Serie

Agenda 2022: Das planen Ammersbek und Großhansdorf

| Lesedauer: 11 Minuten
Harald Klix
Die Karte gibt einen Überblick, welche Projekte in Ammersbek und Großhansdorf anstehen.

Die Karte gibt einen Überblick, welche Projekte in Ammersbek und Großhansdorf anstehen.

Foto: Grafik: Frank Hasse

Was kommt im nächsten Jahr auf Sie zu? Was sind die großen Projekte vor Ihrer Haustür und in der Nachbarschaft? Ein Überblick.

Schulen und Wohnungen: In diese Bereiche fließen in Ammersbek und Großhansdorf dieses Jahr zig Millionen Euro. Die Mitarbeiter in den Rathäusern und die Kommunalpolitiker beschäftigen sich mit Neubauten, Sanierungen und Erweiterungen, die oft über Jahre laufen. „Nach wie vor gibt es viele Fragezeichen, wie sich die Corona-Pandemie auf unsere Finanzen auswirkt“, sagt Ammersbeks Bürgermeister Horst Ansén.

Der Großhansdorfer Verwaltungschef Janhinnerk Voß sieht eine weitere große Herausforderung in der Unterbringung von Flüchtlingen, sollten die Prognosen von stark steigenden Zahlen zutreffen. „Noch sind viele Unterkünfte mit anerkannten Asylbewerbern belegt, für die auf dem angespannten Immobilienmarkt im Großraum Hamburg kaum Wohnungen zu finden sind“, sagt er.

Mit Unterstützung von externen Fachleuten will Großhansdorf bis zum Herbst ein Fahrradkonzept erstellen. „Das kann von der kleinen Bordsteinabsenkung über Schutzstreifen bis zu neuen Radwegen reichen“, sagt Voß. Für rund 200.000 Euro werden 15 Bushaltestellen umgebaut, damit alle in der Gemeinde barrierefrei sind. Der Kreis hat eine 75-prozentige Förderung signalisiert. Diese größeren Projekte stehen in beiden Orten auf der Agenda.


1. B-Plan für Seniorencampus und Kindergarten geändert
Die Specht-Gruppe aus Bremen plant auf ihrem Grundstück an der Bergstedter Chaussee direkt an der Hamburger Landesgrenze ein Quartier mit 71 seniorengerechten Wohnungen, Pflegeheim mit 137 Plätzen und Kindertagesstätte mit 70 Plätzen. Der Bauantrag für das circa 14.500 Quadratmeter große Grundstück ist eingereicht. „Wir haben alle Fragen geklärt und die nötige Änderung des B-Plans abgeschlossen“, sagt Bürgermeister Ansén. Das Unternehmen, das bundesweit in Pflege-Immobilien investiert, rechnet mit einem Investitionsvolumen von rund 37 Millionen Euro. „Aktuell gehen wir davon aus, dass wir im Sommer mit den Bauarbeiten starten können“, sagt eine Unternehmenssprecherin.


2. Name für Wohn- und Geschäftshaus am U-Bahnhof Hoisbüttel gesucht
Auf dem Eckgrundstück Hamburger Straße/Georg-Sasse-Straße rücken die Bagger an. Die Sparkasse Holstein beginnt mit dem Bau des Wohn- und Geschäftshauses am U-Bahnhof Hoisbüttel, das schätzungsweise 25 Millionen Euro kostet. Ein Generalunternehmer soll das bis zu viergeschossige Haus bis Anfang 2024 hochziehen. Geplant sind acht Läden im Erdgeschoss (die Sparkassenfiliale zieht selbst ein, außerdem ein Budnikowsky-Drogeriemarkt), ein Eis- oder Cafépavillon, 49 Mietwohnungen und eine Tiefgarage mit 73 Plätzen und 19 Elektroladesäulen. Bis Ende Januar läuft ein Namenswettbewerb der Sparkasse für Ammersbeks neues Eingangstor.


3. Kirchengemeinde Hoisbüttel plant Quartierzentrum mit Wohnungen
Weil der Kirchenkreis sparen muss und keine Zuschüsse mehr zahlt, will die Kirchengemeinde Hoisbüttel ihr Gotteshaus mit dem Bau und der Vermietung von Wohnungen retten. Auf dem Areal an der Lottbek sind zwölf bis 15 Einheiten vorgesehen. In einem ersten Konzept vor fünf Jahren war noch von einem Block mit 35 Wohnungen die Rede. Das führte zu heftigen Protesten der neuen Bürgerinitiative Interessen-Gemeinschaft Erhaltenswertes Lottbek (IGEL).


4. Kinderstadt Stormini zieht an die Grundschule Hoisbüttel
Im dritten Anlauf soll die Kinderstadt Stormini endlich in Ammersbek Station machen. Nach zwei Absagen wegen der Corona-Pandemie sollen 280 Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren sowie mehr als 180 Betreuer Anfang Juli in die Zeltstadt an der Grundschule Hoisbüttel ziehen. Helfer können sich jetzt für das Planspiel anmelden, Kinder vom 1. bis 15. Februar. Mit dem Schulgebäude befassen sich auch die Kommunalpolitiker: Sie müssen eine Lösung für die Raumnot finden.


