Glinde

Polizei rüstet sich für Zukunft

| Lesedauer: 3 Minuten
Undine Brandt

Zusammenlegung: Stationen in Glinde und Reinbek bilden jetzt ein großes Revier

Die Städte Reinbek und Glinde wachsen immer mehr zusammen. Darauf reagiert nun auch die Polizei: Die einstigen unabhängigen Polizeizentralstationen bilden jetzt ein großes Revier, das von Reinbek aus geleitet wird. An der Spitze steht Eggert Werk, der einstige Glinder Polizei-Chef. "Die Zusammenlegung von Polizeistationen zu einem Revier ist ein aktueller Trend. Das Revier Reinbek gehört mit 60 Polizisten, die rund 82 000 Bürger betreuen, nun zu den größten im Land", sagt der 58-jährige Erste Polizeihauptkommissar. Die Beamten sind verteilt auf die einzelnen Dienststellen Reinbek und Glinde, Barsbüttel, Wentorf und Oststeinbek, wobei letztere mit drei Polizisten die kleinste Einheit bildet. Reinbek und Glinde sind mit jeweils 21 Polizisten am personalstärksten.

Die Aufgabe von Eggert Werk und seinem Stellvertreter, Hauptkommissar Jochen Sohrt, ist es nun, die einzelnen Stationen zusammenzuführen, ein Wir-Gefühl zu erzeugen. Arbeiteten die Polizisten in Reinbek und Glinde bislang selbstständig, sollen sie künftig gemeinsame Einsätze fahren oder Verkehrskontrollen durchführen.

"Das Zusammenwachsen braucht Zeit. Und wir müssen die Arbeitsbelastung gerechter verteilen", sagt Sohrt. Denn die Polizeiarbeit in Glinde ist etwas stressiger als in Reinbek. Das liegt daran, dass die Beamten hier häufiger zu Einsätzen gerufen werden als im Nachbarort.

Das kann Hauptkommissar Torsten Gronau, neuer Leiter der Dienststelle Glinde, bestätigen. "Anzeigen wegen Nachbarschaftsstreitigkeiten und Eigentumsdelikten sind hier relativ häufig. Das liegt auch an der Bevölkerungsstruktur und der Nähe zu Hamburg", so der 49-Jährige, der seit einem Monat in Glinde den Hut aufhat.

Der Lübecker hat sich gegen 14 Bewerber durchgesetzt und fühlt sich wohl in seiner neuen Dienststelle. "Toll ist, dass die Polizei in der Stadt fest verankert ist, Teil des gesellschaftlichen Lebens ist. Wir gehen zu Aufklärungsgespräche an Schulen, sind mit der Bürgerinitiative gegen Rechts in Kontakt, und die SPD-Genossen bitten uns um einen Bericht unserer Arbeit", sagt Gronau. "Das kannte ich von meiner letzten Dienststelle in Lübeck nicht."

Die einzigen Veränderungen, die er sich in Zukunft wünschen würde, ist, dass sich der Altersdurchschnitt in seiner Dienststelle verringert - der liegt bei rund 50 Jahren - und sich der Frauenanteil erhöht. Von 20 Kollegen sind nur zwei weiblich. Das allmählich zu ändern, gehört auch zu den Aufgaben seiner beiden Chefs Werk und Sohrt.

Von der Umstrukturierung der Polizei soll der einzelne Bürger nichts spüren. "Die Sicherheit ist und bleibt gewährleistet. Wir sind weiter rund um die Uhr im Einsatz", sagt Revierleiter Werk. Zumindest die Dienststellen Reinbek und Glinde bleiben weiterhin Tag und Nacht besetzt.

Unverändert bleibt auch, dass Einsätze am Wochenende und in der Nacht in Wentorf von Reinbek aus gefahren werden. Einsätze in Barsbüttel und Oststeinbek fahren wie bisher die Glinder Kollegen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Glinde