Adventsmarkt

Im Advent funkelt es rund um die Trittauer Kirche

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Elvira Nickmann
Gruppenbild mit Nikolaus, Vertretern von Kirchengemeinde und GGT: Alina Hoeser (5. v. l.) gab den Anstoß zum Trittauer Adventsfunkeln.

Gruppenbild mit Nikolaus, Vertretern von Kirchengemeinde und GGT: Alina Hoeser (5. v. l.) gab den Anstoß zum Trittauer Adventsfunkeln.

Foto: Elvira Nickmann

Weniger Kommerz und mehr vorweihnachtliche Stimmung ist Ziel des gemeinsamen Projekts von Gewerbegemeinschaft und Kirchengemeinde.

Trittau. Tschüs Trittauer Nikolausmarkt, ade Adventsmarkt auf dem Europaplatz, jetzt ist Zeit für einen Neubeginn in Sachen winterliches Markttreiben. Darauf haben sich die Gewerbegemeinschaft (GGT) Trittau und die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde des Ortes verständigt.

Einprägsamer Name setzt Zeichen für Neubeginn

Und weil der neue Markt das erste gemeinsame Projekt der neu aufgestellten GGT und der Kirchengemeinde ist, haben die Beteiligten sich einen prägnanten Namen dafür ausgedacht: Am Sonnabend und Sonntag, 27. und 28. November, können sich die Bürger beim Trittauer Adventsfunkeln auf die Vorweihnachtszeit einstimmen. Damit wollen die Veranstalter die Tradition wieder mehr in den Vordergrund rücken und reinen Kommerzveranstaltungen eine Absage erteilen.

Initiatorin des Vorhabens ist Alina Hoeser (25). Die junge Frau gehört der Freien Fahrtenschaft Tír na nÓc an, wie sich die Trittauer Pfadfinder offiziell nennen. Die Gruppe war fester Bestandteil des alljährlichen Nikolausmarktes an der Martin-Luther-Kirche. Doch vor fünf Jahren war damit plötzlich Schluss, stattdessen veranstaltete die GGT auf eigene Faust einen Adventsmarkt auf dem Europaplatz.

Markt auf Europaplatz ungeeignet für Pfadfinder

Dort sei das Ambiente jedoch weniger ansprechend gewesen, erzählt Alina Hoeser. Sie sagt: „Die Pfadfinder waren immer beim Nikolausmarkt dabei.“ Dort hätten sie Stockbrot angeboten und Chai. „Aber auf dem Europaplatz hätten wir uns nicht so wohlgefühlt.“ Denn ihr Angebot habe nicht zu den dortigen Fahrgeschäften und Buden gepasst.

Martin Sieg, seit Mitte August neuer Vorsitzender der Gewerbegemeinschaft, bestätigt diesen Eindruck. Er sagt: „In unseren Augen war der Adventsmarkt auf dem Europaplatz zu kommerziell.“ Daher stieß Alina Hoeser mit ihrem Vorschlag, den Markt wieder auf den Platz an der Kirche zu verlagern, bei der GGT auf offene Ohren. Ihr Vater Mathias Hoeser, ebenfalls im GGT-Vorstand, unterstützte den Vorstoß seiner Tochter. Sieg sagt: „Auf diese Initiative hin haben wir uns mit der Idee bei der Kirchengemeinde vorgestellt.“ Und damit erst einmal eine gewisse Skepsis hervorgerufen.

20 Standplätze konnten bereits besetzt werden

Pastorin Anke Schäfer konkretisiert, dass es dabei aber nicht um generelle Vorbehalte hinsichtlich des Vorhabens gegangen sei. Sie sagt: „Das ging eher so in die Richtung: Jetzt kommt die GGT so ein paar Wochen vorher mit einem Adventsmarkt um die Ecke – das ist ganz schön sportlich.“

Sportlich ist es in jedem Fall, das weiß auch Martin Sieg: „Es ist alles mit heißer Nadel gestrickt, aber wir versuchen, etwas für die Bürger zu ermöglichen.“ Es werde „sicherlich auch nicht alles perfekt funktionieren, denn wir sind auch nur Menschen“. 20 Standplätze seien bereits vergeben, weitere könnten hinzukommen. Es gebe noch Gespräche dazu. Die Gewerbegemeinschaft Trittau habe im Vorfeld eine Anzeige geschaltet sowie Vereine angesprochen und ihnen angeboten, mit dabei zu sein.

