Geesthacht

Hickhack um Mega-Transport: fehlende Genehmigung für Hamburg

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Dirk Schulz und Ulf-Peter Busse
Olaf Weltz ist als Projektleiter verantwortlich für den Schwertransport. Im Hintergrund einer der vier 300 Tonnen schweren Trafos.

Olaf Weltz ist als Projektleiter verantwortlich für den Schwertransport. Im Hintergrund einer der vier 300 Tonnen schweren Trafos.

Foto: Dirk Schulz

75 Meter langer Schwertransport, der von Lauenburg nach Oststeinbek fahren soll, hatte schon vor Fahrtantritt Probleme.

Lauenburg/Hamburg. Fährt er oder fährt er nicht? Und vor allem wann? Die Rede ist von dem 75 Meter langen Schwertransporter „G2 K600“, der nacheinander von Lauenburg vier je 300 Tonnen schwere Transformatoren ins Umspannwerk Oststeinbek liefert und auf seiner Route einmal unser Verbreitungsgebiet durchquert (wir berichteten).

Die ausführende Firma „Kahl & Jansen“ hatte am Donnerstag grünes Licht für die Durchführung erhalten und veranlasste am Freitag die Verladung des ersten Transformators auf die aus 48 Achsen zusammengesetzte sogenannte Tragschnabel-Brücke. Auch die drei anderen Trafos wurden von einem Binnenschiff ans Ufer des Elbe-Lübeck-Kanals gehoben.

Um 14 Uhr hieß es: Transport rollt nicht durch Bergedorf

Doch dann stellte sich am Freitag Hamburgs Polizei quer: „Der Schwertransport wird definitiv nicht in der kommenden Woche durch Bergedorf rollen“, sagte Sprecher Thilo Marxsen auf Nachfrage unser Redaktion um 14 Uhr.

A

m Dienstag – so der Plan – geht es zunächst von Lauenburg über die B 5 zum Zwischenstopp nach Geesthacht. Dafür wird ab 15 Uhr zunächst der Buchhorster Weg zwischen der Einfahrt „Hansebeton“ und der Hans-Georg-Peters Straße gesperrt. Ab 20 Uhr geht es dann über die B 5, die abschnittsweise gesperrt wird. Am Mittwoch sollte es dann von Geesthacht über Bergedorf und Glinde nach Oststeinbek gehen – inklusive neun abzubauender Ampeln und Lichtanlagen.

„Ein solches Projekt braucht umfangreiche Vorbereitung, von der Planung der Strecke, den erforderlichen Umbauten und nicht zuletzt des Personaleinsatzes zur Begleitung. Das kann nicht innerhalb weniger Tage erfolgen“, so der Polizeisprecher.

Um 15.20 Uhr hieß es: Transport kann doch durch Bergedorf rollen

Die Verkehrsdirektion der Hansestadt habe den Antrag erst am Donnerstag dieser Woche bekommen. Das Prüfverfahren sei zwar sofort angelaufen, einschließlich der Kontaktaufnahme zu den Kollegen in Schleswig-Holstein sowie dem Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer. Letzterer muss die Großbaustelle auf dem Sander Damm für die vier Passagen des Schwertransports ab- und anschließend jeweils wieder aufbauen. „Der frühestmögliche Termin könnte in der letzten November-Woche liegen“, so Marxen.

Eine Haltung, mit der die Verantwortlichen der Verkehrsdirektion offenbar für erheblichen Wirbel gesorgt haben. Denn um 15.20 Uhr erfolgte die Kehrtwende: „Die Direktion hat unter Hochdruck gearbeitet. Der Transport wird nun doch in der Nacht vom 10. auf den 11. November durch Bergedorf rollen können“, sagte Marxsen nun.

An der durchführenden Firma lag die Verzögerung nicht. „Wir haben die Transporte vor drei Monaten beantragt. Aber wir kennen das schon, dann muss noch der prüfen und mit dem sprechen und so weiter“, sagt Projektleiter Olaf Weltz. Aber ein großer Verzug bei Projekten dieser Größenordnung hätte große finanzielle Auswirkungen für die Firmen.

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