Heimatmuseum

Es knirscht in der Kupfermühle

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Susanne Tamm

"Was ist denn bei Ihnen los?", fragte eine Hamburger Rentnerin aus Horn bei ihrem jüngsten Besuch der Kupfermühle den Hausmeister Markus Thun. Die ehemalige Sekretärin hatte bei ihren vorigen Besuchen beim Anblick der historischen Schreib- und Rechenmaschinen des Heimatmuseums in Erinnerungen geschwelgt. Doch jetzt waren nur noch eine Handvoll Maschinen präsentiert. Der Rest der Sammlung steht im Depot.

Heimat- und Bürgerverein weist Kritik an der Präsentation im Heimatmuseum zurück.

Seit 1985 betreibt der Heimat- und Bürgerverein Glinde (HBVG) ehrenamtlich das kleine kulturgeschichtliche Museum am Kupfermühlenweg 7. Markus Thun, seit fast 20 Jahren Hausmeister in der Kupfermühle, fürchtet, dass mittlerweile die Besucherzahlen zurückgehen und führt das auf das neue Schaukonzept des Heimat- und Bürgervereins zurück. "Ich weiß nicht, was sich der Vorstand dabei denkt, die Ausstellung so umzuräumen", klagt er. Der 77-Jährige, der als langjähriger Mühlenwart viele Ausstellungskonvolute für das Heimatmuseum entdeckte, ist enttäuscht darüber, dass unter anderem ein Teil der historischen Schreibmaschinen auf dem Dachboden verschwunden ist, die Mühlenmodelle so in die Ecken gerückt sind, dass sie kaum zur Geltung kommen und dass im Obergeschoss des Wagenschauers Objekte ohne Bedeutungszusammenhang nebeneinander stehen. Jetzt überlegt er sogar, seine Ehrenmitgliedschaft im Heimat- und Bürgerverein bei der nächsten Jahresversammlung zurückzugeben. Thun hat sich im Februar aus gesundheitlichen Gründen von seiner Aufgabe als Mühlenwart zurückgezogen.

Das heiße aber nicht, dass er sich nicht über die Ziele des Vorstandes informieren könne, betont Wolf-Dieter Bode, Erster Vorsitzender des HBVG. "Wir sind seit etwa einem Jahr dabei, die Exponate neu zu ordnen", bestätigt er. "Wir wollen das, was zueinander gehört, zusammenstellen." Es müssten keine 15 Radios gezeigt werden, fünf Exemplare würden reichen. Die Schau im Wagenschauer sei noch nicht fertig. Hier sollen Einrichtungen aus den 50er-Jahren zu bewundern sein. Noch fehle ein Schlafzimmer, in das auch das Kinderbett gehöre.

Er bestimme nicht allein, sondern gemeinsam mit den anderen sieben Vorstandsmitgliedern über die neue Präsentation: An zwei Mittwochnachmittagen im Monat treffen sich Mitglieder, um Ideen zu sammeln und in die Tat umzusetzen. Die Besucherzahlen seien mit 2500 bis 3000 pro Jahr konstant geblieben.

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