Es soll besinnlicher und traditioneller zugehen

Einige sagten zu wie der Förderverein Kirche & Musik Trittau und die Hermann Jülich Werkgemeinschaft aus Hamfelde – und die Freie Fahrtenschaft Tír na nÓc ist natürlich auch dabei. Pfadfinderin Alina Hoeser freut sich darüber, dass ihre Idee offensichtlich so gut angekommen ist und sich mit dem Trittauer Adventsfunkeln wieder ein Umfeld bietet, mit dem der Verein sich identifizieren und sich zugehörig fühlen kann.

Der Namensbestandteil Funkeln wurde von den Veranstaltern bewusst als Gegenentwurf gewählt. Laute Fahrgeschäfte mit viel Blingbling? Fehlanzeige. Sieg bringt es so auf den Punkt: „Wir wollen ,back to the roots‘, besinnlicher und traditioneller sein und kein Jahrmarktgeschehen.“

Feuerkörbe, illuminierte Kirche sowie Konzert

Was Martin Sieg unter stimmungsvoll versteht, sind beispielsweise Feuerkörbe. Die Freiwillige Feuerwehr ist ebenfalls mit im Boot und wird Sorge dafür tragen, dass die Flammen darauf begrenzt bleiben. Eine besonders schön illuminierte Kirche und die passende Musik tragen das ihre dazu bei.

Lange bevor die Planungen begannen, hatte Kreiskantorin Barbara Fischer für das Veranstaltungswochenende bereits ein Konzert der Sonderklasse geplant. Am Sonnabend, 27. November, erklingt in der Kirche das „Magnificat“ von Kim André Arnesen. Mitwirkende sind der Bargteheider Kantor Andis Paegle an der Orgel, Finnegan Schulz am Klavier, das Elbiana-Quartett Hamburg, die Trittauer Kantorei und der Jona-Jugendchor. Die Leitung liegt liegt in den Händen der Kreiskantorin.

Dorfgemeinschaft spielt eine wichtige Rolle

Die Veranstalter planen, das Konzert auch nach draußen zu übertragen. Für musikalische Darbietungen auf dem Außengelände sorgen außerdem der Musikzug der Feuerwehr Trittau und der Posaunenchor. Damit alles stimmig wirkt und nichts das Gesamtbild stört, hat Sieg sogar ein Auge auf Details wie die Farbgebung der aufgestellten Zelte. Gedämpfte Töne werden bevorzugt, beim einzigen weißen Zelt soll mit Tannenzweigen nachgebessert werden.

Die Stände sind adventlich geschmückt. Noch schöner hätten die Veranstalter Holzbuden gefunden, doch das sei in der Kürze der Zeit nicht umsetzbar gewesen. Dass die Dorfgemeinschaft auf dem neuen Markt einen höheren Stellenwert erfährt, zeigt beispielsweise das Angebot der Kitas. Sie bieten Spiele für Kinder an, die ein Gemeinschaftserlebnis schaffen. Sieg: „Es geht nicht nur um Spielen und Spaß, sondern darum, dass die Eltern mal entspannt einen Glühwein trinken können.“ Oder etwas Leckeres essen oder bummeln. Und vielleicht begegnet der Nachwuchs in der Zwischenzeit sogar dem Nikolaus.

Ein großes Zelt bietet Schutz bei Regen, Sitzmöglichkeiten und Tische. Wer gleich zu Beginn dabei sein will: Pastorin Schäfer, Martin Sieg und Bürgermeister Oliver Mesch eröffnen das Adventsfunkeln am Sonnabend um 14.30 Uhr.

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