Modernisierung

Bargteheide baut für drei Millionen Euro das Freibad um

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Harald Klix
Der Umkleidetrakt, die Cafeteria und das alte Schwimmmeisterhaus werden für die Neubauten abgerissen, nur das Technikgebäude (unten r.) bleibt stehen.

Der Umkleidetrakt, die Cafeteria und das alte Schwimmmeisterhaus werden für die Neubauten abgerissen, nur das Technikgebäude (unten r.) bleibt stehen.

Foto: Manfred Giese

Die Stadt investiert in einen modernen Umkleide- und Personaltrakt. Beginn verzögert sich wegen erneuerter Ausschreibung der Arbeiten.

Bargteheide. Anfang November rollen Bagger ins Bargteheider Freibad. Dann reißen sie das mehr als 50 Jahre alte Hauptgebäude mit Umkleidetrakt und Kassenhäuschen sowie das benachbarte ehemalige Schwimmmeisterhaus ab. Damit schaffen sie Platz für zwei moderne Neubauten an nahezu gleicher Stelle. Rund drei Millionen Euro investiert die Stadt in das Projekt.

Arbeiten sollte ursprünglich im September beginnen

Unterhalb des neuen, deutlich breiteren Eingangsbereichs entsteht der rund 250 Quadratmeter große und 60 Meter lange Umkleidebereich mit Sammel- und Einzelkabinen, Duschen und Toiletten. Oberhalb wird ein 200 Quadratmeter großer Personal-, Kassen- und Kiosktrakt errichtet. Dieser umfasst auch einen Erste-Hilfe-Raum, einen Rückzugsbereich für Mitarbeiter und einen Multifunktionsraum, der zum Beispiel bei Wettkämpfen genutzt werden kann. „Die Barrierefreiheit der Gebäude wird dabei berücksichtigt“, sagt Rathaussprecher Alexander Wagner.

Ursprünglich sollten die Arbeiten schon Mitte September direkt nach Saisonschluss beginnen. „Fünf Gewerke mussten aus vergaberechtlichen Gründen erneut öffentlich ausgeschrieben werden, was zu einer Verzögerung geführt hat“, sagt Wagner. Nun sollen die Gebäude im Sommer nächsten Jahres fertig sein. „Inwieweit die Saison 2021 dann davon betroffen sein wird, lässt sich heute noch nicht abschätzen“, so der Referent von Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht.

DLRG hofft ebenfalls auf eine Zukunft direkt am Wasser

Der Umbau rettet auch zwei alte Bäume. „Die Maßnahme ermöglicht es, zwei großgewachsene Eichen, die mittlerweile nah am bisherigen Gebäude stehen, erhalten zu können“, so Wagner.

Auf eine Zukunft direkt am Wasser hofft ebenfalls die Bargteheider Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Sie ist noch bei der Feuerwehr im Hilfszentrum am Alten Sportplatz untergebracht, das in einigen Jahren nach dem Neubau einer Feuerwache aufgegeben wird. Die DLRG würde gern zum Freibad umziehen. Dort trainieren die Rettungsschwimmer nicht nur, sondern bieten auch diverse Schwimm- und Ausbildungskurse für alle Altersklassen an.

Becken und Technik wurden für 4,75 Millionen erneuert

Die DLRG wünscht sich einen Lehrsaal für 50 Personen, ein Büro und Lagerraum. Dafür könnte der Personaltrakt um eine Etage erhöht werden. „Eine Aufstockung des Gebäudes soll baulich derart vorbereitet werden, dass Fundamente, Wände und Decke statisch dafür erstellt werden“, sagt Alexander Wagner. Die Kommunalpolitiker haben diese Idee im Bauausschuss vor einem Jahr bereits befürwortet. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus.

Insgesamt investiert die Stadt gut acht Millionen Euro in die Modernisierung ihres Freibads. Vom Land Schleswig-Holstein gibt es aktuell einen Zuschuss von 250.000 Euro. Von 2013 bis 2015 war bereits die technische Ausstattung für rund 4,75 Millionen Euro komplett erneuert worden. Unter anderem wurden die undichten Becken durch moderne Edelstahlwannen ersetzt. Die neuen Gebäude waren ebenfalls deutlich eher geplant, wurden aus finanziellen Gründen aber mehrfach von Jahr zu Jahr verschoben.

In der Corona-Saison kamen sogar 45.200 Besucher

Seit der Einweihung 1968 hat das Bargteheider Freibad mehr als 4,5 Millionen Besucher gezählt. An warmen Sommertagen suchen mehr als 3000 Gäste Abkühlung auf dem von hohen Bäumen umgebenen Areal im Volkspark. Zuletzt pendelte sich die jährliche Zahl bei gut 76.000 ein. Im „Supersommer“ 2018 waren es sogar mehr als 111.000.

In der wegen der Corona-Pandemie außergewöhnlichen Saison 2020 kamen fast 45.200 Besucher. Das ist in Anbetracht der vielen Einschränkungen eine durchaus beachtliche Zahl. So wurde das Bad nicht Anfang Mai, sondern erst mit fünf Wochen Verspätung am 12. Juni eröffnet. Maximal 500 Menschen durften gleichzeitig hinein. Dienstags bis freitags gab es jeweils drei Zeitfenster und an den Wochenenden zwei. Dazwischen wurde die Anlage zur Reinigung und Desinfektion geschlossen.

Trotzdem kamen im Juni rund 11.700 Besucher, im Juli fast 9200 und im heißen August sogar knapp 22.200. An den ersten sechs Septembertagen waren es noch einmal 2100. Der beste Tag war Dienstag, 11. August, als bei Temperaturen von 32 Grad Celsius im Schatten mehr als 1300 Gäste Eintritt zahlten.

Der neue Umkleidetrakt bekommt keine Heizung

Das Bargteheider Freibad ist das beliebteste im Kreis Stormarn. Es bietet ein Schwimmerbecken mit 50-Meter-Bahn und Sprungturm sowie ein großes Nichtschwimmerbecken. Eine Attraktion ist die 60 Meter lange Wasserrutsche.

Der neue Umkleidetrakt bekommt keine Heizung, da er immer nur von Anfang Mai bis maximal Mitte September in Betrieb ist. Ein großes Vordach schützt die Gäste vor Regen. Das Kassen-, Mitarbeiter- und Kioskgebäude wird nahezu ganzjährig genutzt und deshalb gedämmt und beheizt.

Das Technikgebäude bleibt erhalten. Dort soll eine neue Desinfektionsanlage fürs Badewasser installiert werden. Südöstlich wird ein gut 50 Quadratmeter großer Abstellraum angebaut, in dem unter anderem Chemikalien gelagert werden können.

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