5. Das Dorfgemeinschaftshaus wird renoviert, E-Ladesäule kommt
Das 1988 eröffnete Dorfgemeinschaftshaus, das unter dem Namen Pferdestall bekannt ist, wird modernisiert und an Brandschutzvorgaben angepasst. Für rund 350.000 Euro wird die veraltete Lüftungsanlage ausgetauscht, die Holzdecke überarbeitet und die Stahlkonstruktion im Veranstaltungssaal gestrichen. Der Bund hat rund 126.000 Euro Zuschuss bewilligt. Für Elektroautos wird am Parkplatz eine öffentliche Ladesäule installiert. Außerdem prüft die Gemeinde, auf welchen eigenen Gebäuden Solaranlagen sinnvoll sind.


6. Kita am Sportplatz Schäferdresch zieht auf andere Seite
Die ursprünglich auf dem Bolzplatz an der Straße Schäferdresch geplante Kita für fünf Gruppen zieht auf die andere Seite des Fußballplatzes. Grund sind Naturschutzbelange, da das Baufenster zu klein gewesen wäre. Die Änderung von Bebauungs- und Flächennutzungsplan ist auf dem Weg.


7. Grundschule Bünningstedt bekommt Erdwärme und Solardach
Die Baugenehmigung für die Grundschule Bünningstedt ist da, die Ausschreibung erfolgt europaweit. Erster Spatenstich soll im ersten Quartal sein. In der Kombination mit einer Erdwärmeheizung über 140 Meter tiefe Sonden und der Solaranlage ist das Gebäude klimaneutral. Dank höherer Zuschüsse für eine bessere Energieeffizienz kann der Kostenrahmen von 8,3 Millionen Euro eingehalten werden. Das Land gewährt eine 2,1-Millionen-Euro-Förderung. Die Schule bekommt – ebenso wie die Grundschule Hoisbüttel – 108 iPads, drei ActivPanels (digitale Tafeln) und mehr als 20 Notebooks mit Wagen.
8. Baugenehmigung fürs Gerätehaus der Feuerwehr Bünningstedt erteilt
Die Baugenehmigung für das Feuerwehrgerätehaus in Bünningstedt hat länger auf sich warten lassen als erhofft. Jetzt erfolgt die Ausschreibung, um zügig mit dem Bau an der Dorfstraße (Höhe Einmündung Franz-Kruse-Straße) beginnen zu können. Für 4,2 Millionen Euro entsteht eine Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen, Umkleide-, Sanitär- und Schulungsräumen. Das alte Gerätehaus, das ebenfalls an der Dorfstraße liegt, soll Platz für Wohnbebauung machen.


9. Bürger lassen Streuobstwiese am Piepershorster Weg wachsen
Die Idee, eine vier Hektar große Koppel am Piepershorster Weg zur Streuobstwiese mit Äpfeln, Birnen, Zwetschen, Kirschen und Quitten zu machen, kommt gut an. 70 Bäume von alten Sorten, die Bürger zu Anlässen wie Geburt, Hochzeit oder Einzug gespendet haben, stehen schon. Der eigens gegründete Verein plant die nächste Pflanzaktion für Anfang April. Schon vorher sollen Schilder der Spender aufgestellt werden.


10. Regenkanalisation in der Hoisdorfer Landstraße wird vergrößert
Die Hoisdorfer Landstraße wird zur Großbaustelle. Die Hamburger Stadtentwässerung verlegt in drei Abschnitten eine neue Regenkanalisation. Dafür wird die Straße mindestens halbseitig gesperrt. Bei starken Regenfällen kommt es immer wieder zu Überflutungen. Das Wasser wird künftig in den Dorfteich geleitet, der entschlammt wird, und dann unterirdisch über den Erlenring über die folgenden Koppeln abgeleitet.


11. LungenClinic beginnt mit Neubau für Hightech-Krankenhaus
Die Fachklinik für Lungen- und Atemwegskrankheiten wird zum Hightech-Krankenhaus. Die Abrissbagger fangen mit dem Gebäude an, in dem das Impfzentrum des Kreises Stormarn untergebracht war. Das fünfstöckige Bettenhaus ist deutlich niedriger als der jetzige Turm. Die Zahl der Betten steigt von 179 auf 211. Der Neubau für etwa 81 Millionen Euro – 69 Millionen übernimmt das Land – soll Ende 2025 fertig sein.

12. Neubau an der Grundschule Wöhrendamm soll im Dezember stehen
Sieben Gruppenräume, Mensa mit 80 Plätzen, Küche, Sanitärräume: Das bietet der Neubau der Offenen Ganztagsschule an der Grundschule Wöhrendamm. Die Ausschreibungen haben die Kosten von 3,7 auf 4,1 Millionen Euro erhöht. Der Backsteinbau mit Gründach und Fotovoltaikanlage soll im Dezember stehen. Landeplatz für Rettungshubschrauber ist vorübergehend vor der Feuerwehr.


