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Ammersbek: Ins Haus am Schüberg ziehen Geflüchtete ein

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Elvira Nickmann
Das Haus am Schüberg stand mehr als acht Monate leer. In dieser Zeit wurde ein Käufer gesucht. Jetzt sollen übergangsweise Geflüchtete einziehen.

Das Haus am Schüberg stand mehr als acht Monate leer. In dieser Zeit wurde ein Käufer gesucht. Jetzt sollen übergangsweise Geflüchtete einziehen.

Foto: michael bogumil

Diakonie-Gruppe will ehemalige Bildungsstätte kaufen, stellt sie zunächst als Unterkunft bereit. Das ist der Plan fürs UmweltHaus.

Ammersbek. Ende Juni 2021 hat das Tagungshaus am Schüberg im Ammersbeker Ortsteil Hoisbüttel seine Türen geschlossen. Wenige Monate zuvor hatte der Kirchenkreisrat Hamburg-Ost auf einer Sitzung den Beschluss gefasst, sich aus wirtschaftlichen Erwägungen von der Anlage zu trennen (wir berichteten). Wenn sich die Türen schon bald wieder öffnen, dann für Geflüchtete aus der Ukraine. Sie sollen übergangsweise in dem Gebäude unterkommen. Dabei geht es vorwiegend um Menschen mit Assistenzbedarf, für die aufgrund ihrer Behinderung nicht jede Art von Unterkunft gleichermaßen geeignet ist.

Anfang April werden erste Geflüchtete erwartet

Die Gruppe Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie (NGD-Gruppe), unter deren Dach sich das Diakonie-Hilfswerk Schleswig-Holstein und der Verein NGD zusammengefunden haben, übernimmt die Trägerschaft der Flüchtlingsunterkunft. Kerrin Schöne, Sprecherin der Gruppe, sagt: „Wir hoffen, dass Anfang April die ersten Menschen aus der Ukraine einziehen können.“ Sie habe aktuell noch keine Kenntnis darüber, welche und wie viele Menschen kommen werden, das hänge auch von dem Grad der Behinderung ab.

Klar sei aber, dass Frank Michelsen, Leiter der Einrichtung Die Ahrensburger, die in einer eigenen Werkstatt Arbeitsplätze für Behinderte bietet, die Koordination übernehmen soll. Zur Bewältigung dieser Aufgabe könne Michelsen auf ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen und Unterstützern zurückgreifen.

Zimmer sind bezugsfertig und nahezu barrierefrei

Propst Matthias Bohl vom Kirchenkreis Hamburg-Ost sagt: „Es war uns wichtig, schnell zu handeln.“ Kirche und Diakonie könnten in den Räumen gemeinsam „eine schnelle Lösung schaffen, um etwas für die schutzsuchenden Menschen aus der Ukraine zu tun“.

Dass die Kooperation so schnell angebahnt werden konnte und der Nutzungsvertrag bereits unterzeichnet ist, liegt an einem wichtigen Detail: Die NGD-Gruppe will das Gebäude kaufen. Zwar steht die Genehmigung noch aus, und es gibt noch keinen Termin für die Unterzeichnung der Verträge. Aber nahezu alle Voraussetzungen wurden bereits geschaffen.

NGD-Gruppe plant eine Wohnstätte für Behinderte

Kirchenkreis-Sprecher Remmer Koch sagt: „Was den Verkauf angeht, betrifft dieser nur das große Tagungshaus.“ Laut Verkaufsinserat auf einem Immobilienportal hätten optional weitere Gebäude angemietet werden können. Das sei aber derzeit nicht im Gespräch und dafür gebe es aktuell auch keine weiteren Interessenten.

„Die NGD-Gruppe plant an diesem Standort eine Einrichtung für Menschen mit Assistenzbedarf“, so Koch weiter. Auf dem Weg dahin seien viele Beschlüsse und Genehmigungen erforderlich. Zwar sei das Vorhaben „nahezu in trockenen Tüchern“, doch bis es so weit sei, solle das Haus sinnvoll genutzt werden. „Die Zimmer sind alle in bezugsfähigem Zustand und nahezu barrierefrei, es ist ist alles ebenerdig.“ Zur weiteren Planung sagt Schöne: „Vorbehaltlich der Genehmigung soll dort eine Wohnstätte für Menschen mit Behinderung entstehen.“ Diese werde dann zur Einrichtung Stormarner Wege gehören und biete zwischen 21 und 24 Plätze. Das Haus müsse dazu erst weiter barrierefrei ausgebaut werden.

Für das KunstHaus fehlt noch immer ein Konzept

Auf die Frage, was sich in Sachen Umwelt- und KunstHaus tue, die beide auf dem Gelände angesiedelt waren, antwortet Koch: „Das UmweltHaus wird zum Rockenhof umziehen.“ Die Kirche am Rockenhof in Volksdorf verfüge über die passenden Räume für ein Büro, in das die drei Mitarbeitenden des UmweltHauses einziehen könnten. Der Umzug solle in den nächsten Monaten erfolgen.

Anders der Stand beim KunstHaus. „Hier kommt es darauf an, wie man sich konzeptionell aufstellen wird“, so der Kirchenkreis-Sprecher. Erst wenn die Richtung klar und der Platzbedarf ermittelt sei, könne man sich auf die Suche nach dem richtigen Umfeld machen. „Das ist sicherlich kein endloser, sondern vielmehr ein laufender Prozess.“

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