Auch die CDU will nun genauer hinschauen, sagt Jürgen Schweizer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender: "Es war wohl etwas unüberlegt, dem Antrag gleich zuzustimmen. 1200 Unterschriften sind schon beeindruckend. Noch schöner wäre es allerdings, wenn die Unterzeichner sich alle einen Leserausweis besorgen würden. Dann hätten wir das Problem mit dem Defizit von 16 000 Euro auch nicht." Auch die CDU vertritt die Ansicht, dass die Bibliothek in Havighorst nicht zu halten sei. Der Anteil der Havighorster Leser liegt bei 20 Prozent.

Rudolf Hametner sagt, für seine OWG sei die Schließung der Büchereien nicht das Thema, der Wählergemeinschaft gehe es vielmehr um die Wirtschaftlichkeit. "Wir wollen ein Konzept, um die Kosten zu reduzieren oder Einnahmen zu generieren", betont er. "Eine Bücherei gehört schon zur Infrastruktur."

Die FDP, vertreten durch Jürgen Verwiebe, ist bisher nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. "Zwei Büchereien können wir uns nicht erlauben, aber vielleicht eine", sagt er. Gemeindevertreter Dieter Peth (parteilos) ist kein Mitglied im Kulturausschuss und hat so nicht über den SPD-Antrag abstimmen können. Doch am Montag, 23. März, steht das Thema auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung. "Ich bin dagegen, Büchereien zu schließen", sagt er. "Wir sollten ihre Nutzung lieber für andere Zwecke erweitern und so sparen."

Die Sitzung im Bürgerhaus, Möllner Landstraße 22, beginnt um 19.30 Uhr.

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