Kommunalpolitik

Wann startet Oststeinbek den Umbau seines Sportlerheims?

| Lesedauer: 4 Minuten
René Soukup
Das Sportlerheim am Barsbütteler Weg ist 45 Jahre alt.

Das Sportlerheim am Barsbütteler Weg ist 45 Jahre alt.

Foto: Thomas Rokos

Umbau des Oststeinbeker Sportlerheims kostet bis zu 1,5 Millionen Euro, hat für die Politik aber nicht oberste Priorität.

Oststeinbek. Schnell wird es nicht gehen mit der Umgestaltung des Oststeinbeker Sportlerheims am Barsbütteler Weg. Das ist ausgemacht. Dazu hat die Gemeinde zu viele wichtige Projekte vor der Brust – wie zum Beispiel den Neubau der Grundschule, der rund 25 Millionen Euro kostet. Wann die Immobilie neben dem Kunstrasenplatz auf Vordermann gebracht wird, dazu wollen Politiker keine konkreten Angaben machen. Sie bestimmen, ob Geld zur Verfügung gestellt wird. Bei den neuen Vorschlägen der Verwaltung über die weitere Vorgehensweise gibt es kein eindeutiges Meinungsbild. Womöglich wird die Sache bis auf Weiteres zurückgestellt.

Am Montag, 15. November, befasst sich der Kultur-, Sozial- und Jugendausschuss (19.30 Uhr, Bürgersaal, Möllner Landstraße 22) mit dem Thema. Bürgermeister Jürgen Hettwer hat einen Beschlussvorschlag mit drei Varianten vorgelegt: Die Parteien akzeptieren den vom Oststeinbeker SV gewünschten Raumbedarf für ein zweigeschossiges Gebäude, wobei der Sockel nicht abgerissen wird und die Möglichkeit besteht, zu einem späteren Zeitpunkt eine Etage draufzusetzen. 200.000 Planungskosten sollen demnach in den Haushalt 2023 fließen. Alternativ wird mit dem OSV verhandelt zwecks weniger Raumvolumen, um die geschätzten Kosten zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro zu reduzieren – oder das Vorhaben landet in der Warteschleife, die Politik müsste sich vorerst nicht mehr damit beschäftigen.

Wählergemeinschaft findet keine Mehrheit für Verlegung Richtung Norden

Wie berichtet, ist das 1976 erstellte Gebäude mit Keller und Umkleidekabinen samt Technik für die Flutlichtanlage sowie zwei weiteren Ebenen sanierungsbedürftig. 2020 waren 200.000 Euro für die Modernisierung vorgesehen. Somit sollte es leichter fallen, einen neuen Pächter für das Restaurant zu finden. Der Gastrobereich unter der oberen Etage mit zwei Wohnungen, in denen inzwischen keine Mieter mehr sind, steht seit März 2019 leer. Dort war über viele Jahre ein griechisches Lokal. Die Corona-Pandemie erschwerte die Suche. Trotz mehrfacher Ausschreibung kam es zu keinem Abschluss.

Daraufhin nahm die Politik einen Neubau ins Visier, wollte bei gleicher Größe mit einer Million Euro auskommen. Ein Trugschluss: Der dreigeschossige Komplex hätte 2,5 Millionen Euro gekostet. Das war den Parteienvertretern zu teuer.

Die örtliche Wählergemeinschaft (OWG) wartete schließlich mit einer ganz anderen Möglichkeit auf, wollte die Verlegung in Richtung Norden inklusive des Kunstrasenplatzes. Dort schlug sie ein breites Gebäude mit Solardach vor, hätte auf dem jetzigen Fußballfeld den Bauhof platziert, der sich im Ortsteil Havighorst befindet. Das fand auch die Ostbek.net-Fraktion gut. Zu einer Mehrheit reichte es nicht.

Die Fußball-Abteilung hat 393 Mitglieder

„Wir halten an der Idee trotzdem fest“, sagt der OWG-Fraktionsvorsitzende Rudi Hametner. Zur aktuellen Beschlussvorlage hat er eine klare Meinung: „Mit Blick auf den Haushalt müssten wir zurückstellen.“ Die Gefahr, dass sich Oststeinbek finanziell übernehme, sei zu groß. Neben der Grundschule stehen vor allem im Ortsteil Havighorst größere Projekte an: Der Neubau der Feuerwehrwache sowie die Verlagerung des Bauhofs haben für die Politik Priorität.

Die CDU will das Sportlerheim trotzdem nicht auf die lange Bank schieben, möchte die Planungskosten schon im Haushalt 2022 verankern. Was aber nicht heißt, dass die Summe auch abgerufen wird. „Wenn irgendwo Geld frei wird, weil Projekte stocken, können wir dieses für den OSV verwenden“, sagt der Fraktionsvorsitzende Patrick Klose. „Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollte aber auf jeden Fall etwas passieren, der Bau gleich nach der Planung erfolgen.“

Die zweigeschossige Variante mit Wegfall einer Ebene am jetzigen Standort sei zwar nicht seine Wunschvorstellung, betont Ostbek.net-Fraktionschef Carsten Bendig, man tendiere aber dazu, das Geld für die Planung bereitzustellen. Sein Pendant von der SPD, Thomas Mielcarek, sagt, er sei in der Schwebe mit Blick auf die Abstimmung. „Wir müssen uns noch einmal in der Fraktion dazu besprechen.“

Der OSV wird seine Geschäftsstelle auch im Neubau haben, das Restaurant ist Geschichte. Die Fußball-Abteilung zählt 393 Mitglieder. Sie sollten im kommenden Jahr eigentlich auf einem neuen Kunstrasen spielen. Wegen der Haushaltslage ist es allerdings fraglich, ob der Belag dann ausgewechselt wird.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Stormarn