13. Planung für 80 Wohnungen auf ehemaliger Reha-Stätte voranbringen
Der Bebauungsplan für die 2015 geschlossene Reha-Stätte am Eilbergweg ist in Arbeit. Die Raiffeisenbank Südstormarn Mölln und der Immobiliendienstleister Genore Development aus Hamburg errichten auf dem 25 Hektar großen Waldgrundstück 80 Eigentums- und Mietwohnungen in sieben Gebäuden. Dazu gehört ein Konzept für die Nutzung der denkmalgeschützten Turnhalle.


14. Hochbahn baut neue Schalterhalle am U-Bahnhof Kiekut
Der Zeitplan für die Schalterhalle am U-Bahnhof Kiekut steht. Diesen Monat wird der nach Rissen im Mauerwerk einsturzgefährdete Eingang komplett abgerissen. Im Februar beginnt die Hochbahn mit dem Wiederaufbau, der Ende Mai beendet sein soll. Seit Juni 2018 führt eine Behelfstreppe zum Bahnsteig.


15. Abrissarbeiten für 112 neue Wohnungen an der Sieker Landstraße
Die meisten Wohnungen der Neuen Lübecker (NL) an der Sieker Landstraße 187-211 stehen leer, sodass die rund 70 Jahre alten Blocks jetzt abgerissen werden können. Für rund 30 Millionen Euro entstehen 112 statt jetzt 70 Wohnungen und zwei Tiefgaragen mit 100 Plätzen. Ende 2025 sollen alle Häuser stehen.

16. Schulverband macht Schulden für
Sanierung des Schulzentrums
Der Schulverband, dem Großhansdorf, Hoisdorf und Siek angehören, nimmt 2,2 Millionen Euro für die Sanierung des Schulzentrums auf. Damit steigt der Schuldenstand auf 13 Millionen. Für 2,6 Millionen Euro wird die Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule energetisch und baulich saniert. Rund 2,7 Millionen fließen in die Grundschule Schmalenbeck, die unter anderem neue Fenster und Türen sowie eine Fotovoltaikanlage bekommt. 2,1 Millionen sind fürs Emil-von-Behring-Gymnasium vorgesehen. In allen Gebäuden sind auch raumlufttechnische Anlagen vorgesehen. Dieses Jahr erfolgen die Vorbereitungen und genauen Planungen, gebaut wird ab 2023.

Das wurde aus den Projekten der Agenda 2021

Die Folgen der Corona-Pandemie haben einige Vorhaben ins Stocken gebracht. So hat Ammersbek die Sanierung der Schlagloch-Straßen Schäferdresch und Volksdorfer Weg zum wiederholten Mal verschoben. Die Einwohnerinformationen zum Bauprogramm fielen aus, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Da die Gemeinde im Unterschied zu den meisten anderen Stormarner Kommunen die Ausbaubeiträge nicht abgeschafft hat, werden die Anwohner an den Kosten (2,8 Millionen beziehungsweise 800.000 Euro) beteiligt. 2022 soll geplant und ausgeschrieben werden.

Aus anderen Gründen hat sich der Baubeginn für die neue Grundschule Bünningstedt verzögert: Erdwärme und Solaranlagen wurden nachträglich eingeplant, sodass das Gebäude sich selbst mit Energie versorgt und damit klimaneutral wird. Auch das Grundstück für das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bünningstedt liegt noch brach.

Die Sparkasse Holstein hat mit der Baustelleneinrichtung für das Wohn- und Geschäftshaus am U-Bahnhof Hoisbüttel begonnen. Das Gebäude, das um die 25 Millionen Euro kostet, soll Anfang 2024 stehen. Für den Seniorencampus mit Kindergarten an der Bergstedter Chausee (Landesgrenze zu Hamburg) ist der B-Plan geändert worden. Für die Digitalisierung der Grundschulen ist ein Zuwendungsbescheid über 124.000 Euro eingegangen, sodass ActivPanels und iPads angeschafft werden.

In Großhansdorf hat Hamburg Wasser die Erneuerung der Kanalisation in der Hoisdorfer Landstraße verschoben. Der U-Bahnhof Kiekut ist nach dem Abriss der Schalterhalle weiterhin über eine Behelfstreppe zu erreichen. Der Umbau der A-1-Anschlussstelle Ahrensburg hat die angespannte Verkehrssituation nur teilweise verbessert, es gibt immer noch Staus. Die Erweiterung der Grundschule Wöhrendamm hat begonnen, die Modernisierung des Schulzentrums läuft weiter.

Die Planungen für 80 Wohnungen auf der ehemaligen Reha-Stätte am Eilbergweg und 112 Wohnungen der Neuen Lübecker an der Sieker Landstraße kamen ebenso voran wie für den Neubau der LungenClinic für rund 81 Millionen Euro.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Stormarn