Infrastruktur

Oststeinbek saniert erste Straßen ganz ohne Anliegerbeiträge

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René Soukup
An der Brückenstraße baut das Unternehmen Semmelhaack gerade 80 Seniorenwohnungen und beteiligt sich auch an den Sanierungskosten.

An der Brückenstraße baut das Unternehmen Semmelhaack gerade 80 Seniorenwohnungen und beteiligt sich auch an den Sanierungskosten.

Foto: René Soukup

Gemeinde investiert rund 2,5 Millionen Euro in zwei Straßensanierungsprojekte. Los geht es 2022 an der Feuerwehrwache.

Oststeinbek. Zuletzt war wieder Flickschusterei angesagt. So wurden zum Beispiel Teile der Straßen Breedenweg, Postweg und Querweg in Oststeinbek mit Asphalt gefüllt und Schäden behoben. Wirklich schön sieht das nicht aus, aber zumindest war die Aktion zweckdienlich. Demnächst wird die Gemeinde nicht nur Löcher im Untergrund stopfen und Risse ausbessern, sondern in zwei Fällen eine Komplettsanierung vornehmen. Betroffen sind die Ziegeleistraße im Ortsteil Havighorst sowie die Brückenstraße bei der Feuerwehrwache. Dafür investiert Oststeinbek rund 2,5 Millionen Euro. Es sind die ersten Straßen, die in der rund 9100 Einwohner zählenden Kommune ohne Anliegerbeiträge grunderneuert werden.

Beide Vorhaben werden die Kommunalpolitiker am Montag, 22. November, im Bauausschuss auf den Weg bringen, indem sie das Geld im Haushalt 2022 verankern. „Gerade der hintere Bereich der Ziegeleistraße ist überfällig. Die Projekte sind notwendig“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Patrick Klose. Genauso sieht es sein Pendant von der Wählergemeinschaft OWG, Rudi Hametner: „Wir wollen das machen.“

Baubeginn im Ortsteil Havighorst ist 2023 geplant

Ursprünglich sollte der Ausbau der Ziegeleistraße schon in diesem Jahr umgesetzt werden. Als Hindernis nennt die Verwaltung mangelnde personelle Kapazitäten. Durch die Neubesetzung der Sachgebietsleitungsstelle Tiefbau im Rathaus hat sich die Situation geändert. Die Planungskosten betragen rund 300.000 Euro, Aufträge sollen im kommenden Jahr vergeben werden. Baubeginn ist für 2023 vorgesehen. Dafür werden zwei Millionen Euro aufgerufen.

Günstiger wird es für die Gemeinde an der Brückenstraße. Dort rechnet die Verwaltung mit einem Investitionsvolumen von rund 250.000 Euro, hat bei dieser Summe womöglich noch einen Puffer. Der Abschnitt von der Brücke bis unterhalb der Feuerwehrzufahrt wird zur Spielstraße, wo nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist. 50 Prozent der Kosten für die Deckenerneuerung in diesem Bereich trägt das Wohnungsunternehmen Semmelhaack. Es erstellt gegenüber der Feuerwehrwache gerade 80 Mieteinheiten für Senioren, 24 davon sind öffentlich gefördert. Im Sommer 2022 sollen alle Wohnungen in den sieben Gebäuden bezugsfertig sein. Verständlich, dass im kommenden Jahr auch die Straße angefasst wird.

Teil der Brückenstraße bekommt einen Gehweg

Deren obererer Teil bis zur Stormarnstraße wird mit einem Überzug versehen und bekommt einen altengerechten Gehweg, um eine sichere Verbindung zur Bushaltestelle herzustellen. Für diesen Abschnitt zahlt ausschließlich die Gemeinde. Ferner sind 15 Pkw-Stellplätze auf der Südseite und sechs hin zur Feuerwehr angedacht.

Oststeinbeks Verwaltung wollte eigentlich zum heutigen Zeitpunkt viel mehr Straßen grunderneuert haben. Von 2017 bis 2025 war eine große Sanierungs-Offensiv geplant und eine Prioritätenliste im Umlauf. Den Bedarf hatte seinerzeit ein Ingenieurbüro ermittelt. Damals wurden allerdings noch die Anlieger finanziell beteiligt. Als 2016 bekannt wurde, dass es in der Ostlandstraße sowie der davon abgehenden Tannenkoppel losgehen sollte, gingen Grundstückseigentümer auf die Barrikaden und gründeten eine Bürgerinitiative. Sie hatten Erfolg. Die Politik beschloss kein einziges Projekt.

Stattdessen machten die Parteien von der Möglichkeit Gebrauch, die Straßenausbaubeiträge abzuschaffen. Ein entsprechendes Gesetz war im Januar 2018 in Kraft getreten. Ohne Anliegergebühren wird Oststeinbek allerdings nicht das Tempo gehen können wie auf der Prioritätenliste skizziert, zumal Großprojekte anstehen wie der Neubau der Grundschule für rund 25 Millionen Euro.

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