Kommunalpolitik

Glinde gedenkt NS-Zwangsarbeitern mit Mahnmal

Die Werkshalle 22 des Glinder Kurbelwellenwerks nach abgeschlossener Demontage und Räumung durch die britische Besatzungsmacht.

Die Werkshalle 22 des Glinder Kurbelwellenwerks nach abgeschlossener Demontage und Räumung durch die britische Besatzungsmacht.

Foto: Marfels

Politik bestimmt als Standort das Schulgelände Wiesenfeld am Holstenkamp. Mahnmal erinnert an NS-Zwangsarbeiter in Glinde.

Glinde.  Dass Glinde ein Mahnmal errichten wird zwecks Erinnerung an NS-Zwangsarbeiter im Kurbelwellenwerk, war schon lange klar. Jetzt steht auch der Standort fest: Der Kulturausschuss hat sich auf seiner jüngsten Sitzung für das Schulgelände Wiesenfeld am Holstenkamp entschieden. Das war der Wunsch der dortigen Gemeinschaftsschule sowie der Geschichtswerkstatt. Sie ist Initiator des Projekts.

Vorgesehen ist eine Figur in Lebensgröße, die unter der Last einer Kurbelwelle zusammenbricht. Wie berichtet, hatten Jungen und Mädchen der Gemeinschaftsschule bei einem Wettbewerb Varianten für die Gedenkstätte entworfen. Jene soll auf einem Rasenstück entlang der Straße gebaut werden. Bestandteil ist eine Tafel mit Erklärungen. Die Stadt investiert 25.000 Euro.

Kurbelwellenwerk wurde 1936 fertiggestellt

An der Ecke Holstenkamp waren Tausende Zwangsarbeiter aus ganz Europa und Kriegsgefangene vor allem aus Osteuropa in einem Lager untergebracht. Sie arbeiteten im Kurbelwellenwerk: ein spezialisierter Metallbetrieb, der zum Krupp-Konzern gehörte und für die deutsche Luftwaffe fertigte. Er wurde 1936 gebaut und 1943 erweitert. 1945 räumten die Nationalsozialisten das Werk und vernichteten wichtige Dokumente. Die britischen Besatzer demontierten nach Kriegsende eiligst die Anlagen. Alles was brauchbar erschien, wurde außer Landes gebracht. Die letzten Baracken des Lagers wurden in den 60er-Jahren abgerissen. Die Geschichtswerkstatt hatte Kontakt mit Familien ehemaliger Zwangsarbeiter aufgenommen.

( suk )

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