Verkehrsüberwachung

Kreis Stormarn steuert auf neuen Bußgeldrekord zu

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Lutz Kastendieck
Solch eine mobile Blitzeranlage hat der Kreis Stormarn für drei Monate gemietet.

Solch eine mobile Blitzeranlage hat der Kreis Stormarn für drei Monate gemietet.

Foto: dpa Picture-Alliance / Julian Stratenschulte / picture alliance / Julian Strate

Bis Ende September sind bereits knapp drei Millionen Euro nach Bescheiden für Tempoverstöße verbucht worden.

Bad Oldesloe.  Der Kreis Stormarn kann in diesem Jahr mit einer Rekordeinnahme nach verhängten Bußgeldbescheiden in Folge von Geschwindigkeitsverstößen rechnen. „Am 30. September waren es bereits 2,98 Millionen Euro und damit so viel wie nie zuvor zu diesem Zeitpunkt“, sagt Ingo Lange, Leiter des Fachdienstes Öffentliche Sicherheit in der Stormarner Kreisverwaltung. Es sei davon auszugehen, dass durch weitere Einnahmen im vierten Quartal die bisherige Höchstmarke von 3,26 Millionen Euro aus dem Vorjahr übertroffen werde, als zwischen Anfang Januar und Ende Dezember 2020 exakt 50.253 Bußgelder verbucht worden waren.

Momentan ist im Kreisgebiet zusätzlich zur eigenen mobilen Blitzereinheit ein so genannter Enforcement-Trailer im Einsatz, den die Kreisverwaltung auf Beschluss des Kreistages für drei Monate vom Verkehrsüberwachungsdienst Neumünster angemietet hat. Allerdings nicht in erster Linie, um Kasse zu machen, sondern das gefahrene Tempo in Bereichen mit besonderem Schutzbedarf wie Schulen, Kindergärten und Pflegeeinrichtungen zu beeinflussen, wie Lange glaubhaft versichert.

Blitzer wird an 30 Standorten eingesetzt

Insgesamt 30 Standorte im gesamten Kreisgebiet sind mit den örtlich Dienststellen abgestimmt worden, vornehmlich in Tempo-30-Zonen. So wie jüngst in Wilstedt. Auf dem Kringelweg war das Gros der Fahrer allerdings regelkonform unterwegs. Nur 28 von 1000 kontrollierten Fahrzeugen überschritten das Tempo-Limit und nur ein Wagen wurde mit einer Geschwindigkeit von mehr als 40 Stundenkilometern auffällig.

Etwas anders sah das schon auf der stark frequentierten Hamburger Straße in Delingsdorf aus. Wo normalerweise nur eine Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h erlaubt ist, war der Spitzenreiter unter den Temposündern doppelt so schnell gefahren und mit 103 Stundenkilometern geblitzt worden.

Pro Monat werden 10.000 Euro Miete fällig

„Noch liegt uns die Detailauswertung für diesen Standort nicht vor“, sagt Lange. Dafür gibt es aber schon eine Zahl zur Fahrzeugfrequenz auf dieser wichtigen Verbindungsstraße zwischen Ahrensburg und Bargteheide: Innerhalb von fünf Tagen waren hier 17.000 Fahrzeuge registriert worden.

Derweil haben die Verkehrsüberwacher mit anhaltendem Vandalismus zu kämpfen. In Billstedt mussten während des Einsatzes mehrfach Aufkleber von den Sensoren entfernt werden, in der Ahrensburger Bogenstraße waren sie mit Farbe bespritzt worden. Alles in allem kostet der Enforcement-Trailer den Kreis 10.000 Euro pro Monat.

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