Feuerwehr Schleswig-Holstien

Sirenen heulten: Wie es zum Fehlalarm an Weihnachten kam

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Weihnachten hatten 15 Sekunden lang Sirenen in Stormarn und im Herzogtum Lauenburg aufgeheult. Es war ein Fehlalarm (Symbolfoto).

Weihnachten hatten 15 Sekunden lang Sirenen in Stormarn und im Herzogtum Lauenburg aufgeheult. Es war ein Fehlalarm (Symbolfoto).

Foto: Jens Büttner / dpa

Mitten in der Nacht heulten die Sirenen in Stormarn und dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Jetzt steht die Ursache für den Fehlalarm fest.

Bad Oldesloe. Aufheulende Sirenen hatten 15 Sekunden lang um Mitternacht am zweiten Weihnachtstag zahlreiche Menschen in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg aufgeschreckt. Viele Bürger riefen bei der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe an und wollten wissen, was los sei.

Nun steht die Ursache für den Fehlalarm fest: Demnach war ein Problem mit der Software des Alarmierungssystems der Leitstelle für die unbeabsichtigte Aktivierung verantwortlich.

Feuerwehr Schleswig-Holstein: Fehlalarm an Weihnachten

Das bestätigt Andreas Rehberg, Leiter des für die Leitstelle zuständigen Fachbereichs Sicherheit und Gefahrenabwehr in der Stormarner Kreisverwaltung, unserer Redaktion. „Der Systemlieferant hat den Fehler inzwischen identifiziert und bestätigt“, sagt Rehberg.

Das Unternehmen arbeite derzeit „mit Hochdruck“ an einem Update, um das Problem zu beheben. „Es wird voraussichtlich im Februar oder März bereitstehen und derartige Vorfälle für die Zukunft ausschließen“, so der Fachbereichsleiter. Die Freiwilligen Feuerwehren in beiden Kreisen seien schriftlich durch die Leitung der ILRS über die Ursache des Vorfalls in Kenntnis gesetzt worden.

Rehberg betont zudem, dass das Softwareproblem lediglich für Probealarme bestehe. Die Alarmierungswege für den Ernstfall seien nicht beeinträchtigt.

Auch am Warntag hat es Sirenen-Probleme gegeben

Die 153 Sirenen in Stormarn hatten den Technikern in der Vergangenheit bereits häufiger einen Streich gespielt. Beim Probealarm im vergangenen Juli etwa blieben sie vielerorts stumm.

Auch beim Warntag 2020 gab es landesweit Probleme. Der Alarm wird durch die Regionalleitstelle nicht über eine feste Leitung ausgelöst, sondern mittels eines RICs, eines Radio Identifi­cation Codes. Dabei handelt es sich um ein digitales Signal, dass von der Sirene empfangen wird und dann den Warnton auslöst. Im Ernstfall sollen sich die Bürger anschließend via Rundfunk und TV über Handlungsempfehlungen informieren. Das Installieren der Katwarn-App, die bei Katastrophenfällen aktiv wird, wird auch empfohlen.

Vorfall im März 2019: Sirenen schlugen drei Mal Alarm

Für ähnliche Irritationen hatte im März 2019 ein Sirenengeheul im Herzogtum Lauenburg gesorgt. An einem Sonnabend schlugen die Sirenen gegen 17.40 Uhr, 18.20 Uhr und 19.13 Uhr Alarm.

Zunächst gab es die Vermutung, dass die Technik gehackt wurde oder sich jemand mit den illegalen Alarmen einen Spaß erlaubt hatte. Später stellte sich dann jedoch heraus, dass auch hier ein Programmierfehler der Auslöser des Fehlalarms war.

( fsn/isa )

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