Kommunalpolitik

Oststeinbek macht Rolle rückwärts beim Sportlerheim-Projekt

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René Soukup
Bis 2019 konnten Zuschauer die Fußballspiele vom Restaurant im Sportlerheim aus verfolgen.

Bis 2019 konnten Zuschauer die Fußballspiele vom Restaurant im Sportlerheim aus verfolgen.

Foto: Thomas Rokos / BGZ

Eine Verlagerung des Sportlerheims in Oststeinbek war eigentlich vom Tisch. Jetzt wird sie nicht mehr ausgeschlossen.

Oststeinbek. Jetzt ist alles wieder offen: Eigentlich war geplant, das Oststeinbeker Sportlerheim am Barsbütteler Weg umzubauen. Wie berichtet, wurde ein Antrag der örtlichen Wählergemeinschaft (OWG) zwecks einer alternativen Standortprüfung im Bauausschuss am 30. August abgelehnt. Das Gremium hat nun eine Rolle rückwärts gemacht. Dadurch besteht zumindest die Option, einen Neubau an anderer Stelle umzusetzen. Sollte es tatsächlich soweit kommen, werden noch Jahre vergehen.

Der Beschluss bietet viel Spielraum: So werden 200.000 Euro für die Planung im Haushalt 2022 verankert, ohne dass sich die Gemeinde festlegt, das Geld auch auszugeben. Die Rede ist von einer „eventuellen Realisierung eines zweigeschossigen Gebäudes unter Nutzung des vorhandenen Sockelgeschosses oder dem nicht standortgebundenen Neubau“. Außerdem wird ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Fraktionen, Verwaltungskräften und Vertretern des Oststeinbeker SV gebildet, der sich mit dem Thema befasst. Spätestens im Januar soll es ein erstes Treffen geben.

Restaurantbereich steht seit mehr als zweieinhalb Jahren leer

Die CDU kann sich dafür nicht begeistern. Sie möchte keine Verlegung. Fraktionschef Patrick Klose sagt: „Ich halte den Beschluss für falsch. Es ist wieder auf Null gestellt. Eine Arbeitsgruppe ist wenig zielführend, weil die Bedarfe des OSV bereits abgefragt worden sind. Daran soll sich der beauftragte Fachplaner halten.“ Die Gemeinde hat den Experten für seine Arbeit bereits bezahlt.

Das Sportlerheim wurde 1976 gebaut und ist sanierungsbedürftig. Im Keller sind die Umkleidekabinen samt Technik für die Flutlichtanlage. Das Restaurant darüber hatte Anfang 2019 den Betrieb aufgegeben. Im vergangenen Jahr sollten 200.000 Euro in die Modernisierung gesteckt werden, auch um einen neuen Pächter zu finden. Die Suche blieb erfolglos. Die beiden Wohnungen in der oberen Etage stehen ebenfalls leer.

Dann beschäftigte sich die Politik mit einen Neubau, ein dreigeschossiger Komplex für 2,5 Millionen Euro war ihr allerdings zu teuer. Nach vielen Diskussionen schien diese Variante mehrheitsfähig zu sein: Abriss von zwei Ebenen und Schaffung einer Etage auf dem vorhandenen Sockel mit geschätzten Kosten zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro. Der Bau sollte so konzipiert sein, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Erhöhung um ein Geschoss möglich ist.

Die OWG war mit ihrem Vorschlag eigentlich aus dem Rennen. Sie präferiert eine Verlagerung in Richtung Norden inklusive des Kunstrasenplatzes, wünscht sich ein breites Gebäude samt Solardach. Wichtig war ihr auch die Ausbaureserve auf dem Areal für andere Sportanlagen. Für dieses Projekt muss die Gemeinde Grund erwerben. Die Ostbek.net-Fraktion konnte sich dafür begeistern, CDU und SPD lehnten die Standortprüfung ab.

Heizung muss so schnell nicht ausgetauscht werden

Nun aber haben die Sozialdemokraten mit OWG und Ostbek.net gestimmt. „In drei bis vier Jahren mag es vielleicht anders aussehen“, begründet SPD-Fraktionschef Thomas Mielcarek das Votum seiner Partei mit Blick auf die Haushaltslage. Die Gemeinde hat andere Großprojekte priorisiert wie den Neubau der Grundschule für mindestens 25 Millionen Euro, was wiederum personelle Ressourcen im Rathaus bindet. Wenn die Vorhaben abgearbeitet sind und genug Geld in der Gemeindekasse ist, könnte sich die SPD doch noch für einen Sportlerheimumzug entscheiden.

Eilig hat sie es nicht, denn nutzen können die Fußballer das Haus nach wie vor. Was erleichternd hinzu kommt, beschreibt Bürgermeister Jürgen Hettwer so: „Die Heizungsanlage muss doch nicht ausgetauscht werden.“

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