Regionalwettbewerb

Barsbütteler Schwestern holen Preis bei „Jugend musiziert“

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Nachwuchsmusikerinnen: Das Geschwisterpaar Nele (l.) und Kaya Kimmich aus Barsbüttel ist beim Auftritt vor der Jury in Lübeck hochkonzentriert.

Nachwuchsmusikerinnen: Das Geschwisterpaar Nele (l.) und Kaya Kimmich aus Barsbüttel ist beim Auftritt vor der Jury in Lübeck hochkonzentriert.

Foto: Yi Kimmich

Schülerinnen erreichen höchste Punktzahl. Was Lehrerin dazu sagt und warum so ein Ergebnis nicht mit Drill allein zu erzielen ist.

Barsbüttel.  Die Barsbütteler Konzertmeisterin, Musikpädagogin und Geigerin Nele Altenkamp leistet Aufbauarbeit in Sachen musikalischer Nachwuchs. Besonders leistungsstarke Geigenschüler meldet sie beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ an. So wie die Schwestern Nele (7) und Kaya (10) Kimmich. Das Barsbütteler Geschwisterduo hat beim Wertungsspiel die höchste Punktzahl erreicht und belegt damit den ersten Platz in der Kategorie „Duo: Klavier und ein Streichinstrument“ im Regionalwettbewerb.

Wer im Duo spielt, muss doppelt hinhören

Eine verdiente Auszeichnung, findet Altenkamp, die von dem Können und der „außergewöhnlichen Begabung“ der Schwestern überzeugt ist, die zu den Teilnehmenden in den jüngsten Altersklassen Ia, Ib und II zählen.

Eine Stunde Einspielzeit stand den Geschwistern vor ihrem großen Auftritt vor Publikum und Jury in der Musik-und Kunstschule in Lübeck zur Verfügung. Unter den Zuhörern war auch Altenkamp, die berichtet, dass Nele an der Einviertel-Geige und ihre ältere Schwester Kaja am Flügel bei dem Vortrag konzentriert zu Werke gingen und musikalisch aufeinander hörten. Eine Herausforderung bei einem so anspruchsvollen Programm mit Sonaten der Komponisten Arcangelo Corelli, Hans Poser und Harald Genzmer.

Eltern der Kinder haben keine musikalische Vorbildung

„Die unterschiedlichen Charaktere der Werke haben sie so eindrucksvoll und souverän gestaltet, dass kaum jemand glauben konnte, nur Kinder auf der Bühne zu sehen“, beschreibt die Musikpädagogin die Reaktion des Publikums. Umso ungewöhnlicher, da die Eltern der Kinder laut Altenkamp keine musikalische Vorbildung haben. „Den Vater mussten wir sogar erst noch überzeugen, dass seine Töchter außergewöhnlich begabt sind“, erzählt sie.

Nur mit Druck allein sei so ein Ergebnis nicht zu erzeugen, ist Altenkamp überzeugt. „Da muss schon eine eigene Motivation und Liebe zur Musik dahinter sein“, sagt sie. Es liege auch große Verantwortung bei ihr als Lehrerin, ein Kind nach seiner Begabung zu fördern. Und dabei darauf zu achten, dass es auch bei einem großen Potenzial nicht „verheizt“ werde, sondern eine schöne Kindheit habe. Glücklicherweise seien die Zeiten vorbei, in denen man Kinder unter der Androhung, dass sonst ihr Kuscheltier verbrannt werde, zu Höchstleistungen gezwungen habe.

Vorbereitungen zum Wettbewerb sind lehrreich

„Die Kinder sind heute stärker und lassen sich nicht so von den Eltern beeinflussen“, glaubt Altenkamp. Zwar seien die zehn Minuten des Wettbewerbs die spannendsten. Aber am besten finde sie den Weg dahin. „Was die Kinder alles dabei lernen, wenn sie darauf hinarbeiten, und die Konzerte und Auftritte im Vorfeld sind immens wichtig.“

( nick )

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