Abgelehnt

Oldesloer Senioren bekommen keine kostenlosen Bustickets

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Ein kostenloses Busticket sollte Senioren dazu bewegen, ihr Auto abzuschaffen (Symbolfoto).

Ein kostenloses Busticket sollte Senioren dazu bewegen, ihr Auto abzuschaffen (Symbolfoto).

Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services

Seniorenbeirat wollte Anreiz für Ältere schaffen, auf ihr Auto zu verzichten. Doch die Lokalpolitik spielte nicht mit.

Bad Oldesloe.  Kostenlose Bustickets für ältere Menschen. Das fordert der Seniorenbeirat in Bad Oldesloe und stellte einen entsprechenden Antrag im Ausschuss für Umwelt-, Energie- und Verkehr mit Klimaschutz. In der Lokalpolitik stieß der Vorschlag jedoch auf Ablehnung. Für den Beiratsvorsitzenden Manfred Huppermann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, der älteren Generation das Autofahren abzugewöhnen: „Damit der Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr erleichtert wird, sollten Busfahrten für Senioren in Bad Oldesloe kostenlos sein.“

In dem Antrag, den Huppermann jetzt dem zuständigen Ausschuss vorstellte, führte der Seniorenbeirat gleich mehrere Gründe an, warum die Generation Ü70 nicht für den ÖPNV zahlen sollte: „Es wäre ein erster Schritt, mehr Menschen in die Busse zu bekommen und damit etwas fürs Klima zu tun. Außerdem gibt es dann weniger Verkehr und weniger Unfälle.“

Vorgeschlagener Kompromiss stieß beim Seniorenbeirat auf Ablehnung

Argumente, die den Ausschuss nicht überzeugten. Vor alles deswegen, weil der Seniorenbeirat einem vorgeschlagenen Kompromiss nicht zustimmen wollte. „Wir wollen auf keinen Fall, dass Senioren dafür ihren Führerschein abgeben müssen“, antwortete Huppermann auf einen Vorschlag der Grünen.

In Lübeck gibt es ein derartiges Modell. Jeder Bürger, der dort seine Fahrerlaubnis abgibt, bekommt ein kostenloses Jahresticket für den ÖPNV. „So etwas hätten wir uns schon vorstellen können“, sagte Matthias Adrion (Die Grünen). In diesem Fall dürfe das Angebot aber nicht nur an Ältere gerichtet sein: „Grundsätzlich finden wir den Antrag sympathisch, aber es ist schwierig, sich da eine Altersgruppe herauszupicken und die dann einseitig zu fördern.“

Antrag wurde einstimmig bei einer Enthaltung abgelehnt

Auch andere Fraktionen hatten derartige Bedenken. So könnte die Entscheidung gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstoßen. „Es gibt auch Familien und Alleinstehende, die wenig Geld zur Verfügung haben. Es wäre ungerecht, wenn diese Menschen anders behandelt werden“, sagte Jens Wieck (CDU). Zudem sei es schon etwas frech, kostenlose Bustickets zu fordern, dann aber nicht auf das eigene Auto verzichten zu wollen. Wieck: „Das nützt dem Klima dann auch nicht viel.“ Der Antrag des Seniorenbeirats wurde einstimmig bei einer Enthaltung abgelehnt.

( fif )

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